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Neues Gewerbe in Kirchheim - Wirtschaftsförderer blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

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Von: Bert Brosch

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In Kirchheim wird an allen Ecken gebaut: für die Landesgartenschau und für Kirchheim 2030. Damit das alles auch finanzierbar ist, muss die Gemeinde neues Gewerbe ansiedeln.
In Kirchheim wird an allen Ecken gebaut: für die Landesgartenschau und für Kirchheim 2030. Damit das alles auch finanzierbar ist, muss die Gemeinde neues Gewerbe ansiedeln. © bb

Auf Wunsch der Gemeinderäte stellte Wirtschaftsförderer Tobias Schock einen recht positiven Bericht zum Stand der Gewerbe-Entwicklung, speziell im schwierigen Corona-Jahr 2021, vor.

Kirchheim – Es war der letzte Vortrag des Wirtschaftsförderers Tobias Schock zum Thema, Ende September verlässt er die Gemeinde Richtung Passau. „Wir haben es auch im Jahr 2021 geschafft, dass sich zahlreiche neue Firmen in Kirchheim angesiedelt haben“, sagte der Wirtschaftsförderer. So sei es gelungen, die jahrelang leer stehenden Gebäude an der Sonnenallee wieder fast komplett mit hochwertigen Unternehmen zu besiedeln. „techSat, NetApp, Delfingen, Ecostor, Feger & Schmitt sowie die Verwaltung der Farben Huber Group sind sehr interessante Mieter. Ebenso konnten wir in der Ammerthalstraße hochinnovative Unternehmen gewinnen“, fuhr Tobias Schock fort. Insgesamt hätten sich unter anderem Betriebe aus den Bereichen Biotechnologie, Antriebstechnologie oder nachhaltige Energie in Kirchheim niedergelassen, ebenso für den Unternehmensmix wichtige Dienstleister, innovative Startups sowie bewährte, gewerbesteuerzahlende Betriebe. „Dies schlägt sich in der Zahl der Beschäftigten nieder. Hier haben wir deutlich über 8000. Das ist ein Höchstwert, nachdem es vor fünf Jahren nur rund 7500 waren und auch die Zahl im Jahr 2019 rückläufig war.“

Gewerbesteuer entwickelt sich in diesem Zeitraum prächtig

Ebenso positiv die Entwicklung bei der Gewerbesteuer: Nach einem Tiefstwert 2017 mit 8,2 Millionen Euro und einem Maximum von 15,2 Millionen Euro im Jahr 2019 sei man nach zwei schwachen Jahren wieder bei über 15 Millionen Euro angelangt. „So erfreulich die aktuelle Situation ist, man muss aber klar sagen: Wir stoßen an einen gläsernen Deckel. Auf den bestehenden Gewerbeflächen können wir aus Platzgründen weder neue Betriebe ansiedeln noch weitere Arbeitsplätze schaffen.“ Daher, so Schock, seien die beiden geplanten Gewerbegebiete Campus Kirchheim und Campus Heimstetten so wichtig für die weitere Entwicklung der Gemeinde.

„Auf dem Campus Kirchheim haben wir ein tolles Konzept entwickelt, eben nicht auf der grünen Wiese, sondern mitten im Ort auf einem bereits bestehenden Gewerbegebiet eine Kombination aus Gewerbe und Wohnen sowie Umweltschutz“, sagte Schock. Dies seien genau die Flächen, die die Gemeinde benötige, um Dienstleister, High-Tech-Unternehmen, Labore oder Montagebetriebe anzulocken. Durch die Neuansiedelung werde sich das noch unattraktive optische Gesicht der Gewerbegebiete ändern. Die Gemeinde sei gefragt bei zahlreichen überregionalen Kongressen zum Thema innovative Kommunen.

Was ist mit den kleineren Betrieben?

„Die Werte sind toll, allerdings sind das alles nur große Betriebe, was tat sich denn in den Ortszentren direkt für die Bürger?“, fragte Michaela Harlander (SPD). Hier musste Wirtschaftsförderer Schock gewisse Schwierigkeiten eingestehen. „Wir versuchen die Ortskerne am Laufen zu halten und sind ständig in engem Kontakt zum REZ, wo es einige neue Betrieb gibt.“

Zum Weggang der VR-Bank

Und noch mehr Fragen: Marcel Proffert (VFW) wollte wissen, was sich in Kirchheim in der seit Monaten leer stehenden ehemaligen Post tue. „Hier können wir erst aktiv werden, wenn das sehr marode Haus, das dringend renoviert werden muss, der Gemeinde gehört. Da sind wir dran“, sagte Tobias Schock. Den Weggang der VR-Bank in Kirchheim kritisierte Petra Mayr (CSU): „Das ist ein enormer Frequenzbringer, so etwas muss da unbedingt wieder hin.“ Dem stimmte der Wirtschaftsförderer zu: „Wir haben das der Bank auch klar gesagt, dass wir den Schritt nicht gut finden. Aber die Miete dort ist extrem hoch und wir haben keine direkte Einflussmöglichkeit auf die Bank.“

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