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In vollen Zügen das Leben genießen - das hat Manuela Thoma-Adofo gelernt. 

Manuela Thoma-Adofo aus Kirchheim

Sie ist Deutschlands schönste 50-Jährige - und erlebt gerade ein Drama

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Manuela Thoma-Adofo aus Kirchheim ist seit dem Wochenende Deutschlands schönste 50-Jährige. Sie strahlt vor Stolz und Glück, dabei erlebt sie privat gerade einen Alptraum. 

Kirchheim - In Kirchheim bei München kennt man sie nur als „Die Manu“. Im Altenheim, wo sie ehrenamtlich arbeitet, trägt sie gern Jogginghose und T-Shirt, im Supermarkt Jeans und kein Make-up. „Wahrscheinlich werden die Leute mich kaum wiedererkennen, so geschminkt und gestylt, wie ich heute bin“, lacht Manuela Thoma-Adofo. 

TV-Teams haben sich angesagt. Und Fotografen – denn die zweifache Mutter, Autorin und Ex-Frau von Skisprung-Legende Dieter Thoma ist seit dem Wochenende Deutschlands schönste 50-Jährige. Da wurde sie in Oldenburg von einer Jury, in der u.a. auch CDU-Politiker Wolfgang Bosbach saß, zur „Miss 50plus“ gekrönt. „Am meisten habe ich mich ja über den Anruf meiner Freundin Katharina gefreut“, sagt Thoma-Adofo der tz. 

Ihre Freundin Katharina wird bald sterben - sie haben schon den Sarg ausgesucht

Die Beiden sind lange befreundet, die vergangenen anderthalb Jahre haben sie noch enger aneinandergeschweißt: Katharina ist 39, alleinerziehende Mutter und hat Krebs. „Sie wird sterben. Bald“, sagt Manuela. Ihre Stimme wird ein paar Töne dunkler. Gemeinsam hätten sie schon den Sarg ausgesucht. „Das ist wirklich schwer für mich“, sagt die 50-Jährige, die ehrenamtlich in einem Hospiz Todkranke auf ihrem letzten Weg begleitet. 

Seit 22 Jahren betreut Thoma-Adofo Sterbende – „meine Berufung“. Nicht sehr glamourös für eine Beauty-Queen. Aber vielleicht ist es eine Quelle dafür, warum die Tochter einer Deutschen und eines Ghanaers das Leben sonst leicht nimmt. Sie erzählt von einem ihrer schönsten Momente: „Ich saß mit meinem gerade zwei Wochen alten Sohn am Bett einer alten Dame. Ich stillte ihn, während ich ihr vorlas und sie schließlich für immer ging. Ein Neugeborenes, eine Mutter und eine Sterbende – für mich ein Sinnbild des Kreises des Lebens.“ 

Mit 50 darf ich mehr Kilos haben, Falten und einen grauen Haaransatz. Hurra!

Da scheint der Entschluss, an einer Miss-Wahl teilzunehmen, ein großer Kontrast. Aber Erfahrung hat das Ex-Model: 1986 belegte Thoma-Adofo den dritten Platz bei der Wahl zur Miss Germany. Sie holt tief Luft: „Ich muss blank bekennen, bei der Bewerbung spielte Eitelkeit sicher eine Rolle.“ Es gebe aber einen entscheidenden Unterschied zu damals: Sie sei jetzt 50 und glücklich mit sich. „Ich darf mehr Kilos haben als damals. Falten und einen grauen Haaransatz – hurra! Es ist eine deutlich entspanntere Eitelkeit als vor 30 Jahren“, lacht sie. 

Als 20-Jährige habe sie sich unsicher gefühlt, eher auf andere geschaut. „Das tue ich heute nicht mehr.“ Die Kirchheimerin empfand die Miss-Wahl jedenfalls als „Heidenspaß“: „Wissen Sie, ich habe einen tollen Job als Autorin, eine Berufung, die mich ausfüllt. Ich habe eine wundervolle Patchwork-Familie und ein schönes Zuhause. 

Vergangenes Glück: Skispringer Dieter Thoma heiratete seine Manuela.

