+
Hofft auf günstige Gemeindewohnungen: Kommandant Franz Fischer (l.) mit seinem Vize Christoph Aumiller.

Kommandant klagt

Mieten zu hoch für junge Feuerwehrleute

  • schließen

Kirchheims Feuerwehr-Kommandant Franz Fischer hat große Sorgen; Zwölf Kameraden haben die Wehr 2016 verlassen. „Die meisten, weil sie sich Kirchheim nicht mehr leisten können“, sagt der Kommandant.

Kirchheim Mit 105 Einsätzen war das abgelaufene Jahr 2016 ein normales für die Freiwillige Feuerwehr Kirchheim. „Das Jahr 2015 war mit den Stürmen auch außergewöhnlich“, sagt Kommandant Franz Fischer. Durch das Aufrücken einiger Jugend-Feuerwehrleute zu den Aktiven sind es aktuell 74 Männer und Frauen, die ständig für Einsätze zur Verfügung stehen, im Vorjahr waren es noch 83. „Einige schafften es aus beruflichen Gründen nicht mehr, zu den notwendigen, regelmäßigen Übungen zu kommen. Aber wir sind keine Einweg-Feuerwehr, wir wollen von den Einsätzen gut nach Hause kommen, dafür ist regelmäßiges Training nötig und auch vorgeschrieben. Wer das nicht kann oder will, der muss uns leider verlassen“, bedauert Fischer.

Kann die Gemeinde mit Wohnungen helfen?

Hinzu kamen junge Feuerwehrleute, die sich die hohen Kirchheimer Mieten nicht mehr leisten konnten und wegzogen. „Hier sollte die Gemeinde überlegen, ob sie neben günstigem Wohnraum für Kindergärtnerinnen auch welchen für unsere Kollegen schaffen kann“, sagte Franz Fischer.

Von den 105 Einsätzen waren 15 Brände, 13 Fehlalarme, sieben Sicherheitswachen und 60 technische Hilfeleistungen. 18 Alarmierungen kamen nachts zwischen 22 und 6 Uhr, 87 am Tag – dafür mussten im Schnitt neun Einsatzkräfte je Alarm ihren Arbeitsplatz verlassen. Insgesamt leisteten sie für die Einsätze 1322 Stunden. Hinzu kamen bei 127 Übungen, beispielsweise am Einsatzwagen, mit Atemschutz, Drehleiter oder am Defibrillator weitere 3250 Stunden sowie 4020 Stunden für Gruppenführerbesprechungen und Verwaltungstätigkeiten. „Gerne hätten wir noch viele Kollegen an den staatlichen Feuerwehrschulen ausbilden lassen, doch von 600 Anmeldungen in Bayern wurden 2016 nur 22 Prozent genehmigt.“ Da müsse der Freistaat unbedingt umdenken und mehr Geld zur Verfügung stellen.

Investitionen in die Sicherheit

Fischer bedankte sich bei der Gemeinde Kirchheim für die Unterstützung. „Wir wissen schon, dass unsere Forderungen nicht aus der Portokasse bezahlt werden können. Aber das sind ja immer Investitionen in die Sicherheit und für die Hilfe der gesamten Bevölkerung“, sagte Fischer unter kräftigem Applaus seiner Kameraden. Neu angeschafft wurden Rettungspuppen, Atemluftflaschen und Hebekissen sowie ein Masken-Trocknungsschrank. Nächster Wunsch ist ein neues Tanklöschfahrzeug, weil das aktuelle 26 Jahre alt ist.

Heuer feiert die Feuerwehr Kirchheim ihr 140-jähriges Bestehen. Fischer schloss mit den Worten: „Wir werden auch weiterhin alles dafür tun, dass die Bevölkerung sicher ist. Wir lassen uns gerne fordern – aber nicht überfordern. Wir nutzen der Allgemeinheit gerne – aber wir lassen uns nicht ausnutzen! Wir müssen das Gefühl haben, dass Politik und Bevölkerung hinter uns stehen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Trucker rast bei Aschheim in Stauende
Ins Heck seines Vordermanns  ist ein Trucker am Dienstag auf der A-99 bei Aschheim gedonnert. Er hatte einen Rückstau übersehen.
Trucker rast bei Aschheim in Stauende
Nach Brand: Spende für Familie
Sie stand vor dem Nichts: Ein Brand vernichtete alles in der Wohnung einer Unterschleißheimer Familie. Nun gibt‘s für sie einen Hoffnungsschimmer. 
Nach Brand: Spende für Familie
Meisterwerke aus der Moos-Manufaktur
Sie verwandeln triste Mauern in dschungelähnliche Landschaften und sorgen für leuchtend grüne Akzente auf kahlen Wänden: Die Moos- und Pflanzenbilder der Flower Art GmbH …
Meisterwerke aus der Moos-Manufaktur
VfR Garching: Spiel gegen Löwen ausverkauft
Der Traum beim VfR Garching wird wahr: Ihr Regionalliga-Spiel gegen die Löwen von 1860 ist ausverkauft. Der Vorverkauf lief top an.
VfR Garching: Spiel gegen Löwen ausverkauft

Kommentare