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An der Grenze: Dort, wo das Gras höher steht, wird künftig das neue Parsdorfer Gewerbegebiet beginnen - zu nah für die Modellflieger.

Wegen Gewerbegebiet

Modellflieger brauchen neuen Landeplatz

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Die Modellflieger Red Baron müssen weichen - und zwar fürs neue Gewerbegebiet Parsdorf. Die Zukunft? Ungewiss.

Kirchheim – „Wir könnten das Gelände wohl weiter pachten, aber fliegen können wir nicht mehr.“ Vorsitzender Frank Joosten schaut nachdenklich. Die Zukunft des Modellflugclubs MFC Red Baron mit rund 115 Mitgliedern ist gefährdet, wenn die Gemeinde Vaterstetten die Pläne für das neue Parsdorfer Gewerbegebiet nördlich der A 94 umsetzt. Zu nahe kämen die Bauten der „Flugzone“ der Modellflieger. Nun sind diese auf der Suche nach einem neuen Gelände.

Seit rund 20 Jahren heben von der Startbahn Modellflugzeuge ab. Der MFC Red Baron wurde im Februar 1995 in Kirchheim gegründet. Das erste Fluggelände im Kirchheimer Moos musste nach kurzer Zeit aufgegeben werden. Zwei Jahre später konnte der Verein rund 1,1 Hektar großes Gelände des Staatsguts Grub nutzen. Der Pachtvertrag wurde jährlich verlängert. Das Areal liegt direkt an der Grenze der Gemeinden Poing, Vaterstetten und des Landkreises München im Westen.

Flugverkehr das ganze Jahr

Natürlich muss sich der Verein an Lärmauflagen halte, sagt Joosten. Und es gebe Beschränkungen für die Flugzeiten. Doch grundsätzlich könne das ganze Jahr über geflogen werden. „Im Winter, wenn Schnee liegt, bauen wir statt Rädern Skier ans Fahrwerk“, ergänzt Ralf Maria Strübel, Zweiter Vorsitzende des Vereins, während er auf einer Bank an der Vereinshütte sitzt.

Doch damit könnte es bald vorbei sein. Aus Sicherheitsgründen müssen die Modellflieger Abstände zur Bebauung einhalten, 500 Meter jeweils entlang beider Seiten der etwa 180 Meter langen Startbahn. Das sei nicht mehr möglich, wenn im Gewerbegebiet zwischen Grub und Parsdorf gebaut werde, sagt Joosten. Als der Verein von den Plänen erfuhr, wandte sich der Vorsitzende in einem Brief an Staatsministerin Ilse Aigner. In einem Antwortschreiben sei Unterstützung signalisiert worden. 

Modellflieger warten ungeduldig

Auch ein Gespräch im Rathaus Vaterstetten hat Anfang März stattgefunden. „Uns wurden Vorschläge gemacht“, erklärt Joosten. Ein Standort an der Ostseite des bestehenden Gewerbegebiets Parsdorf in Richtung Neufarn, also südlich der A 94, sei ausgeschieden. Über andere Vorschläge könne man noch nicht reden, sagt der Vorsitzende. Im Rathaus habe man dem Verein versichert, die Verwaltung werden sich darum kümmern. „Gehört haben wir aber schon länger nichts mehr.“

„Wir sind auf der Suche“, hatte Georg Kast, Wirtschaftsförderer von Vaterstetten, in der Bürgerversammlung in Parsdorf erklärt. „Ich habe das nicht gewusst, ich bin nie dort gewesen“, räumte Kast ein. Es habe aber inzwischen „ein gutes Gespräch“ mit dem Verein gegeben.

Bei „Red Baron“ ist man jedoch ungeduldig. „Wenn hier die Bagger anrollen, dann ist das das Aus für das Vereinsgelände.“ Für ein neues Areal gibt es einige Vorgaben. Es dürfen keine Hochspannungsmasten in der Nähe sein, es braucht Abstand zur Bebauung, zu Bundesstraßen und Autobahnen.

Starke Nachwuchsarbeit

Der ambitionierte Verein ist übrigens sehr erfolgreich bei Bayerischen und Deutschen Meisterschaften. Trainiert wird drei bis vier mal pro Woche. „Wir betreiben das schon ziemlich professionell“, unterstreicht Joosten. Und der Verein legt viel Wert auf die Nachwuchsarbeit. Die Jugendgruppe hat derzeit zwölf Mitglieder. „Wir bauen unsere Modelle weitgehend selbst“, erklärt Strübel. „Jugendliche können da viel lernen.“ Zudem nimmt der Verein am Ferienprogramm teil. „Da haben wir dann 40 bis 50 Kinder auf dem Platz.“ Das will der Verein fortführen, – wenn er denn ein neues Gelände findet.

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