Straßenverkehr

Mit „Smart-Mobility“ in die Zukunft

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Kirchheim - „Smart-Mobility“ statt Autostraßen: Der Vorsitzende der Grünen in Oberbayern, Markus Büchler, fordert die Abkehr vom Autoverkehr.

„Regionen wie Wien, Kopenhagen oder das Ruhrgebiet machen uns vor, wie man den Radverkehr deutlich stärkt und die Autos zurückdrängt. Bei uns fehlt es leider noch am politischen Willen“, stellte Markus Büchler auf Einladung der Kirchheimer Grünen fest. 

Der grüne Kreisrat und Vorsitzende seiner Partei in Oberbayern plädiert für Radschnellwege – auch durch Kirchheim. Laut Büchler werden bis zum Jahr 2032 in den Landkreis München zusätzlich 52 000 Menschen zuziehen. Die meisten würden pendeln, „doch schon heute stoßen die Hauptstraßen des Landkreises, die A 99 und B 471, an ihre Grenzen.“ 

Es bleibe aus Büchlers Sicht, der selbst kein Auto hat, nur der Ausbau von Schienen und des Radverkehrs. „Die Masse der Pendler hat nicht mehr als 15 Kilometer zu fahren – mit modernen Fahrrädern und E-Bikes kein Problem, doch es fehlen dafür die Wege. 

Der Verkehrswegeplan des Bundesverkehrsministers sieht für den Landkreis in den kommenden Jahren lediglich Straßen vor, so gut wie keine Schienen und keinerlei neue Radwege.“ Der Wunsch nach weniger Auto- und mehr öffentlichem Nahverkehr, speziell mehr Rad- und Fußwegen, sei aber keine grüne Spinnerei, sondern absolute Mehrheitsmeinung. Immer mehr Menschen in den Städten würden auf den Führerschein oder zumindest auf ein eigenes Auto verzichten. 

„Wir brauchen also mehr Radwege, mehr Car- und Bike-Sharing!“ Büchler regte Apps an, mit denen man Autos, Transportfahrzeuge oder Fahrräder vorbestellen, buchen und bezahlen könne, egal wo man sich befindet. „Das Ziel ist also Smart-Mobility anstelle von Betontrassen für Autos.“ Praktische Vorbilder seien Städte wie Wien und Kopenhagen oder die aktuelle europäische „green capital city“ Ljubljana in Slowenien. In allen drei Städten wurden mehrspurige Autostraßen zurückgebaut zu schmalen Sträßchen, stattdessen sehr breite Radwege, Gehwege, Begegnungs- und Kommunikationszonen angelegt. „Die Autos werden weiträumig außen um die Zentren geleitet, Radler haben nun Vorfahrt, sie kommen fast nie mit den Fußgängern in die Quere. Dafür gibt’s Elektrofahrzeuge, eine kostenlose oder großzügige Mitnahme des Rads in den S-Bahnen“, so Büchler. 

Für das neue Kirchheimer Ortszentrum empfahl er dringend, den Radverkehr deutlich zu stärken, eine großzügige Nord-Süd-Verbindung zwischen Kirchheim und Heimstetten zu schaffen; ferner, Autos, Radler und Fußgänger gleichberechtigt zu behandeln. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum hat unter Mitarbeit der Grünen ein Konzept für zwölf mögliche Radschnellwege rund um München erarbeitet. Vorbilder sind hier das Ruhrgebiet sowie die Großräume Göttingen und Braunschweig, wo es schon 250 Kilometer solcher vier Meter breiten, geradlinigen Wege, annähernd kreuzungsfrei, auf oder entlang von Hauptrouten gibt. Sie sind gut beleuchtet, werden als erstes von Schnee und Eis befreit und gut gepflegt. 

„Oft gibt es auch bei uns schon Radrouten, die man nur ausbauen müsste. Die erste von sechs Strecken, die relativ zeitnah realisiert werden soll, wird von BMW in Milbertshofen nach Garching und weiter bis Freising sein.“ Eine zweite könnte auf einem alten, aufgelassenen Gleis vom Ostbahnhof über Riem, Feldkirchen, Kirchheim bis nach Poing und Markt Schwaben führen. „Jetzt muss es die Staatsregierung dann auch tatsächlich umsetzen."

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