Teurer als geplant wird der Umbau der Kreuzung Staatsstraße 2082/Heimstettner Moosweg.
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Teurer als geplant wird der Umbau der Kreuzung Staatsstraße 2082/Heimstettner Moosweg.

Straße muss 70 Zentimeter tiefer gelegt werden

Kosten für „Kirchheimer Ei“ verdoppeln sich auf 7,6 Millionen

  • Bert Brosch
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Die Kosten des Umbaus der Kreuzung Staatsstraße 2082/Heimstettner Moosweg verdoppeln sich, doch der Freistaat übernimmt Dreiviertel der Ausgaben.

Kirchheim – Bei der Ausschreibung wurde der Umbau der Kreuzung Staatsstraße 2082/Heimstettner Moosweg mit 3,5 Millionen Euro kalkuliert. Nun präsentierte das beauftragte Ingenieur-Büro eine detailliertere Planung: Kreuzung, Fußgänger- und Radbrücke sowie Lärmschutz kosten nun bereits 7,6 Millionen Euro. Die Gemeinde muss davon ein Viertel bezahlen, der Rest kommt vom Freistaat.

Im Rahmen der Verkehrsplanung für Kirchheim 2030 und der Landesgartenschau 2024 wird der Umbau der Kreuzung als wichtiger Bestandteil des Verkehrskonzepts angesehen. Die Maßnahme setzt sich aus dem Umbau der Verkehrsanlage sowie der Errichtung einer Fuß- und Radwegbrücke in Nord-Süd-Richtung zusammen. „Wir haben im Jahr 2015 für den Umbau vom Bayerischen Bau-Ministerium eine Förderung in Höhe von 75 Prozent genehmigt bekommen. Diesen Fördertopf gibt es heute gar nicht mehr und den Anteil würden wir wohl auch nie mehr erreichen“, erläuterte Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU). Man habe beim Ministerium nachgefragt und die Bestätigung erhalten, dass der Freistaat drei Viertel der Kosten übernimmt.

Stahl- statt Betonbrücke

Diese Kosten erläuterten Vertreter des Münchner Ingenieur-Büros Vössing. Ausgehend von der Ausschreibung mit 3,5 Millionen Euro habe man die Leistungsfähigkeit der Kreuzung mit sämtlicher Möglichkeiten geprüft. Die Vorgabe der Gemeinde war eine separate Brücke für Fußgänger und Radfahrer, keine Unterführung. Zudem war klar, dass die Kreuzung nicht nach Südwesten verschoben werden kann, weil hier kein Grunderwerb möglich ist. Im Detail muss die Straße und die komplette Kreuzung um 70 Zentimeter tiefer gelegt werden, was zu einem erheblichen Bodenaushub führt. Zum anderen müssen die im Kreuzungsbereich verlaufenden Fernwärme- und Wasserleitungen tiefer gelegt werden. Notwendig ist eine neue Stützwand gegen den Lärmschutzwallall nördlich der Staatsstraße. Außerdem wird die Brücke deutlich länger als geplant. Das Ingenieur-Büro hat sich gegen eine Betonbrücke mit Stützpfeilern und für eine teurere filigrane Stahlbrücke entschieden. So ergeben sich Baukosten von 6,8 Millionen Euro und Baunebenkosten für die Planung von rund 811.000 Euro.

„Wir haben den Umbau der Kreuzung bestellt, jetzt haben wir die Pläne mit einem Preisschild dran. Dass es so viel teurer wird als kalkuliert ist nicht schön, aber eben die Realität. Doch wie gesagt müssen wir davon nur 25 Prozent bezahlen, das sind 1,9 Millionen Euro abzüglich 300.000 Euro für den Grund“, sagte Böltl. Marcel Proffert (VFW) bemerkte, dass die Gesamtsumme von 7,6 Millionen Euro der Steuerzahler aufbringen müsse, „wurden denn Alternativen geprüft, etwa eine Unterführung statt einer Brücke?“ Böltl entgegnete, dass heute keine Unterführungen mehr gebaut würden, diese auch teurer als Brücken seien. „Wir wollen am Ortseingang doch eine schöne Brücke haben, keine aus Beton.“ Böltl ergänzte, dass man im Zuge des Brückenbaus über die Kreuzung noch Radwege zur Anbindung bauen müsse, denn die gebe es heute noch nicht. Einstimmig billigte der Gemeinderat die Planung samt Kostenberechnung.

Mächtig Ärger hat eine Flugblatt-Aktion der Grünen und VFW in Kirchheim ausgelöst. Sie hatten die Mieter zweier Wohnblöcke über den Abriss der Häuser verunsichert.

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