Zwischen Heimstettener Moosweg und der Vogelsiedlung (r.) ist alles vorbereitet für die gewaltigen Neubauten im Zuge von Kirchheim 2030
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Bereit für die Zukunft: Zwischen Heimstettener Moosweg und der Vogelsiedlung (r.) ist alles vorbereitet für die gewaltigen Neubauten im Zuge von Kirchheim 2030.

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Wenig Geld, aber viel vor: Das steht in Kirchheim 2021 alles an

  • Bert Brosch
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Die Gemeinde Kirchheim muss sparen. Gleichzeitig stehen allerdings etliche Groß-Baustellen an, die das Ortsbild nachhaltig verändern werden.

Kirchheim – Gerade hat der Kirchheimer Gemeinderat den ersten von mehreren Spar-Haushalten verabschiedet. Wo es geht, spart die Gemeinde bis zu 20 Prozent ihrer Ausgaben ein, vor allem bei freiwilligen Leistungen. Und doch steht 2021 im Zeichen vieler Groß-Baustellen: Gymnasium, Ortspark, neues Rathaus, Kirchheimer Oval und Landesgartenschau sind die Stichworte.

Die Vorarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Sobald es die Temperatur zulässt, beginnen die großen Bauarbeiten: Für Neubau des Gymnasiums sind Bäume und Büsche gerodet, der Oberboden ist abgeschoben und die Archäologen haben bei ihren Grabungen einen Friedhof aus der Bronzezeit entdeckt. Der nächste Schritt sind die Rohbauarbeiten, die Ende 2021 abgeschlossen sein könnten. Von den Gesamtkosten von aktuell über 92 Millionen Euro muss Kirchheim rund 18 Millionen Euro bezahlen, die ersten größeren Summen fallen aber erst ab 2022 an.

8,9 Millionen Euro sind heuer für das neue Rathaus fällig

Ebenfalls Baubeginn ist heuer für das neue Rathaus, hier wurden ein großer Kanal sowie eine Gasleitung umverlegt, im Frühjahr beginnt man mit der Tiefgarage, dann mit dem Gebäude. Von den Gesamtkosten von 40 Millionen Euro für das Rathaus samt Bürgersaal sind 2021 rund 8,9 Millionen Euro fällig, 4,5 Millionen Euro gibt es als Zuschuss von den Investoren von Kirchheim 2030 allerdings wieder zurück.

Die Bäume am Kirchheimer Ei sind in den neuen Ortspark verpflanzt. Demnächst rollen die Bagger an.

Lange hat der Gemeinderat auch über das Aussehen und die Gestaltung des „Kirchheimer Ovals“ zwischen Heimstettener Moosweg und der Staatsstraße 2082 diskutiert. Der Knotenpunkt ist in den Morgen- und Abendstunden überlastet, es kommt zu langen Wartezeiten und Staus Richtung Heimstetten und Kirchheim. Der jetzige Kreisel hat nur kurze Linksabbiegespuren, die um die eiförmige Grünfläche in der Mitte herumgeleitet werden. Für Radfahrer und Fußgänger ist es gefährlich, die stark befahrene Staatsstraße zu queren. Die großen Bäume rund um den Kreisel hat die Gemeinde bereits verpflanzen lassen, nun kommt eine große Kreuzung mit Ampel, zudem lang gezogene nördliche und südliche Auffahrspuren. So soll der Verkehr direkter aus der Gemeinde abfließen können. Für Rad- und Fußgänger wird eine eigene Stahlbrücke in Nord-Süd-Richtung gebaut. Die Gemeinde hat mit dem Freistaat clever verhandelt, sie erhält für die Gesamtkosten von 6,44 Millionen Euro eine Förderung von 75 Prozent. Von den fünf Millionen Euro, die sie heuer ausgeben muss, bekommt sie zwei Millionen Euro zurück.

Neue Steuerzahler auf den Campus-Arealen?

Für Kirchheim 2030 war ein verbindender Ortspark geplant, nach dem Zuschlag der Landesgartenschau 2024 kommt dieser früher und in einem Aufwasch. Ursprünglich sollte die Verbindung von der St 2982 im Norden bis zum Seniorenheim Collegium im Süden 8,5 Millionen Euro kosten. Mittlerweile ist man für die zehn Hektar große Fläche mit See, Brücken, breiten Geh- und Radwegen, den fünf „Sphären“ (Garten, Wald, Wildnis, Wasser, Wiese) mit Sicherheitspuffer bei gut 15 Millionen Euro angelangt. Die Kommune hofft allerdings noch auf einen staatlichen Zuschuss von fünf Millionen Euro. Baubeginn ist im dritten Quartal.

Der „Campus Kirchheim“ ist einer der Hoffnungsträger der Gemeinde auf steigende Steuereinnahmen.

Ebenfalls in diesem Jahr beginnen die Bauarbeiten für das Haus für Kinder II in der Martin-Luther-Straße, von den Gesamtkosten von rund 18 Millionen Euro sind 2021 rund drei Millionen für die Gemeinde fällig, 724 000 Euro gibt es als Förderung vom Freistaat zurück. Große Hoffnungen auf neue Gewerbesteuerzahler setzt die Gemeinde mit ihren beiden neuen Arealen Campus Heimstetten und Campus Kirchheim. Erstgenannter soll auf 15 Hektar ein klimaneutrales, „grünes Gewerbegebiet“ werden. Bis Ende März wird ein Teil noch von der „Hubergroup“ genutzt, danach soll rasch die Neuansiedelung beginnen. Auf dem „Campus Kirchheim“ soll nördlich der Florianstraße ein modernes Arbeits- und Wohnquartier mit emissionsarmen Gewerbeflächen entstehen. Die beiden Gewerbegebiete sollen dann für kräftige Steuereinnahmen sorgen.

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