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Mit 18 Jahren die Jüngste im Verein: Franzi Wuttig (2. v.l.) weiß auch kein Lösung, wie die Werdenfelser wieder mehr Mitglieder bekommen. Links Zweite Bürgermeisterin Marianne Hausladen, rechts Vorsitzender Horst Altmann (81).

110 Jahre Trachtenverein

Den Werdenfelsern Kirchheim droht das Aussterben

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Kirchheim - Der Kirchheimer Gebirgstrachten-Erhaltungsverein „D‘Werdenfelser“ durfte ein stolzes Jubiläum feiern: 110 Jahre alt wurde der Traditionsverein. Wie viele Jahre es noch werden ist jedoch ungewiss: Den Verein plagen massive Nachwuchssorgen.

Mit Böllern der Feuerschützen der SG Kirchheim, einem Bus Trachtler vom Patenverein D’Lüßbachtaler aus Höhenrain und viel Gauprominenz feierten die Werdenfelser ihren Geburtstag. Sie verstehen sich als Bewahrer des bairischen Brauchtums, mit Tracht, Volkstanz und Mundart. „Aber Junge kommen keine nach und wir Alten schrumpfen weg“, bedauerte Vorsitzender Horst Altmann. Der 81-Jährige ist seit 60 Jahren beim Verein, führt diesen schon so lange, dass er sich an die exakte Zeit gar nicht mehr erinnern kann. „Jahrzehnte“, sagt Altmann und lacht.

Nur noch 25 Mitglieder

Jahrzehnte, in denen die Mitgliederzahl seines Vereins kontinuierlich schrumpfte. Aktuell sind gerade noch 25 Mitglieder geführt, von denen sich etwa die Hälfte regelmäßig am ersten Freitag im Monat im Stammlokal „Merowinger Hof“ in Kirchheim trifft. Schuhplatteln gibt es schon lange nicht mehr, ab und zu veranstalten sie einen Volkstanz. „Aber wir sind zu wenig und auch zu alt“, bedauert Altmann. Viele Versuche der Nachwuchswerbung hätten einfach nicht gefruchtet.

Die Jüngste weiß auch keine Lösung

Franzi Wuttig ist mit ihren 18 Jahren das jüngste, aber auch das einzige Mitglied in diesem Alter. „Meine Freunde interessieren sich nicht dafür“, sagt Franzi, die auch keinen Rat weiß. „Und ein Madl alleine kann nicht helfen“, fügt Altmann hinzu. Unterstützung sagte Rupert Monn, Bürgermeister des Höhenrainer Partnervereins zu: „Vielleicht können wir ja helfen.“ Wie, sagte er jedoch nicht. Eine weitere Möglichkeit sieht Gauvorstand Josef Ponholzer darin, auch Menschen mit Migrationshintergrund oder Flüchtlinge zu integrieren. „Die Welt wird bunter, was nicht heißt dass es schlechter wird. Euer Traditionsverein ist so alt geworden, da müsst ihr bei der Stange bleiben“, wandte er sich an Horst Altmann. Man dürfe sich an nichts klammern oder versteifen, sondern müsse auch etwas an sich selbst ändern.

Kontakt zum Verein

Über den Vorsitzenden Horst Altmann, Tel. 089/431 03 43. Vereinstreffen ist jeden ersten Freitag im Monat im Gasthaus „Merowinger Hof“ in Kirchheim, Florianstraße 26.

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