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Die Sprayer von Kirchheim: Die Schüler vor der Lärmschutzwand. Vorne knien Nanette Nusselt, die Leiterin des P-Seminar „Street-Art“, und Bürgermeister Maximilian Böltl.

Graffiti

Kunst statt Schmierereien am S-Bahnhof Heimstetten

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Kirchheim - Auf 70 Metern bunte Graffiti am S-Bahnhof Heimstetten: Ein Bierkrug, ein surfender Mönch, die Alpen und der Heimstettener See kommen heraus, wenn 18 Jugendliche eine Fläche zum Sprayen bekommen. Dass Sprayen Kunst ist, beweisen sie im P-Seminar „Street-Art“ des Gymnasiums Kirchheim.

Fünf Tage haben die Schüler von morgens bis spät in die Nacht am S-Bahnhof geschuftet, mit vier Overhead-Projektoren die per Bleistift auf A4-Blätter vorgezeichneten Bilder auf die Schallschutzmauer projeziert. Das hat nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die Bahnpolizei angezogen. „Aber die waren auch nur neugierig“, sagt Nanette Nusselt, die Leiterin des Seminars. „Die Genehmigung von der Deutschen Bahn lag vor“ bestätigt Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU). In Heimstetten ist Streetart entstanden, Kunst, keine Schmierereien.

Polizei schaut auch vorbei

Je zwei Schüler waren für bis zu sieben Meter Mauerlänge zuständig. „Graffiti sprühen heißt, sich vom Hinter- zum Vordergrund vorzuarbeiten“, sagt Nanette Nusselt. Im Unterricht haben die Schüler erfahren, dass ein großer Unterschied zwischen Sprühose und Pinsel besteht, auch, dass man sich vor den Dämpfen mit Anzug und Maske schützen muss.

Unterstützung von Künstler Thomas Man

Der Anspruch war, nicht nur Farbe auf die Wand zu bringen, es sollte schon nach etwas ausschauen und auch einen regionalen Bezug zu Kirchheim haben. Deshalb haben die Schüler auch vorher geübt. An einer Garagenwand in Englschalking haben sie genau vor einem Jahr zu Halloween Motive und Schriften ausprobiert und auch die Turnhallenaußenwand gestaltet. Unterstützt wurden sie dabei von Graffiti-Künstler Thomas Man, der die Nachwuchs-Sprayer vor argen Schnitzern bewahrt hat. „Sprühen muss man lernen“, sagt Nanette Nusselt. „Ich habe nur mit Schablonen gesprüht, mehr nicht.“

Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten, erste Anfragen zum Besprühen von Garagenwänden wurden an die Schüler schon herangetragen. Mehr Kunst im öffentlichen Raum, dem ist auch Bürgermeiste Böltl nicht abgeneigt.

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