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Vorstoß abgebremst: Neuer See am Rathaus wird nicht verändert

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Von: Bert Brosch

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Bis auf einen Antrag lehnen die gut 120 Kirchheimer sämtliche Bürger-Wünsche ab.
Bis auf einen Antrag lehnen die gut 120 Kirchheimer sämtliche Bürger-Wünsche ab. © bb

Einige Anträge stellten die Bürger in der Bürgerversammlung Kirchheim. Unter anderem ging es um den See bei der Landesgartenschau.

Kirchheim – Die zweite Bürgerversammlung in Kirchheim in diesem Jahr war gut besucht. Im Frühjahr war die von 2021 nachgeholt worden. Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) zeigte sich zufrieden mit der aktuellen Entwicklung. Erstmals wurden auch zwei Gebärdendolmetscher eingesetzt.

Ende Oktober wurde offiziell der „Beirat für Menschen mit Behinderung“ gegründet und ein Vorstand gewählt. Ein erstes, sichtbares Zeichen waren die beiden Gebärdendolmetscher Andreas Menzer und Josephine Knappe, die sämtliche Redebeiträge sowie Bürgeranfragen und -anträge für vier gehörlose Menschen übersetzten.

„Todesfallen“ für Amphibien

Die Anträge waren zahlreich: Gemeinderat Rüdiger Zwarg (Grüne) forderte eine Überarbeitung der Homepage, weil aus seiner Sicht die „Fakten“ für den Grundstückstausch Radweg am Heimstettener Moosweg gegen die Bullenmastanlage falsch dargestellt seien. Er fand nur eine Handvoll Mitstreiter wie auch Christian Eichhorn. Dieser hatte – obwohl in mehreren Gerichtsinstanzen abgelehnt – den Antrag gestellt, den neuen See am Rathaus zu verändern: Verzicht auf senkrechte Retentionsfilter als „Todesfallen“ für Amphibien, Säugetiere und Wasservögel, keine Uferbefestigungen aus Stahlbeton. Auch das geplante Steilufer will er nicht, weil dies für Kleinkinder tödlich sein könne. „Herr Eichhorn“, bat Maximilian Heyland, Geschäftsführer der Landesgartenschau, „bitte nehmen Sie doch Ihre verlorenen Gerichtsurteile zu Kenntnis. Ihre Anträge kosten die Gemeinde viel Geld und verzögern die Fertigstellung des Sees enorm“, sagte Heyland. Auch der Antrag von Manfred Jobst, auf die geplante Fußgänger- und Radfahrerbrücke am „Kirchheimer Ei“ zu verzichten („die ist total überflüssig, jeder Radler und Fußgänger kommt bei den geplanten Ampeln über die Straße“) fand keine Mehrheit. Nur Constanze Friemert fand mit ihrem Antrag, die Kastanienallee zwischen dem Collegium und dem neuen Gymnasium auch bei der Erweiterung des Seniorenzentrums weitestgehend stehen zu lassen, eine große Mehrheit.

Gute Zahlen zur Kindebetreuung

Zuvor hatte Bürgermeister Böltl die Entwicklungen in diesem Jahr passieren lassen. „Heute haben wir mit 767 Kinderbetreuungsplätzen 50 Prozent mehr als im Jahr 2014, nach der Fertigstellung des Haus für Kinder II verdoppelt sich die Anzahl.“

Markante Bauten wie Rathaus, Gymnasium und Bürgersaal seien voll im Plan, als nächstes folge der Umbau von Grund- und Mittelschule, des JUZ und des Collegiums. „Wir haben aktuell 193 Flüchtlinge aus der Ukraine, die meisten wohnen noch privat. Ab Ende Januar werden sie in die neuen Container am Schlehenring umziehen“, sagte Böltl.

Umbau des Kirchheimer Ovals verzögert sich

Die beiden Rad- und Fußgängerbrücken an der Ludwigstraße und dem Wacholderweg sind in Bau, der Umbau des Kirchheimer Ovals verzögert sich hingegen – mit Baubeginn im Frühjahr 2023. „Es gibt 14 öffentliche Ladepunkte für E-Autos, die Auslastung liegt aber nur bei 20 Prozent, hier erwarten wir schon deutlich mehr“, sagte Böltl. Demnächst werde der Gemeinderat darüber abstimmen, ob die Gemeinde Fördergelder für PV-Anlagen zahlen wird.

Nachfrageboom nach Fernwärme

Als erfreulich betrachtet der Bürgermeister den Nachfrageboom nach Fernwärme bei der AFK: „Hier werden wir das Netz deutlich ausbauen und eine zweite Bohrung in Auftrag geben.“ Finanziell stehe die Gemeinde sehr gut da und erwartet nach 14 Millionen Euro im Jahr 2021 heuer über 18 Millionen Euro an Gewerbesteuer. „Wir haben bei einem Schuldenstand von rund 44 Millionen Euro aber auch Rücklagen von 18,5 Millionen Euro, zudem Immobilien-Werte von mindestens 36 Millionen Euro. Die Gemeinde ist also keineswegs überschuldet.“ Zudem schaffe man mit den neuen Gewerbegebieten Campus Kichheim, Campus Heimstetten und Taxetstraße neue Einnahmequellen. „Wir bleiben also aktiv“, schloss Böltl.

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