Michaela Harlander,Stiftungsgründerin,will nachhaltig wirken.f: BB

Physikerin gründet Stiftung

Kirchheim - Etwas Nachhaltiges machen, das war schon lange das Ziel von Michaela und Magnus Harlander. Das Ehepaar aus Kirchheim hat die Idee jetzt wahr gemacht und eine Stiftung gegründet. Startkapital: 500 000 Euro.

Das Paar hatte, gemeinsam mit Bernhard Schneck, vor 24 Jahren das IT-Unternehmen „genua“ gegründet. Nach eigenen Angaben hat die Firma 200 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 20 Millionen Euro. Nun haben die Harlanders Firmenanteile an die Bundesdruckerei verkauft und mit einem Teil des Erlöses die Stiftung ins Leben gerufen.

„Diese Basis bleibt immer erhalten und darf nicht ausgegeben werden. Leider ist es momentan auf dem Finanzmarkt kaum möglich, durch Zinsen Geld zu vermehren, also brauchen wir Spenden und werden auch selbst immer wieder etwas zuschießen“, verspricht die promovierte Physikerin (51), Spezialgebiet Elementarphsyik, die auch Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie studiert hat. „Wir merken im Freundeskreis immer wieder, wie negativ dort die Naturwissenschaften rund um Mathematik, Physik und Chemie gesehen werden“, sagt sie. Selbst in der hauseigenen Kindertagesstätte „genuKids“ erzählten schon Fünf- und Sechsjährige, dass sie Mathe ‚Bäähh‘ fänden. Diesem negativen Image wollen die Stiftungsgründer entgegenwirken. Denn Naturwissenschaftler werden gebraucht - bei „genua“ ebenso wie in der Wirtschaft überhaupt, sind sie überzeugt

Michaela Harlander schweben spielerische Kurse vor, Vorträge oder ein „Haus der kleinen Forscher“. Das Konzept arbeitet das Ehepaar gerade aus, voraussichtlich ab Ende des Jahres wird die Stiftung dann richtig starten und die ersten Mittel zur Verfügung stellen können.

Zweiter Schwerpunkt ihrer Stiftungs-Arbeit sollen Veranstaltungen und Verlautbarungen zu aktuellen Fragestellungen rund um Kirchheim sein. „Wenn man zum Beispiel beim Thema Flüchtlinge sieht, wie viele Fehlinformationen und falsche Behauptungen da ständig wiederholt werden, etwa bei der Frage zum Standort der Asylunterkunft. Das hat mich und meinen Mann unheimlich geärgert.“ Bei solchen tagesaktuellen Themen will die Stiftung künftig aktiv eingreifen mit nachprüfbaren Fakten und auf diese Weise den Diskurs im Ort fördern. „Wir haben bei „genua“ Mitarbeiter für ehrenamtliche Tätigkeiten im Rahmen der Flüchtlingskrise freigestellt und planen, Praktika für Flüchtlinge als Einstieg ins Berufsleben anzubieten“, sagt Harlander. Sie sei immer wieder überrascht, wie gut ausgebildet viele seien, wie gut einige Syrer, Iraker oder Afghanen englisch sprächen.

Das dritte Anliegen ist für beide eine Herzenssache: die Förderung des Sports beim SV Heimstetten. Beide Buben des Paars spielen dort seit Jahren Fußball. Sie und Ehemann Magnus würden an den Wochenenden im Sommer sowieso gemeinsam oder abwechselnd fast auf dem Sportplatz leben, „da können wir die Nachwuchs-Kicker auch unterstützen, wenn etwas fehlt“.

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