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Wo jetzt noch die AWO-Klawotte ist, zieht im Herbst die VHS ein.

Wegen Raumnot

VHS muss Schulen verlassen

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Bis September muss die VHS raus aus den Grundschulen in Kirchheim: Die Schulen brauchen den Platz selbst. Doch es gibt ein neues Zuhause.

Kirchheim – Die Volkshochschule hat ein Problem: Sie muss die Räume in der Silva-Grundschule sowie in der Grund- und Mittelschule in Kirchheim räumen. Denn diese Räume werden ab September dringend für Schüler benötigt. Darum muss die Vhs ausziehen. „Die Silva-Schule wird erstmals drei erste Klassen haben und benötigt zudem Platz für einen Deeskalationsraum sowie für die Mittagsbetreuung“, erläuterte Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) die Gründe im Gemeinderat. Ebenso muss die Rupert-Egenberger-Förderschule aus Unterschleißheim, die derzeit drei Klassen in der Silva-Grundschule belegt, in die Grund- und Mittelschule umziehen. Dort wiederum belegt die Vhs drei Räume, die sie bis zum Herbst verlassen muss.

In Kirchheim gebe es aber nicht nur zu wenig Räume, sondern auch unterproportional wenige Teilnehmer in den dort angebotenen Kursen, sagt Carmen Stahl, Geschäftsleiterin der Volkshochschule im Osten des Landkreises München (Vhs OLM). Und: „Die Kirchheimer müssen oft den Ort verlassen, um Kurse zu buchen“, sagte Böltl. Die Gemeinde zahlt im Jahr rund 106 000 Euro, Aschheim 72 000 und Feldkirchen knapp 59 000 Euro in den Vhs-Topf.

Doch es gibt eine Lösung. Als „glücklichen Zufall“ bezeichnete Böltl die Tatsache, dass die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ihr Gebrauchtwarenkaufhaus „Klawotte“ an der Benzstraße im Sommer schließen will, da sich dieses wirtschaftlich nicht trägt. Die 22 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die in den beiden Obergeschossen des Hauses leben, bleiben dort wohnen. Die Volkshochschule soll für fünf Jahre ins Erdgeschoss ziehen. Danach bekommt sie eigene Räume in Kirchheim: 500 Quadratmeter im neuen Gymnasium, 240 Quadratmeter im heutigen Rathaus und 270 Quadratmeter im Bürgerhaus an der Feldkirchener Straße.

Thomas Etterer (SPD) war überrascht von der Eile. „Das Raumproblem der Vhs entstand doch nicht plötzlich. Und dass die Schulen mehr Raum brauchen, wissen wir schon lange.“ Er wolle jetzt auf keinen Fall für die Klawotte-Räume stimmen, ohne eine Alternative zu kennen. „Wir haben keine. Diese Räume werden frei und bieten sich an. Wenn wir heute nicht zustimmen, müssen wir auf dem freien Markt suchen“, entgegnete Böltl. Ilse Pirzer (SPD) sprach sich gegen Kinder-Kurse in der Benzstraße aus. „Ich würde meine Kinder da nicht hinradeln lassen, es gibt keine Radwege.“

Und nicht jedem gefällt das Angebot der Volkshochschule in Kirchheim. Ewald Matejka (SPD) betonte zwar, ein großer Vhs-Befürworter zu sein, doch monierte: „Nähkurse und Gesundheits-Sportkurse, die die Sportvereine auch anbieten, haben für mich nichts mit einer Hochschule für das Volk zu tun.“ Und auch Petra Mayr (CSU) kritisierte, dass die Vhs viele gleiche Sportkurse anbiete wie die Sportvereine. „Die müssen im Gegensatz zu uns keine Raummiete bezahlen und können daher die bei uns ausgebildeten Übungsleiter mit höheren Honoraren abwerben.“

Als Vhs-Leiterin Stahl bezüglich der Honorare ins Detail gehen wollte, brach Böltl die Diskussion ab, versprach aber, dass sich die drei Kommunen der Vhs OLM Gedanken über künftige Kurse machen. Er lehnte eine Verschiebung der Abstimmung ab und drängte auf eine sofortige Entscheidung. Mit 20:4 Stimmen befürwortete der Gemeinderat, dass die Vhs im September in die Benzstraße ziehen wird.

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