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Im Kirchheimer Gemeinderat könnten künftig vermehrt jüngere Mitglieder sitzen.

Die SPD beantragt zudem einen Jugendbürgermeister

Polit-Nachwuchs will eigene Themen platzieren - und tritt selbst zur Wahl an

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Die Jugend will künftig mehr mitbestimmen. Sie fühlt sich „vom Gemeinderat nicht vertreten“. Bei der Kommunalwahl 2020 will der Polit-Nachwuchs mit einer eigenen Liste antreten.

Kirchheim – Der politische Nachwuchs geht in Kirchheim fortan eigene Wege. Mitglieder der Jungen Union und parteilose Mitstreiter wollen bei der bei der Kommunalwahl 2020 als „Generation Zukunft“ mit einer eigenen Liste antreten.

„Das aktuelle Durchschnittsalter im Kirchheimer Gemeinderat liegt bei fast 56 Jahren“, erklärt Michael Dirl (23), der Vorsitzende der Jungen Union in Kirchheim. Nur Bürgermeister Maximilian Böltl und Andreas Haas (beide CSU) sowie Marcel Proffert von der LWK sind um die 30 Jahre alt, der Rest viel älter. „Wir, die junge Generation, fühlen uns von diesem Gemeinderat nicht vertreten“, betont Dirl. Ein Umstand, der ihn und Bekannte schon seit langem ärgere. Die Konsequenz: Bei der Kommunalwahl wollen Dirl und Co. mit einer eigenen Liste ins Rennen gehen.

Kommunalwahl 2002 in Kirchheim: Diese drei Themen will die „Generation Zukunft“ beackern

Themen, die die „Generation Zukunft“, wie sich der Zusammenschluss nennt, angehen will, hat der politische Nachwuchs bereits ausgemacht. „An erster Stelle“, erläutert Dirl, stehe bezahlbares Wohnen für junge Leute, beispielsweise durch junge Wohngemeinschaften. „So etwas taucht im Plan für das Ortsentwicklungskonzept Kirchheim 2030 gar nicht auf“, kritisiert der JU-Ortschef. Zweiter wichtiger Punkt: die bezahlbare, öffentliche Mobilität. „Hier fordern wir das Ein-Euro-Ticket für den gesamten MVV für alle Auszubildenden.“ Der dritte wichtige Aspekt ist das Thema Natur. Landwirte im Ort müssen für die Region gute Lebensmittel produzieren können, das Leben in Kirchheim müsse sauber und lebenswert blieben.

Weil sie diese Themen bei keiner anderen Partei finden, auch nicht bei der CSU, haben 15 junge Männer und neun junge Frauen zwischen 18 und 31 Jahren die „Generation Zukunft“ mit ihre eigenen Liste für die Kommunalwahl gebildet. „Wir sind zwar aus rechtlichen Gründen ein Teil der JU, aber 17 unserer 24 Listenkandidaten haben gar kein Parteibuch und viele stehen der CSU recht kritisch gegenüber“, sagt Dirl. „Wir sind also ganz bestimmt kein Anhängsel oder eine Scheinorganisation der CSU.“

„Bei uns sind kommunalpolitisch alle auf einer Wellenlänge“

Der Nachwuchs will sich einbringen. Die gedankliche Basis der Generation Zukunft ist ähnlich dem SPD-Antrag nach einem Jugendparlament: Mehr Partizipationsmöglichkeit für die Jugend. „Bei uns sind kommunalpolitisch alle auf einer Wellenlänge. Es geht nicht um Parteien, sondern darum, dass wir gemeinsam unseren Ort weiterbringen wollen“, sagt Dirl.

Noch fehlen ihnen 180 Unterschriften, dass sie überhaupt zur Wahl zugelassen werden. Laut Dirl unterstützen CSU-Fraktionsvorsitzender Frank Holz wie auch Bürgermeister Maximilian Böltl ihre Initiative. „Die sehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als neuen Schwung im Ort.“ Energisch betont Dirl, dass sie keinerlei Geld von der CSU erhalten, „das ist gesetzlich streng verboten. Wir müssen das also komplett selber finanzieren und werden dafür ein paar Events und Parties veranstalten.“

Daher wisse man noch nicht im Detail, was man im Wahlkampf machen werde, das Programm ist auch noch nicht fertig. „Jetzt sammeln wir erst die fehlenden Stimmen“, sagt Dirl, „dann kommt der Wahlkampf.“

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SPD beantragt Jugendbürgermeister

Die SPD beantragt für Kirchheim ein eigenes Jugendparlament samt Jugendbürgermeister ab 2021. Die Fraktion ist der Überzeugung, dass die Jugend nicht ausreichend repräsentiert wird. Vorbild für den Nachwuchs-Rathauschef ist ein ähnliches Modell in Ungarn, von dem SPD-Gemeinderätin Tanja Heidacher (51), in einem Fernsehbeitrag erfuhr. „Die Beteiligung an den Klima-Demos zeigt doch ganz klar, dass sich unsere Jugend beteiligen und einmischen will. Aber eben nicht in den etablierten Parteien, die sind für sie völlig uninteressant“, sagte Heidacher fest. 

Die Jugendvertretung soll ein regelmäßiges Antrags- und Rederecht im Gemeinderat erhalten, ebenso einen Sitz mit Stimmrecht. Der Start soll am 1. Januar 2021 sein. Wählen dürfen den Jugendbürgermeister demnach Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren. Heidacher bemängelt, dass es zwar einmal im Jahr eine Jugendbürgerversammlung gebe, deren Ergebnisse auch im Gemeinderat vorgestellt werden. „Doch dort entscheiden dann wir alten Gemeinderäte, ob wir das Thema überhaupt zulassen – das ist total demotivierend und das muss sich ändern“, forderte Heidacher.

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