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Die Landesgartenschau möchte Kirchheim haben.

Gemeinderat sagt Ja

Landesgartenschau: Kirchheim geht ins Rennen

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Kirchheim sagt Ja zur Landesgartenschau: Die Gemeinde will das Großevent 2024, 2025 oder 2026 haben. Die Konkurrenz lauert gleich um die Ecke.

Kirchheim –  Kirchheim bewirbt sich um die Landesgartenschau. Das haben die Gemeinderäte beschlossen. Als „absoluten Glücksfall“ und „große Sensation für den Wirtschaftsstandort“ bezeichnen die Befürworter die Bewerbung um die Landesgartenschau. Als „weiteres Großprojekt mit unkalkulierbarem Risiko“ mit „monatelanger Demarkationslinie quer durch den Ort“ empfinden sie die Gegner.

Die Euphorie war Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) anzumerken. Mitte November 2017 hatte er nach einem positiven Votum in einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung das Interesse Kirchheims bekundet. Am 21. Dezember war eine Abordnung der Bayerischen Landesgartenschau GmbH im Ort, sah sich das geplante Gelände an, am 16. Februar wurde man für die Bewerbung zugelassen. „Ich sehe das als historische Chance für Kirchheim, die wir uns nicht entgehen lassen sollten“, sagte Böltl.

Veranstaltung auf 100.000 Quadratmetern

Auf gut 100 000 Quadratmetern, in einem durchschnittlich 80 Meter breiten Grünstreifen von der Staatsstraße 2082 bis hinunter zum Veilchenweg, soll die Landesgartenschau stattfinden. Im Norden sind Parkplätze und die Schauflächen vorgesehen, die nach der Veranstaltung wieder abgebaut werden, dieser Teil soll auch umzäunt werden. „Wir bauen den Park sowieso, der wird 11,4 Millionen Euro kosten, wovon die Gemeinde 5,4 Millionen bezahlen muss. Wenn wir den Zuschlag erhalten, dann könnten wir davon bis zu 3,6 Millionen Euro als Fördermittel erhalten“, sagte Böltl. Zudem würde der Park auf einen Rutsch gebaut und nicht – wie bisher geplant – in Etappen. Das würde die Qualität der Bepflanzung und Optik deutlich erhöhen. „Wenn wir sie erhalten, egal ob 2024, 2025 oder 2026, dann sind das Rathaus, das Gymnasium, die gesamte Wohnbebauung entlang des Parks fertig“, versprach Böltl. Während der Landesgartenschau fänden keine Bauarbeiten statt.

Dauer, Preise und Details noch zu klären

Details wie Dauer, Eintrittspreise, Besucher oder wo welche Fläche hinkommt, wird   erarbeitet und dem Gemeinderat im Juni zur Abstimmung vorgelegt. Für das Konzept entstehen Planungskosten von 31.377 Euro.

Für Gemeinderat Thomas Etterer (SPD) passt die Landesgartenschau „ideal in die Reihe der Großprojekte mit unkalkulierbarem finanziellen Risiko. Bisher waren fast alle stark defizitär – von mir gibt es daher ein klares Nein!“

Das sieht auch Wolfgang Heinz-Fischer (VFW) so. Er geht davon aus, dass die Investoren erst zahlen, wenn alles fertig ist, daher trage die Gemeinde das finanzielle Risiko allein. 

Stephan Keck (SPD) sagte: „Der Park wird um 30 Prozent besser, wenn wir die Landesgartenschau haben, der Ort wird davon profitieren, die Firmen werden heiß sein, sich daran zu beteiligen. Von mir daher ein klares Ja.“

Konkurrenz direkt um die Ecke

Es wird ein spannendes Rennen. Denn im Großraum München ist die Kommune nicht allein. So bewirbt sich auch die Stadt Dorfen im Landkreis Erding um das Projekt und zwar genau in dem Zeitraum, der auch für Kirchheim relevant ist: in den Jahren 2024 bis 2026. Auch in Dorfen wird die Landesgartenschau als „große Chance“ gesehen. Die Entscheidung im Stadtrat fiel einstimmig. Ebenfalls mit im Pool der Bewerber ist die Große Kreisstadt Erding selbst. Für 2018 mit der Bewerbung noch gescheitert, wollen es die Erdinger erneut versuchen – für das Jahr 2028. Gegen die Bewerbung haben sich im Erdinger Stadtrat die Freien Wähler ausgesprochen. Außerhalb des Großraum Münchens ist für 2024 bis 2026 auch Weilheim interessiert. Insgesamt meldet das Umweltministerium für diesen Zeitraum 18 Bewerber.

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