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Eine tolle Sache war die Zeit als Prinzenpaar bei der „Kirnarra“ in Kirchheim, finden Melanie IV. und Nico I. Ein Nachfolger-Paar gibt es bisher dennoch nicht.

in Kirchheim und anderswo: Faschingsvereine in Not 

Der „Kirnarra“ fehlt das Prinzenpaar

Am kommenden Samstag beginnt die neue Faschingssaison. Doch während in vielen Vereinen lediglich noch an den Choreografien der Tänzer gefeilt wird, sieht es in Kirchheim deutlich schlechter aus: Es fehlt das Prinzenpaar. Und das ist offensichtlich kein Einzelfall.

Kirchheim – Es wird eng für Toni Hauck. Traditionsgemäß will der Kirchheimer Narrenrat, am kommenden Samstag, 11. November, das Prinzenpaar proklamieren. Wie gewohnt, sind die Namen ein im Vorfeld gut gehütetes Geheimnis – ungewöhnlich ist aber, dass auch „Kirnarra“-Vorstand Toni Hauck die beiden nicht kennt. Denn: Weder Prinz noch Prinzessin hat der Verein bisher gefunden. „Die Garden und der Hofstaat würden sofort bereitstehen“, versichert Hauck.

Auch in anderen Vereinen im Landkreis ist das Problem bekannt. „Wir hatten das vergangenes Jahr“, sagt Andreas Simbeck (54) von der Unterhachinger Faschingsgesellschaft „Gleisenia“, „wir haben uns da echt die Hacken abgelaufen.“ Am Ende fand die „Gleisenia“ ein Prinzenpaar, jedoch so spät, dass die Inthronisation verschoben werden musste. Dieses Jahr hätte der Verein fast kein Kinderprinzenpaar gehabt, nachdem der Prinz vor wenigen Wochen abgesprungen war. Inzwischen hat sich aber Ersatz gefunden.

„Wir haben ebenfalls schon vier Wochen vor Faschingsbeginn kein Paar gehabt“, sagt Christine Hutterer vom „Schleißheimer Narrenrat“. „Das Problem sind eher die Männer. Prinzessinnen finden sich leicht“, sagt die 53- Jährige, die bereits seit 15 Jahren Vorsitzende des Narrenrats ist. Die Männer stünden nicht so gerne im Rampenlicht, und auch, dass sie tanzen müssen, hemme viele potenzielle Prinzen.

Ein Problem, dass sich in den Griff bringen lässt, weiß Nico Hinterburger. Obwohl er bis dahin nicht tanzen konnte, begleitete der 26-Jährige im vergangenen Jahr die Kirchheimer Narren als Prinz durch die fünfte Jahreszeit. Die Entscheidung hat er nicht bereut: „Es war wirklich die schönste Zeit meines Lebens.“

Der Immobilienmakler hatte sich bereits in der Faschingssaison vor seiner eigenen Regentschaft um das Prinzenamt beworben. Ein übliches Prozedere, doch aufgrund der Personalscharade innerhalb des Vereins blieb Neu-Präsident Toni Hauck weniger Zeit, um nach Kandidaten zu suchen.

Wer genommen wird, der braucht vor allem Zeit: „Zwischen 40 und 50 Auftritte müssen die Regenten pro Saison abarbeiten“, sagt Bernhard Schweissgut vom Unterschleißheim-Lohhofer „Faschingsclub Weiß-Blau“ (UFC). „Dafür gibt’s Lob, Prosecco und Blasenpflaster“, scherzt er. Probleme, Paare zu finden habe der UFC aber nicht, denn sie stammen meist aus dem eigenen Verein. Doch sogar in den eigenen Reihen hat Toni Hauck keine Faschingsoberhäupter gefunden. Rund 300 Mitglieder hat die „Kirnarra“ insgesamt, 120 davon würden das Paar gerne begleiten. „Am Alter soll’s übrigens nicht scheitern“, sagt der 52-Jährige. Auch aus seiner Altersklasse habe man schon Prinzen und Prinzessinen gehabt. „Nur einen Walzer sollten sie tanzen können.“ Ob er selbst im Notfall den Prinzen machen könnte? „Präsident und Prinz in einem, würde nicht hinhauen“, winkt Hauck ab, „da müsste ich mich dann selbst krönen und das geht nun wirklich nicht.“ Korbinian Bauer

Wer Interesse hat

an einer Regentschaft in Kirchheim, wendet sich an Toni Hauck, per Mail an toni.hauck@kirnarra.de. Informationen über den Kirchheimer Verein gibt es unter www.kirnarra.de.

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