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Im „Sunsquare“ an der Sonnenallee könnte die Klinik entstehen.

Gespräch mit Gesundheitsministerin

Tauziehen um Spezialklinik in Kirchheim

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Kirchheim – Um die Frage, ob das „Klinikum München Kirchheim“ (KMK) kommt oder nicht, ist ein hartnäckiges Tauziehen entbrannt. Streitpunkt ist, dass die KMK GmbH mit den Professoren Andreas Sendler und Rudolf Hipp die Klinik auch Kassenpatienten zugänglich machen möchte. Hierzu bedarf es der Aufnahme in den bayerischen Krankenhausplan, der zuständige Planungsausschuss des Gesundheitsministeriums jedoch sieht keinen Bedarf für eine Klinik

Der erste Gedanke für ein Krankenhaus in Kirchheim kam im Januar 2015 im Zuge des Wirtschaftsempfangs auf, der in dem zu großen Teilen leerstehenden Bürogebäude im „Sunsquare“ an der Sonnenallee stattfand. Bürgermeister Maximilian Böltl sprach darüber, die Leerstände füllen zu wollen.

Franz Gruber schlägt Projekt vor

Franz Gruber aus Kirchheim, im Zuge einer Tumorerkrankung sensibilisiert für das Thema, trat an Böltl mit der Idee heran, dort doch eine Klinik zu etablieren. Gruber stieß beim Bürgermeister auf offene Ohren. Böltl formulierte im Juni 2015 einen CSU-Antrag im Kreistag, das Klinik-Projekt zu prüfen. Mittlerweile waren nämlich die Ärzte Andreas Sendler und Rudolf Hipp ebenfalls auf Böltl mit einem detailliert ausgearbeiteten Konzept zugekommen.

180 Betten

Die Kirchheimer Klinik soll kein herkömmliches, klassisches Krankenhaus sein. Das Haus mit 180 Betten soll auf die Fachrichtungen Onkologie, Tumor- und Wirbelsäulenchirurgie ausgerichtet sein, eine Palliativstation und eine Notaufnahme haben. „Aber, ganz wichtig: Es ist keine Privatklinik geplant, sondern eine ärztliche Versorgung für die breite Bevölkerung, egal welchen Versichertenstatus sie haben“, sagt Böltl. Er sieht die Klinik als einen weiteren Baustein im Ausbau der Infrastruktur, die die Landeshauptstadt von den Umlandgemeinden fordert.

„Wir sollen Wohnraum schaffen, das zieht den Bau von Schulen nach sich, wie etwa unser Gymnasiums-Neubau, in dem dann auch Schüler aus München sein werden. Aber eben nicht nur Schule und Bildung, sondern auch im Ausbau der Gesundheitsversorgung.“ Für Böltl ist der Kirchheimer Standort ideal, angebunden an die Autobahn und den ÖPNV und mit genügend Parkmöglichkeiten auch in einer Tiefgarage. Rettungsdienste wären mit ihren Patienten nicht mehr 30 Kilometer mit Fahrtzeiten bis zu eineinhalb Stunden unterwegs. 

Zusätzlich Rehazentrum

Wie eine bereits erstellte Klinikbroschüre zeigt, soll an das Klinikum auch gleich ein Rehazentrum, auf weiteren 20 000 Quadratmetern, angeschlossen werden, das die enge Verzahnung von stationärer und ambulanter Behandlung möglich mache. „Die veranschlagte Investitionssumme in Höhe von 35 Millionen Euro wird ausschließlich von privaten Investoren und Sponsoren gestemmt, es wird keine staatlichen Zuschüsse geben, dafür werden aber rund 350 Arbeitsplätze entstehen“, betont Böltl. Der Bürgermeister begründet sein Engagement auch damit, dass so ein Projekt für Kirchheim einen ungemeinen Prestigezuwachs bringe.

Kassenverbände sehen keinen Bedarf

Ganz anders sieht dies die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände Bayern (Arge) und auch der Krankenhau-Planungssausschuss. Beide haben im Mai deutlich gemacht, dass sie keinen Bedarf für ein Klinikprojekt sehen. Die Arge wolle keine Überversorgung subventionieren und sieht die 18 380 Klinikbetten im Großraum München als ausreichend an. Zudem bauen die Städtischen Kliniken München GmbH in den nächsten sieben Jahren 7000 Betten ab, ein weiteres Klinikum würde diese Entwicklung konterkarieren. Der Planungsausschuss sieht ebenfalls keinen Bedarf. Er räumt jedoch ein, dass der Antrag eines privaten Trägers nicht allein aus diesem Grund abgelehnt werden darf.

KMK will notfalls klagen

„Wir warten nun auf ein Gespräch mit dem Gesundheitsministerium, zu dem auch Ministerin Melanie Huml ihre Beisein angekündigt hat“, sagt Bürgermeister Böltl. Kämpferisch gibt sich Franz Gruber, der die KMK als Geschäftsführer anführt, bereits jetzt. „Wir werden zur Not auch gegen einen negativen Entscheid klagen!"

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