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Hobby-Köchin verrät ihr Lieblings-Sommergericht - „Super zum Grillen für heiße Tage“

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Von: Laura Forster

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Fast alle Zutaten von Sonja Dirls Sommergerichts stammen aus dem eigenen Garten oder vom Feld ihres Hofes. „Mir ist eine saisonale und regionale Küche sehr wichtig“, sagt die Kreisbäuerin.
Fast alle Zutaten von Sonja Dirls Sommergerichts stammen aus dem eigenen Garten oder vom Feld ihres Hofes. „Mir ist eine saisonale und regionale Küche sehr wichtig“, sagt die Kreisbäuerin. © Dieter Michalek

Lust auf neue Sommerrezept-Ideen? Gastronomen und Hobbyköche haben uns mit in ihre Küche genommen. Zum Auftakt zaubert Kreisbäuerin Sonja Dirl aus Heimstetten ein Gericht.

Heimstetten – Sonja Dirl nimmt sich eine Plastikschüssel aus dem Küchenschrank, klemmt sie sich unter den Arm, öffnet die Haustüre und geht die drei Meter zu ihrem eigenen Hofladen. Dort bleibt sie vor dem halben Duzend blauen Kisten stehen und greift gezielt nach Tomaten, Zucchini, Paprika, Zwiebeln und zwei Maiskolben. „Ich habe den Luxus und kann für viele meiner täglichen Gerichte im Sommer auf unser selbst angebautes Gemüse zurückgreifen. Mir ist eine saisonale und regionale Küche sehr wichtig“, sagt die Kreisbäuerin.

Kartoffeln, Tomaten, Mais und Paprika sind die Grundzutaten.
Kartoffeln, Tomaten, Mais und Paprika sind die Grundzutaten. © Dieter Michalek

Leichte Sommer-Rezepte: Überbackener Zuchini mit Gemüse-Schmand-Pfanne

Ihre Familie bewirtschaftet selbst 45 Hektar Land, derzeit ist sie mit der Kartoffelernte stark eingespannt. Viel Zeit zum Kochen bleibt ihr nicht, deshalb muss es im Sommer oft schnell gehen. „Ich bin ein Freund der leichten Küche. Dieses Rezept mache ich schon seit Jahren und es wird immer gerne gegessen“, sagt Dirl. Mengenangaben kann sie keine geben – „Ich mache das alles Pi mal Daumen, nach einer gewissen Zeit hat man das im Gefühl“, sagt die 54-Jährige während sie das Gemüse auf dem Tisch in ihrer Küche ausbreitet.

In feine Würfel geschnitten, kommt das Gemüse in eine Pfanne.
In feine Würfel geschnitten, kommt das Gemüse in eine Pfanne. © Dieter Michalek

Das Rezept: Überbackene Zucchini mit Gemüse-Schmand-Pfanne

Zutaten: Zucchini, Paprika, Tomaten, Mais, Zwiebeln, Kartoffeln, Schmand, Emmentaler, Kräuter, Salz und Pfeffer, Brühe

•Gemüse waschen und bis auf eine Zucchini in kleine Viertel schneiden. Rapsöl in eine Pfanne geben, Gemüse hinzufügen und anbraten. Etwas Brühe einrühren.

• Restliche Zucchini in Scheiben schneiden, Salz drüber streuen und kurz stehen lassen bis sich Wassertropfen auf der Oberfläche bilden. Diese mit einem Küchentuch abtupfen und Zucchinischeiben in einer separaten Pfanne anbraten. Einmal wenden und Emmentaler auf die Zucchini legen. Mit Kräutern abschmecken.

• Sobald die Kartoffeln gar sind, Schmand und Kräuter, Salz, Pfeffer hinzufügen und servieren.

