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Roland Nicolai dirigiert den Chor von St. Andreas Kirchheim in der Kirche St. Peter Heimstetten.

Kirchheim vokal

Lange Nacht der Chöre in St. Peter Heimstetten

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Kirchheim - Sechs Chöre mit rund 200 Sängerinnen und Sänger gibt es in der Gemeinde Kirchheim. Sie alle hatten ihren großen Auftritt bei der „Langen Nacht der Chöre“ in St. Peter Heimstetten.

Kirchheims Kulturreferentin Katharina Ruf hob die besondere Bedeutung des Musikabends hervor: „Diese Veranstaltung heute, die dritte in der Reihe ,Kirchheim vokal’, ist der eigentliche Grund, warum es die Reihe gibt. Denn in einer Gemeinde unserer Größenordnung ist es schon beachtlich, dass wir sechs aktive Chöre mit fast 200 Sängern haben.“ Kirchheim hat rund 13 000 Einwohner.

Kirchenchor St. Andreas und Gospelchor

Die Kirche St. Peter eignete sich aufgrund ihrer sehr guten Akustik hervorragend für den Konzertabend. Und da alle Chöre den Darbietungen der anderen Ensembles lauschten, waren auch alle Plätze besetzt. Für die fachkundig Moderation sorgte Katharina Ruf.Sie ist studierten Musikwissenschaftlerin und selbst begeisterte Sängerin. 

Den Auftakt machte der Kirchenchor St. Andreas Kirchheim, der unter der Leitung von Roland Nicolai gemeinsam mit dem Gospelchor auftrat. Zwölf Männer und 22 Frauen sangen ein ziemlich junges Werk: „Vater unser Messe“ aus dem Jahr 2008 von Lorenz Maierhofer. Ein melodiöses und harmonisches Stück Kirchenmusik. In einem wirklich ausdrucksstarken Chor stach Solistin Birgit Walter mit ihrer glockenklaren Stimme heraus. 

Männergesangverein Heimstetten

Es folgte der Chor des Männergesangvereins Heimstetten. Die 22 Männer in ihren hellbraunen Lodenjacken wurden von Fritz Ernstberger geführt. Der Chor, den es seit 1954 gibt, sang Lieder aus der weltlichen Ecke, alte und zum Teil altbekannte Volkslieder; überzeugend dargebotene Melodien, die zu Herzen gehen, vom Sonnenaufgang, über schmerzvolle Abschiede bis hin zum Abendlied. 

Chor der Cantate-Kirche

Ein deutlicher Stilwechsel folgte mit dem Chor der Cantate-Kirche unter der Leitung von Gerhard Jacobs. Zunächst „Three Nonsense Songs“ mit zum Teil lautmalerischen Fragmenten, anschließend die „Fuge aus der Geographie“ von Ernst Toch, geschrieben 1930. Wie bei einer Fuge üblich, wandert ein Thema durch die Stimmen. Dieses wurde als Besonderheit aber nicht gesungen, sondern gesprochen. Geographische Begriffe und deren Rhythmus wurden übernommen oder verfremdet: Ratibor, Mississippi, Honolulu und der See Titicaca; der Popocatépetl liegt nicht in Kanada, sondern in Mexiko, Mexiko, Mexiko. Überzeugend vorgetragen von Tenor, Alt, Sopran und zuletzt Bass. Die musikalische Wirkung beruht auf rhythmischen Gegensätzen und dem kontrastierenden Klang der Sprechlaute. Sehr neu und ungewohnt für viele. 

„Cantus ad libitum“

Nach der Pause ging es weiter mit dem Kammerchor „Cantus ad libitum“ unter Thomas Thürer, der den Altersschnitt der Künstler drastisch absenkte. Die acht Stücke des Gymnasiums-Chors stammten aus dem letzten Jahrhundert, bei „Sunny“, „I got rhythm” oder „Go tell it on the mountain“ konnte fast jeder mitsummen, wenn nicht sogar leise mitsingen. Ein flotter, frecher Chor mit toller Ausstrahlung. 

Oratorienchor Heimstetten

Der musikalische Abschluss des Abends gehörte dann wieder geistlichen Stücken, vorgetragen vom Gastgeber in St.Peter, dem Oratorienchor Heimstetten, geleitet von Christine Gampl. Auf vier englischsprachige Gospels folgte das Stück „O lux beatissima“. Zwei wunderschöne Abend- und Gute-Nacht-Lieder bildeten das vorläufige Ende der langen Chor-Nacht – es folgte ein fast frenetischer Applaus, der allen Chören galt. Als erhebendes Finale schließlich das gemeinsame „Kein schöner Land“ sowie der irische Segenswunsch „An Irish blessing“. Für alle unglaublich bewegend, da flossen Tränen.

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