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Ist-Zustand: Im Ortspark der geplanten neuen Ortsmitte könnte die Landesgartenschau (LGS) angesiedelt werden. Platz für Parkplätze wäre auch.

Im geplanten Ortspark

Kirchheim will die Landesgartenschau

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Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) will die Landesgartenschau nach Kirchheim holen, in Verbindung mit dem ehrgeizigen Städtebauprojekt „Kirchheim 2030“. „Ich sehe das als große Chance für die Region“, sagt er. 

KirchheimWo jetzt noch Wiesen und Felder grünen zwischen den Ortsteilen Kirchheim und Heimstetten, wird nach jahrzehntelanger Planung die neue Ortsmitte entstehen. Mit Wohnungen für bis zu 3000 Einwohner, neuem Rathaus und Gymnasium – und einem Ortspark. Der wäre doch ideal als Landesgartenschau-Gelände. Nicht sofort, sondern so ab dem Jahr 2024. So schwebt Bürgermeister Maximilian Böltl eine Bewerbung für die Jahre 2024, 2025 und 2026 vor. Der Gemeinderat sehe das grundsätzlich mit Wohlwollen.

Gemeinderat entscheidet am 9. April

Für das Jahr 2024 hatte eigentlich Erlangen die Landesgartenschau (LGS) erhalten, musste diese aber nach einem Bürgerentscheid wieder zurückgeben. Der Mehrheit der Bürger waren die Kosten zu hoch. Laut Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl gibt es aber ein Konzept für eine „neue LGS“, die von der Dimension und den Kosten nicht mehr mit den bisherigen Events vergleichbar sei. „Das neue Konzept ist für die ausrichtende Kommune flexibler gestaltbar, damit lassen sich auch die Kosten deutlich besser steuern. Mit der Besonderheit bei uns, dass wir den Park im Zuge von Kirchheim 2030 ohnehin bauen“, betont Böltl. Kirchheim bewirbt sich mit den Flächen des Ortsparks, der bis dahin realisiert sein soll. „Ob die gesamte Grundfläche notwendig ist, wird die anstehende Detailplanung ergeben, wir würden ihn aber komplett zur Verfügung stellen“, sagt Böltl.

Staatliche Zuschüsse winken

Unterschieden wird vom Konzept her in Daueranlagen, für die Kirchheim den über 100 000 Quadratmeter großen Ortspark vorsieht, und Schauflächen, die mit Wechselflor bepflanzt und nach der mehrwöchigen Veranstaltung zurückgebaut werden. „Ein Vorkonzept haben wir bereits erarbeitet, es war Teil der Interessensbekundung, in deren Folge wir für eine Bewerbung zugelassen wurden“, sagt Böltl. Der Gemeinderat habe in nichtöffentlicher Sitzung der Interessensbekundung auch zugestimmt, jetzt komme die nächste Phase der Bewerbung, für die erneut ein Gemeinderatsbeschluss notwendig sei. „Nach der Zustimmung erfolgt die detaillierte Planung, für die wir das bereits in Kirchheim 2030 involvierte Büro Keller, Damm & Kollegen vorschlagen.“ Erst dabei werde eine detaillierte Finanzierungskalkulation erstellt.

Der Bürgermeister sieht viele Vorteile in einer Landesgartenschau in Kirchheim: „Den Ortspark bauen wir sowieso, er wird 5,4 Millionen Euro kosten. Erhalten wir die Landesgartenschau, werden diese Kosten förderfähig und wir können bis zu 3,6 Millionen Euro Fördermittel erhalten.“ Zudem entstehe der Park mit einer höheren Pflanzenqualität „in einem Zug und aus einem Guss“. Bei den Schauflächen, die nur zeitweise bepflanzt werden, sei man relativ flexibel, das gelte auch für Zeitraum und Rahmenprogramm. Diese Kosten müssten dann über Eintrittsgelder erzielt werden.

Grüner Freiraum im Herzen der Gemeinde

Das wichtigste Argument für die Bewerbung sieht Böltl darin, dass Kirchheim als Münchner Umlandkommune in seiner Mitte große, grüne Freiräume schaffe, gleichzeitig den notwendigen Wohnraum entwickle und neue Bildungsstätten entstehen. Im Gegensatz zu früheren Landesgartenschauen, wo ein Mini-Zug durch die Beete dampfte, eine Seilbahn über dem Gelände schwebte oder ein Aussichtsturm gebaut wurde, ist aus Böltls Sicht die Kirchheimer Besonderheit die starke Architektur der kommunalen Gebäude wie Rathaus und Gymnasium und deren Integration in den Park. Diese würden dann ebenso wie der Ortspark und die Wohnquartiere entlang des Ortsparks bis zur möglichen LGS im Jahr 2024 fertiggestellt sein. „Konkrete Ideen für weitere Besonderheiten wird das anstehende Planungskonzept liefern, in das wir auch unsere Bürger wieder integrieren“, sagt Böltl.

Wegen der sowieso bereitss am Limit arbeitenden Bauverwaltung würde bei einer positiven Vergabe an Kirchheim eine neue Gesellschaft mit eigenem Personal gegründet, wie das auch bei den letzten LGS in Bayreuth (2016), Pfaffenhofen (2017) oder aktuell Würzburg der Fall war. Neben Kirchheim bewerben sich noch sieben weitere Kommunen für die LGS.

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