Schönperchten verkörpern das Gute und treiben den Winter aus. 06
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Schönperchten verkörpern das Gute und treiben den Winter aus. 
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Im Räter-Zentrum

Perchten und Krampusse treiben den Winter aus

Kirchheim - Jamie (9) und seine Schwester Kathelyn (5) aus Kirchheim haben riesen Spaß, als  fast 250 Perchten und Krampusse an ihnen mit lautem Gebrüll vorbeiziehen. Ganz anders Simon (7) und sein Bruder Sven (2) aus Poing.

Der Kleine ganz eng an die Mama gekuschelt, der Große auf den Schultern des Papas, dessen Kopf umklammernd, dass nur ja keiner der hässlichen Fratzen herankommt. Für die Erwachsenen war der fünfte Perchten- und Krampuslauf im Einkaufszentrum REZ wie immer eine riesen Gaudi.

Perchten sind im alpenländischen Brauchtum vorkommende Gestalten, die um die Wintersonnwende auftreten und den Winter austreiben. Sie treten in Gruppen, sogenannten Passen, von zehn bis 25 Personen auf. Die Schönperchten sind die „Guten“, trotz der schaurigen Masken und des wilden Auftretens sind sie Glücks- und Segensbringer. Anders die „Schiachperchten“ oder Krampusse, sie verkörpern „das Böse“ und ziehen mit lauter Rockmusik, Nebel und zuckenden Lichtblitzen durch die Zuschauer. Ein Krampus hat nur zwei Hörner, so kann man die Guten von den Bösen unterscheiden.

Ein Kostüm kostet bis zu 2000 Euro

„Jedes Kostüm ist selbst gemacht und kostet bis zu 2000 Euro, das zahlt jeder Bursch selbst. Hinter einem Auftritt steckt die Arbeit eines ganzen Jahres“, sagt Klaus Staller, Obmann der „Vivat Diabolus“ aus Freilassing, einer der wenigen deutschen Passen, die meisten stammen aus Österreich. Organisator Tobias Graf stellte gemeinsam mit REZ-Verwalter Fritz Humplmayr wieder ein tolles Spektakel auf die Beine. 25 Passen mit über 250 Maskenträgern, dazu die Poinger Trommler-Gruppe und die Bernater Blaskapelle.

Wer den Schwanz berührt hat ein Jahr lang Glück

In der Mitte des Platzes, rund um den riesigen Weihnachtsbaum, unzählige LED-Scheinwerfer, die in allen nur erdenklichen Farben und Blitzen zuckten, begleitet von infernalischer Rockmusik. Außen herum Essens- und Getränkestände mit langen Schlangen, dazwischen die Besucher, mit Gittern abgetrennt von den wilden Gesellen der Perchten und Krampusse. Mit Glocken, Schellen und Rätschen treiben sie den Winter und das Böse aus dem Land, den Rest erledigen die kleinen und großen Hexen mit ihren Besen. „Für die Fruchtbarkeit ist es hilfreich, wenn eine Hexe mit ihrem Besen über die Schuhe kehrt!“, sagt Fachmann Staller. Wenn man von einem Perchten gestreichelt wird oder seinen Stier- oder Rossschwanz berühren kann, bringe das Glück fürs ganze Jahr.

„Tote Teifin“ ziehen zu Rock-Musik ein

Doch dazu gehört eine gewaltige Portion Mut, um die verzerrten Fratzen mit blinkenden Augen, langen, spitzen Zähnen, zotteligen Fellen der verschiedensten Tierarten zu berühren. „Genießt die Ruhe vor dem Sturm – jetzt gibt’s nichts mehr zum Lachen!“, kündigt Moderator Humpelmayr die Krampusse an. Und dann zogen die „Tote Teifin“, „Iron Devils“, „Abraxas Höllenfürsten“ oder „Black Death Devils“ fauchend, grunzend und brüllend durch das REZ und trieben den Winter aus.

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