Kirschblüte
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Die neue Begegnungsstätte in Kirchheim soll aktive Senioren ansprechen.

Die Planung läuft an

Gemeinde will Jugendzentrum für Senioren bauen: Das steckt dahinter, so viel soll es kosten

  • Bert Brosch
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Kirchheim wird immer älter. Darauf reagiert die Gemeinde und baut eine Begegnungsstätte für Senioren. Ein Haus, das wie ein Jugendzentrum ausgelegt sein soll. Das hat seinen Preis.

Kirchheim – Die Gemeinde Kirchheim ist im Vergleich zu anderen im Landkreis alt. Wie Raphael Tränkle, Leiter des Sozialamts, im Sozialausschuss mitteilte, lag der Anteil der über 65-Jährigen Ende 2017 bei über 24 Prozent, „und der wird weiter steigen. Wir müssen also dringend mehr für unsere Senioren tun.“ Daher soll mit der AWO in „Hausen-Süd“ eine Seniorenbegegnungsstätte realisiert werden.

„Wir tun so viel für unsere kleinen Kinder und Jugendlichen, da haben wir bei den Senioren noch kräftigen Nachholbedarf“, begründete Tränkle das Vorhaben. Zudem wird Kirchheim immer älter. Im Jahr 2007 gab es 2014 Bürger, die älter waren als 65; zehn Jahre später bereits 3111; bis zum Jahr 2030 rechnet man mit über 3640.

Neue Seniorenbegegnungsstätte: Keine Konkurrenz für Vereine

Gemeinsam mit der Seniorenbeauftragten Dagmar Jakob besuchte Tränkle diverse Begegnungsstätten im Landkreis Am besten gefallen hat ihm das Konzept in Hohenbrunn/Riemerling. Ein Haus, das von der AWO betrieben wird, mit der auch die Gemeinde Kirchheim das Projekt im neuen Baugebiet Hausen-Süd realisieren will. „Wir wollen etwas anbieten für ältere Menschen, die aktiv und unter Leuten bleiben wollen, die alleine sind, weil der Partner gestorben ist, weil die Familie oder Freunde fehlen“, erläuterte Tränkle. „Das soll also von der Ausrichtung wie ein Jugendzentrum werden – eben nur für Senioren.“

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Man wolle auf keinen Fall eine Konkurrenz zu Vereinen oder zur Volkshochschule werden, sondern mit diesen Organisationen eng zusammenarbeiten. „Wir wollen einen täglichen Treffpunkt bieten mit Beratung, Vorträgen, Sprach- und Technikkursen, Kultur und zur Vernetzung der Senioren, vielleicht auch als täglichen Mittagstisch. Der Bedarf dafür ist in Kirchheim auf alle Fälle da.“

Erste Schätzung der Baukosten

Tränkle rechnet für den ebenerdigen Bau (rund 185 Quadratmeter) mit Baukosten von rund einer Million Euro; plus jährlich etwa 120 000 Euro für die Betriebskosten. Eine staatliche Förderung gebe es bislang nicht.

Auch für Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) ist ein Seniorentreffpunkt notwendig. „Das ist kein Alters- oder Pflegeheim, sondern die Möglichkeit, sich locker und ungezwungen zu treffen.“ Der Standort in Hausen sei ideal, da gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Ilse Pirzer (SPD) findet die Idee gut. Nur mit dem Standort konnte sie sich nicht anfreunden, da dieser ihre sehr abgelegen erscheint. Angela Hilger (VFW) widersprach mit Blick auf die Siedlung rundherum aus den 70er und 80er Jahren: „Genau da sind doch sehr viele Reihenhäuser, die jetzt schon oder demnächst von Senioren bewohnt werden.“ Franz Graf (CSU) sieht das Projekt eher skeptisch. „Da sind da ja wieder nur Gleichaltrige, die heutigen Senioren wollen aber in engem Kontakt zu Jugend bleiben.“ Er plädierte daher für eine Begegnungsstätte für alle Kirchheimer.

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Dennoch beschloss der Sozialausschuss einstimmig, dass die Gemeinde eine Begegnungsstätte in Hausen Süd mit der „AWOhnbau Genossenschaft“ umsetzen soll. Finanzielle Mittel sind dafür in der Planung bis 2022 noch keine eingestellt.

bb

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