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Wertstoffhof schon wochenlang geschlossen: Ärger bei Bürgern wächst

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Von: Bert Brosch

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Seit Anfang August stehen die Kirchheimer vor einem verschlossenen Wertstoffhof. Auch Bürgerrmeister Böltl kann nicht sagen, wie lange dieser  Zustand anhalten wird.
Seit Anfang August stehen die Kirchheimer vor einem verschlossenen Wertstoffhof. Auch Bürgerrmeister Böltl kann nicht sagen, wie lange dieser Zustand anhalten wird. © Bert Brosch

Der Kirchheimer Wertstoffhof ist seit Anfang August geschlossen. Das hat einen bestimmten Grund. Doch der Ärger bei den Bürgern wächst - auch angesichts mangelnder Alternativen.

Kirchheim – Bereits seit Anfang August ist der Kirchheimer Wertstoffhof „wegen krankheitsbedingter Ausfälle“ geschlossen. Die Bürger stehen vor verschlossenen Türen, nur Grüngut können sie mittwochs und samstags abgeben. Mittlerweile sollen einige sogar schon Müll in die Felder kippen.

Andreas Hartl ist so richtig sauer. Seit Anfang August hat der Wertstoffhof zu und wird es nach seiner Einschätzung weitere zwei Wochen sein. „Ich selbst bin erbost, weil keine Nachbargemeinde dafür einspringen will“, sagt Hartl. Eine Kirchheimerin, die ihren Namen allerdings nicht in der Zeitung lesen will, berichtet aus dem „verzweifelten Kirchheim“. Sie ärgert sich, weil die Wiedereröffnung des Wertstoffhofes für den 11. August angekündigt war – doch bis heute hängt ein Schild an den beiden Eingangstoren, das über die Schließung informiert. Doch dann sei eine Öffnung für ein Mal wöchentlich Grüngut erfolgt. Mittlerweile werde auch schon Abfall in die Felder gekippt, behauptet die Kirchheimerin. Dennoch, so schimpft sie, finde man keine Lösung, wie die Kirchheimer ihre Wertstoffe entsorgen können und auch keine Perspektive.

Auf diesem Schild am Tor werden Bürger über die Schließung informiert.
Auf diesem Schild am Tor werden Bürger über die Schließung informiert. © Bert Brosch

Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) bedauert die Schließung des Hofs. Doch für jede Sammelstelle (und für jedes Zwischenlager) müsse der Arbeitgeber eine zuverlässige und erfahrene Fachkraft als Verantwortlichen und eine entsprechend qualifizierte Vertretung benennen. Eine Sammelstelle muss folglich, führt Böltl aus, während des Betriebs aus Sicherheitsgründen mit mindestens zwei Personen ständig besetzt sein, von denen mindestens eine den Anforderungen einer Fachkraft entsprechen müsse. Diese Anforderungen sind eine chemiespezifische Ausbildung und einschlägige berufliche Erfahrung, ein Grundlehrgang zum Erwerb der erforderlichen Fachkunde zum Umgang mit gefährlichen Abfällen sowie eine Fortbildung alle zwei Jahre. Darüber hinaus sei die Ausbildung zum Brandschutzhelfer bei der Annahme von Elektroschrott, Batterien oder ähnlichem auf Grundlage des Arbeitsschutzgesetzes erforderlich. „Diese zwingenden Voraussetzungen können wir aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle aktuell nicht erfüllen“, sagt Böltl.

Die zuständigen Kollegen hätten aber sofort reagiert und die Grüngut-Abgabe für die Bürger wieder ermöglicht. „Restmüll, gelber Sack und Papier wird ja ohnehin zu Hause abgeholt, für Glas gibt es zahlreiche Sammelstellen in der Gemeinde“, so Böltl. „Wir arbeiten selbstverständlich bereits an einer Lösung, mit der wir wieder öffnen können, sobald es eben möglich ist.“

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