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Mehr Hindernis als Helfer: Straßenverengungen in Heimstetten kommen weg

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Von: Bert Brosch

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Unfallträchtige Hindernisse oder Helfer gegen Raser? Die beiden Verengungen am Heimstettner Moosweg sind umstritten und sollen jetzt wieder zurückgebaut werden.
Unfallträchtige Hindernisse oder Helfer gegen Raser? Die beiden Verengungen am Heimstettner Moosweg sind umstritten und sollen jetzt wieder zurückgebaut werden. © Bert Brosch

Mit 7:4 Stimmen hat der Bauausschuss dem Antrag der JU zugestimmt, die beiden Straßenverengungen am Heimstettner Moosweg zurückzubauen. Stephan Keck (SPD) sprach von einem „klassischen Schildbürgerstreich“.

Kirchheim - Nach Ansicht der JU kommt es durch die zwei Engstellen regelmäßig zu gefährlichen Situationen und sogar Unfällen. „Da es sich bei den Unfällen meist um kleine Beschädigungen, etwa abgefahrene Spiegel handelt, wartet kaum einer zwei Stunden auf die Polizei. Daher werden diese Unfälle auch nicht offiziell gemeldet“, sagte Glasl und ging dabei auf den Einwand der Rathausverwaltung ein, dass ihr keinerlei Beschwerden durch Feuerwehr, Rettungsdienst, ÖPNV oder Entsorger vorlägen, auch Unfälle gebe es so gut wie keine.

Außerdem, so ergänzte Glasl, entstünden durch die ständigen Anfahr- und Abbremsvorgänge an den Verengungen deutliche Lärm- und Umweltbelastungen. „Das Argument, dass man durch den Rückbau schneller auf dem Heimstettner Moosweg fährt, wird dadurch entkräftet, dass die Verschwenkung am Taubenweg bestehen bleibt und die kommunale Verkehrsüberwachung hier regelmäßig ihren Dienst tut“, meinte er.

40.000 Euro würde Rückbau kosten

Die Verwaltung lehnte die Wünsche der JU kategorisch ab. Die kommunale Verkehrsüberwachung habe den Heimstettner Moosweg im Jahr 2021 zwar sechs Mal überwacht, es erscheine jedoch abwegig bei einer Überwachung an 1,7 Prozent aller Tage im Jahr von Regelmäßigkeit zu sprechen, hieß es. Zudem würde der Rückbau rund 40 000 Euro kosten, die bislang nicht im Etat für 2022 beinhaltet sind, ergänzte Bauamtsleiterin Angela Hartinger-Hirn.

Franz Graf (CSU) wiederum unterstützte den JU-Antrag, „Diese Verengungen sind mir lange ein Dorn im Auge. Das ständige Anfahren ist sehr negativ, viel sinnvoller wäre ein gleichmäßiger Tempo 30-Verkehr“, sagte er. Auch Wolfgang Heinz-Fischer (VFW), Petra Mayr und Florian Sift (beide CSU) plädierten für eine Entfernung der Verengungen. „Wenn die weg sind, dann fließt der Verkehr deutlich besser aus dem Ort ab“, sagte Sift. Mayr meinte, es gebe für sie keinen Sinn bei drei Nord-Süd-Verbindungen in Kirchheim, warum ausgerechnet diese eine so abgebremst werden solle.

Sorge vor zu schnellem Durchgangsverkehr

Ganz anders sieht das Stephan Keck (SPD). Er erinnerte daran, dass man die Diskussion über die Einengungen schon mehrfach geführt habe. „Nicht ohne Grund kamen wir immer zum Ergebnis, dass alles so bleiben soll. Ansonsten fährt der Durchgangsverkehr von Poing zur Autobahn da durch und alle werden viel zu schnell sein.“ Für ihn sei ein klassischer Schildbürgerstreich, die bremsenden Einbuchtungen zu entfernen und gleichzeitig zu überlegen, wie man die Kinder vom Spielplatz auf dem Weg in Richtung REZ besser schützen könne. Gerd Kleiber (Volt) unterstützte Keck: „Dieses Geld ist für mich sinnlos rausgeschmissen.“

Gegen die Stimmen von SPD, Volt und Sitzungsleiterin Marianne Hausladen (CSU) beschloss der Bauausschuss den Rückbau der Verengungen. Über den gleichzeitig von der JU eingebrachten Antrag, am neuen Kletterspielplatz am Heimstettner Moosweg einen Fußgängerüberweg zu bauen, wurde nicht abgestimmt: zu wenig Autos, zu wenig querende Fußgänger. Weil das Gebiet in einer Tempo 30-Zone liegt, seien Überwege zudem „entbehrlich“.

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