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Nicht schön: das Umfeld des S-Bahnhofs in Heimstetten.

Umbau in Heimstetten kostet rund 900.000 Euro

Projekt Bahnhofsplatz auf Eis gelegt

Kirchheim - Schön, aber zu teuer: Der unansehnliche Bahnhofsvorplatz in Heimstetten bleibt vorerst wie er ist. Obwohl es ein attraktives Konzept zur Aufwertung gibt.

Die Deutsche Bahn wird den S-Bahnhof Heimstetten bis 2018 barrierefrei umbauen. Im Zuge dessen überlegte die Gemeinde Kirchheim, auch den Bahnhofvorplatz umzugestalten. Das Münchner Planungsbüro Schönenberg+Partner hatte dafür verschiedene Varianten erarbeitet. „Gemeinsam mit MVV und Bahn haben wir uns für die entschieden, die lediglich Stellplätze für Fahrräder und eine Wendemöglichkeit sowie Haltestellen für Linienbusse vorsieht“, sagte Bürgermeister Maximilian Böltl zum Ergebnis. Vor dem Bahnhof, nördlich der Gleise,könnte ein reiner Bike&Ride-Platz entstehen, Busse können dort aus- und einladen sowie wenden. Autoparkplätze, Haltebuchten für den Bring- und Abholverkehr, für Behinderte und Taxis sind nur noch auf der Südseite des Bahnhofes vorgesehen. 

Die Kosten für diese Umbaumaßnahmen belaufen sich auf rund
810 000 Euro, hinzu kommen etwa 95 000 Euro Planungskosten des Ingenieurbüros. „Diese Ausgaben soll nach dem Willen der Bahn Kirchheim tragen. Das ist aus meiner Sicht aber einfach zu viel“, sagte Böltl. Auch wenn die Gemeinde mit einer Förderung von etwa 300 000 Euro rechnen kann. 

Rüdiger Zwarg (Grüne) wollte vom Bürgermeister wissen, wer die Idee für die Umgestaltung des Platzes und das Verbannen der Autos gehabt habe, „im Gemeinderat haben wir das nicht besprochen“. Böltl antwortete, dass die Verwaltung bei den Diskussionen mit der Bahn darauf gekommen sei. 

Susanne Merten-Wente (Grüne) findet den Bahnhofplatz auch nicht attraktiv. „Dass wir genau dort anfangen zu sparen, wo wir in den vergangenen Wochen überall die Millionen rausgehauen haben, das finde ich schade.“ Und Marcel Prohaska (SPD) betonte, dass „wir für die Änderungen der Buslinie 263 den Bahnhofvorplatz verändern müssen. Wenn wir also heute die Million nicht ausgeben, wann steht das Thema dann wieder auf der Tagesordnung?“ 

Franz Glasl (CSU) verwies auf den Bahnhof-Vorplatz als absoluten Verkehrs-Brennpunkt. „Das kann jeder bestätigen, der mit dem Bus fahren muss. Da muss einiges geändert werden, ein Kiosk fehlt auch dringend – und wenn der Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn kommen sollte, dann ist ein Umbau sowieso notwendig.“ Doch da es „keine Notwendigkeit gibt, können wir das zeitlich verschieben“. Dieser Meinung schloss sich die Mehrheit (19:2) der Gemeinderäte an.

bb

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