Aber alle 30 Jahre mal die Flügel auszustrecken und zu sagen: So, ich bin heute einfach Frau – das ist toll. Und klar pusht so etwas das Ego!“ Nun aber mal ehrlich: Was tut sie für ihre gertenschlanke Figur? Welche Diät favorisiert sie? „Ich kann Ihnen eher verraten, was mein Lieblingseis ist… Macht man meinen Kühlschrank auf, ist der rappelvoll: Ich habe ja einen 21-jährigen Sohn und eine 18 Jahre alte Tochter. Und ich sage Ihnen, wir bekommen den Kühlschrank auch gemeinsam leer.“ 

Workout? Sie tanzt ihren Haushalt

Fitnessstudio? Pilates? „Nö.“ Yoga wenigstens? „Auch nö. Mein Freund ist Triathlet. Wenn er trainiert, begleite ich ihn auf dem Rad.“ Das seien dann zweimal pro Woche 30 Kilometer. Und ihre drei „Beutekinder“, wie Thoma-Adofo liebevoll die Kinder ihres Lebensgefährten nennt, hätten sie für die Ladies Challenge im kommenden Jahr angemeldet. Einen Fünf-Kilometer-Lauf, den sie „gerade noch“ schaffe. „Ansonsten schiebe ich Rollstühle. Ich sollte mal gucken, ob das Laufband im Keller noch funktioniert… Ach ja, ich tanze meinen Haushalt“, lacht sie und meint: die Bruno-Mars-CD reinlegen, laut aufdrehen, putzen und dabei die Hüften schwingen. 

„Ich weiß, viele Frauen müssen sich mehr Mühe für ihre Figur geben. Und wenn sie Spaß daran haben – wunderbar. Aber ganz ehrlich: Ich würde lieber drei, vier Kilogramm mehr in Kauf nehmen, als auf irgendetwas zu verzichten. Ich bin 50, ich darf Falten und Cellulite haben. Auch um mich macht die Schwerkraft keinen Bogen – na und?“ 

Klar kennt auch Thoma-Adofo diese Phasen, in denen frau mal an sich zweifelt. Zum Ende ihrer Modelzeit etwa, da war sie gerade 24. „Ich wusste nicht, wer ich bin, wohin ich will. Ich fragte mich: War’s das jetzt?“ Heute weiß die Autorin: „Die Optik wächst mit der Selbstzufriedenheit. Glück entspannt, und das sieht man. Ich betreue Menschen, die sterben. Aber bis zum Ende haben wir noch so viel gemeinsam zu lachen.“ 

Und dann ist es da doch: Das Geheimnis ihrer Schönheit

Wenn sie durch die Stadt gehe, sehe sie Hunderte schöner Frauen über 50. Wer mit sich hadert, dem sagt sie: „Jede Frau hat etwas Wunderbares. Manche hat schöne Hände, manche tolle Augen. Ich mag zum Beispiel – wenn er gut verpackt ist – meinen Hintern.“ Und sie wisse aus eigener Erfahrung, dass das Leben schnell vorbei sein kann. „Deshalb lebe ich im Hier und Jetzt. Ich habe keine Lust auf schlechte Laune.“ 

Dennoch, gibt’s nicht doch ein winziges Schönheitsrezept? Manuela Thoma-Adofo überlegt lang: „Kokos-Öl. Bekommen Sie in jedem Bioladen. Das Zeug nach dem Duschen auf die Haut, wunderbar. Und ich bekenne: Ich habe geklebte Wimpern. Dafür gehe ich hier im Ort zu Iris. Das war’s dann aber wirklich …“ 

Die Zeit mit Dieter Thoma: Zwei Kinder mit dem Olympia-Star

„Es ist längst Geschichte, aber es gehört natürlich zu meinem Leben“, sagt Manuela Thoma-Adofo über die Zeit, als sie mit dem Skisprung-Olympiasieger Dieter Thoma verheiratet war. Die Traumhochzeit zwischen der Journalistin, die bei einem Nürnberger Radiosender arbeitete, und dem Sportler fand am 5. August 1995 in Thomas Heimatort Hinterzarten statt. Es folgten fünf glückliche Jahre, in denen die beiden Kinder Niki und Noemi geboren wurden. Dann ging die Ehe - nach außen hin völlig geräuschlos - in die Brüche und 2001 wurde das Paar geschieden. „Wir haben heute ein gutes Verhältnis“, so Manuela Thoma-Adofo. „Dieter hat mir jetzt zu meiner Wahl  zur Miss50plus gratuliert.“

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