Dieses Grundstück an der an der der Martin-Luther-Straße in Kirchheim soll bebaut werden.
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Spiel und Spaß statt Brachland: Auf der hellen Kiesfläche wird das Haus für Kinder 2 gebaut. Obwohl die Häuser rundum drei und mehr Stockwerke haben, lehnte der Gemeinderat einen Antrag auf eine dritte Etage mit Wohnungen ab. Foto: bert brosch

Das zweite Haus für Kinder

Lockmittel im ersten Stock: Gemeinde baut Hort - mit Wohnungen fürs Personal

  • Bert Brosch
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Die Gemeinde Kirchheim baut ein zweites Haus für Kinder mit 200 Betreuungsplätzen. Im ersten Stock entstehen acht Wohnungen. Bestenfalls Köder fürs Personal.

Kirchheim – Das zweite Haus für Kinder in Kirchheim wird wie geplant mit 200 Plätzen in der Mittagsbetreuung und im Hort sowie 42 Plätzen in drei baulich getrennten Diagnose-Förderklassen gebaut. Oben drauf kommen acht Wohnungen für Gemeindemitarbeiter oder Personal der Einrichtung. Als Grobkosten für den Neubau an der der Martin-Luther-Straße rechnet die Gemeinde aktuell mit 14,8 Millionen Euro.

Im Juli 2018 beschloss der Gemeinderat das zweite Kinder-Haus, nun ging es darum, ob man durch den Verzicht auf die acht Wohneinheiten auf dem Dach Kosten sparen kann. Thomas Häringer von HSP Projektmanagement stellte zwei Varianten vor: Beide sehen 200 Kinder in Hort und Mittagsbetreuung sowie 42 Kinder in Diagnose-Förderklassen des Landkreises vor. In beiden Varianten führt ein „Hausschuhgang“ vom zweigeschossigen Bau hinüber zur benachbarten Grundschule. Die Variante mit den acht Wohnungen fürs Personal erfordert einen zusätzlichen Aufzug und kostet demnach grob kalkuliert 14,8 Millionen Euro, wovon 5,5 Millionen gefördert werden. Die Alternative wäre der Verzicht auf die Wohnungen, somit auch auf den Aufzug, dann würde das Haus 12,9 Millionen Euro kosten, Fördermittel: 4,8 Millionen Euro. Von den Kosten, führte Häringer weiter aus, entfallen 62 Prozent auf den Hort und 38 Prozent auf die Förderklassen. Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) ergänzte, dass die heutige Mittagsbetreuung Teil der Grundschule werde und die Gemeinde den neuen Hort und Mittagsbetreuung dringend benötige. „Die Diagnose-Förderklassen sind jetzt schon im Ort, eben nur verteilt, dann wären sie zusammen.“

„Müssen unbedingt die Wohnungen bauen“

Gerd Kleiber (FDP) hatte schnell im Kopf überschlagen und kam, abzüglich der Förderungen, auf 146 000 Euro pro Wohneinheit. „Angesichts der Wichtigkeit und hohen Förderung ist das eine recht geringe Differenz der Gesamtkosten für die Gemeinde, wenn wir die Wohnungen mitbauen.“ Auch Stephanie Jürgens (CSU) plädierte für den Bau mit Wohnungen, „angesichts der Arbeitsmarktlage würden wir uns sehr rasch unheimlich ärgern, wenn wir die Wohnungen nicht gebaut hätten.“ Ähnlich argumentierte Michaela Harlander (SPD): „Wir haben große Probleme, Personal zu finden, daher müssen wir das unbedingt mit Wohnungen bauen.“ Dem schloss sich auch der Gemeinderat einstimmig an. Die Idee von Christian Zenner (Grüne), das Dach mit einem Kräutergarten zu bepflanzen, wird mit in die Planung aufgenommen.

Mit 12:12 Stimmen hingegen abgelehnt wurde der Antrag von Berit Vogl (Grüne) für ein drittes Stockwerk auf einem Teil des Hauses, um den Flächenverbrauch auszunutzen. „Rund herum sind wesentlich höhere Häuser, das würde also gar nicht stören.“ Böltl entgegnete, dass vom Gesamtgrundstück nur 25 Prozent bebaut werde: „Das ist also sicher kein überproportionaler Flächenverbrauch.“

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