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Den Umweltschutz vor der Haustür anpacken – das war das Ziel von (v.l.) Lena Merlich und Ceren Yilmaz aus Kirchheim. Gemeinsam haben sie daher ein „Ramadama“ organisiert. Ein Engagement, für das sie jetzt eine Auszeichnung bekommen haben.

Ehrenamtspreise 

Lena und Ceren – Zwei Umweltfreundinnen aus Kirchheim

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Kirchheim - Zwei Grundschülerinnen aus Kirchheim haben die Ehrennadel „Umweltschutz“ des Landkreises erhalten. Für eine besondere Aktion.

Lena Merlich und Ceren Yilmaz, hatten in Windeseile einen „Ramadama“-Nachmittag organisiert.

Zwölf Landkreisbürger zeichnete Landrat Christoph Göbel (CSU) für Verdienste in den Bereichen „Umwelt- und Naturschutz“ und „kommunale Selbstverwaltung“ aus. Zu den Preisträgern zählt ein Unternehmen aus Grasbrunn. Die „Zefa-Laborservice GmbH“ hatte sich am Umweltpakt Bayern beteiligt. Ganz besonders aber ragten die beiden Mädchen unter den Preisträgern heraus, die Landrat Christoph Göbel (CSU) allesamt zu einem Gala-Dinner einlud. Aus dem Stehgreif hatten Lena Merlich und Ceren Yilmaz im vergangenen Frühjahr Freunde und Nachbarn zum „Ramadama“ um sich geschart, um ihre Wohngegend von Unrat zu reinigen. Zur Preisverleihung im Festsaal des Münchner Landratsamt waren die Freundinnen in Begleitung ihrer Eltern gekommen.

Umweltprojekt im Unterricht

Petra Merlich (42), die Mutter von Lena, erinnert sich gut an den Tag, an dem ihre Tochter voller Elan von der Schule heimkehrte. Inspiriert von einem Umweltprojekt im Unterricht, entschlossen sich Lena und ihre Freundin Ceren, selbst etwas zu tun. „Die beiden waren Feuer und Flamme“, erinnert sich Petra Merlich. Die beiden Mädchen kennen sich seit der ersten Klasse, besuchten im Frühjahr die Klasse 4b der Grundschule an der Martin-Luther-Straße in Kirchheim. Das im Unterricht angesprochene Müll-Problem wollten die Freundinnen am besten vor der eigenen Haustür anpacken. Gemeinsam arbeiteten sie einen Plan aus. „Wir haben Fotos von der Natur gemacht, dazu Fotos mit Müll“, erzählt Lena. Daheim entwarfen sie am Computer Handzettel und Briefe, die sie in der Nachbarschaft verteilten. „Wir sind dann in die Schule und haben unserer Klasse erklärt, was wir vorhaben.“ Die Hälfte der Klassenkameraden schloss sich an, dazu einige Erwachsene.

Bauhof stellt die Ausrüstung

Unter der Anleitung der beiden Mädchen starteten die Helfer im März das „Ramadama“. Der Kirchheimer Bauhof stellte Müllbeutel und Greifzangen zur Verfügung. Im Umkreis von einem Kilometer um ihre Straße sammelten die Kinder auf, was ihnen aufsammelnswert schien.

Die gute Tat sprach sich bis ins Rathaus herum. Lena und Ceren wissen noch genau, wie ihnen zumute war, als Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) sie zu einem Gespräch empfing: „Ich war ganz schön aufgeregt“, sagt Lena. Die Aufregung verflog, als der Bürgermeister ihnen dankte und ihnen ein Buch zum Thema Umwelt überreichte. „Er hat ganz toll gefunden, was wir gemacht haben.“ Die beiden Mädchen haben mittlerweile auf eien weiterführende Schulen gewechselt. Ceren geht aufs Gymnasium. Lena besucht die Realschule. Freundinnen sind sie natürlich geblieben.

Lob vom Landrat

Das Engagement der beiden Mädchen, freute Landrat Göbel ganz besonders, lässt ihn auf die Zukunft hoffen. Die Aufgaben würden nicht leichter, sagte Göbel angesichts zunehmender Erderwärmung. Die beiden stünden für die Hoffnung, das kommende Generationen klüger umgehen mit dem Erbe, das sie selbst irgendwann halbwegs intakt an ihre Nachkommen weiterzureichen verpflichtet seien.

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