Dirl setzt das Messer an der äußersten Schicht einer Zwiebel an und reißt sie mit einer geschickten Handbewegung ab. Danach schnippelt sie die Knolle in kleine Würfel – genauso wie Paprika, Kartoffeln und Tomaten. „Ich nehme immer Eiertomaten zum Kochen. Die sind weniger wässrig. Dieses Rezept mache ich schon seit Jahren und es wird immer gerne gegessen.“ Danach verarbeitet sie die Zucchini zu kleinen Stücken. „Das ist ein Gemüse, das man gut zuhause anbauen kann. Eine Pflanze pro Familie reicht jedoch, sonst hat man viel zu viel und es kommt einem zu den Ohren raus.“

Feste Essenszeiten gibt es im Sommer nicht

Vor allem im Sommer wird Flexibilität bei den Dirls groß geschrieben. Feste Essenszeiten können oft nicht eingehalten werden – und selbst wenn Sonja Dirl nicht mit auf dem Feld ist, bleibt ihr zum Kochen oft wenig Zeit. „Meist bekomme ich einen Anruf von meinen Männern, dass sie in einer halben Stunde mit der Arbeit fertig sind. Dann muss es zackig gehen“, sagt die Heimstettnerin und schiebt das Gemüse mit dem Messer vom Brett in eine heiße Pfanne.

Gewürzt wird das Pfannengemüse mit einer selbstgemachten Brühe.
Gewürzt wird das Pfannengemüse mit einer selbstgemachten Brühe. © Dieter Michalek

Dass Dirl das Essen am rustikalen Küchentisch aus Holz vorbereitet, ist selten. „Mich an den Tisch zu setzen und alles vorzubereiten, dafür fehlt oft die Zeit, obwohl wir das in der Hauswirtschaftsschule damals so gelernt haben.“ Nach ihrer Lehre als Bürokauffrau lernte die gebürtige Haarerin ihren Mann Josef kennen und absolvierte während der sogenannten Winterschule noch einmal eine Ausbildung bei der sie alles über die ländliche Hauswirtschaft lernte.

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Leichte Sommergerichte: Sich selbst versorgen zu können - ein Luxus

Obwohl Dirl nicht aus einer Bauernfamilie kommt, kann sie sich heute kein anderes Leben mehr vorstellen. Sich selbst versorgen zu können – das ist für die Kreisbäuerin Luxus. In einer Küchenschublade neben dem Herd hat sie fein säuberlich all ihre Kräuter und Gewürze aufgereiht – der Großteil davon stammt aus dem eigenen Garten. „Ich mache sogar Brühe selbst“, sagt Dirl und träufelt einen Löffel des grünen Pulvers über die Pfanne mit dem Gemüse, während sie auf dem Kochfeld neben dran Zucchinischeiben brät.

Die Zucchinischeiben brät Sonja Dirl an und würzt sie.
Die Zucchinischeiben brät Sonja Dirl an und würzt sie. © Dieter Michalek

Ein besonderes Schmankerl für das Sommergericht von Sonja Dirl: der Zuckermais. „Wir waren vor 40 Jahren der erste Hof im Landkreis, der Zuckermais angebaut hat. Mein Mann hat ihn aus Kanada mitgebracht.“ Mittlerweile kommen Kunden bis aus Holzkirchen nach Heimstetten für das süße Gemüse. „Es ist ein Klassiker im Sommer, der super leicht im Dampfgarer funktioniert, aber auch in eine Gemüsepfanne geschnippelt werden kann.“

Am Ende werden die Scheiben mit Emmentaler belegt.
Am Ende werden die Scheiben mit Emmentaler belegt. © Dieter Michalek

Super zum Grillen und für heiße Tage

Mit einer Brotschneidemaschine hobelt die Kreisbäuerin dünne Scheiben Emmentaler von einem Laib Käse ab und legt sie auf die Zucchinischeiben. Die Gemüsepfanne mit Zuckermais verfeinert Dirl mit einem Becher Schmand. „Kein Muss, aber ich mag es so sehr gerne. Beide Gerichte kann man super zum Grillen servieren und eignen sich für heiße Tage.“

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