Lawinenabgänge in den Chiemgauer Alpen - verschüttete Personen vermutet

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Radtour durch die Felder: Christian Dirl (2.v.l.) und Franz Sepp junior (im Vordergrund) beantworten die Fragen der Bürger direkt vor Ort.

Landwirtschaftstag in Kirchheim

Bauern kämpfen ums Image

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Kirchheims 20 Landwirte haben alles gegeben: Beim Landwirtschaftstag  haben sie informiert, aufgeklärt und kritische Fragen beantwortet - und harsche Kritik an der Gemeinde geübt.

Kirchheim – Die deutschen Landwirte kämpfen um ihr Image und ums Überleben. 20 gibt es noch in Kirchheim und Heimstetten (siehe Kasten). Sie haben den Kampf aufgenommen und beim „Tag der Landwirtschaft“ für ihren Beruf geworben, Informationen aus erster Hand verteilt und sich vielen kritischen Fragen gestellt – und harsche Kritik an der Gemeinde geübt. Leider war das Interesse der Kirchheimer recht gering.

Kreisbäuerin Sonja Dirl und die beiden Bauernverbands-Ortsvorsitzenden Franz Glasl junior (Heimstetten) und Franz Fuchs (Kirchheim) begrüßten die Gäste mit großen Informationstafeln und einer Ausstellung vieler verschiedener Landwirtschaftsfahrzeuge und -geräte. Die beiden studierten Jungbauern Christian Dirl (26) und Franz Sepp junior (24) zeigten Gruppen bei einer Radtour die Getreide- und Kartoffel-Felder, alle mit viel zu wenigen und zu kleinen Körnern wegen der langen Trockenheit, und beantworteten unzählige Fragen. Ebenso wie Franz Glasl senior, Franz Sepp senior und Josef Dirl, die keiner kritischen Frage auswichen.

Mit Bürgern klappt’s, mit Gemeinde nicht

„Uns geht es heute darum, dass die Bürger mehr Verständnis für uns Landwirte aufbringen“, sagte Kreisbäuerin Dirl. Fuchs ergänzte: „Immer mehr Menschen zieht es zur Erholung hinaus ins Moos in Richtung Speichersee. Das ist vollkommen in Ordnung – doch sie alle benutzen die Wege, auf denen wir mit unseren schweren Maschinen auf unsere Felder kommen müssen. Da erwarte ich einfach mehr Verständnis für uns.“ Im Prinzip sei das Verhältnis zu den Bürgern ganz gut, meinte Glasl junior. Auch wenn er sogar auf dem Feld auf brisante Themen angesprochen werde.

Im Gegensatz dazu sei das Verhältnis zur Gemeinde weniger gut. „Da wird Sozialgerechte Bodennutzung für das gesamte Gemeindegebiet beschlossen und keiner von uns verkauft mehr einen Quadratmeter als Bauland. Da bleibt ja nichts mehr übrig“, ärgert sich Fuchs. „Wenn wir als Ausgleich dafür Ackerland kaufen oder pachten wollen, gibt es keines in der Umgebung“, ergänzte Dirl.

Glyphosat gegen Unkraut wichtig

Sepp senior schimpfte über das Glyphosat-Verbot auf gemeindlichen Ackerflächen. „Das sitzen so viele Laien im Gemeinderat und beschließen das einfach – das ist eine absolute Frechheit.“ Das Mittel gebe es seit den 60er Jahren, es nutze allen Landwirten gegen Unkraut und es gebe keine Studie, die beweise, dass es wirklich gesundheitsschädlich sei.

Sein Sohn Franz Sepp junior betonte: „Diese Äcker sind unsere riesigen Werkstätten unter freiem Himmel. Keiner kann uns sagen, wann es regnet.“ Er versprach fest: „Wir Landwirte sind alle sehr darum bemüht, gesunde Lebensmittel zu erzeugen und die Böden und das Wasser auch für unsere Nachkommen möglichst gut zu hinterlassen.“

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