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Blick vom Weg Richtung Heimstettener See auf das Feld, auf dem der neue Schlachthof mit Biogasanlage entstehen soll. Im Hintergrund die Möbelhäuser.

Imageschaden

Kirchheim reagiert entsetzt auf Schlachthofpläne in Aschheim 

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Kirchheim - Der auf Aschheimer Gebiet geplante Neubau eines Schlachthofs stößt in der Nachbargemeinde Kirchheim auf massiven Widerstand. Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) fordert ein Raumordnungsverfahren (ROV), die Bürger diskutieren, ob ein Bürgerentscheid möglich wäre.

Zahlreiche Bürger kamen zur Sitzung des Gemeinderats mit der Frage: „Wie geht es denn nun weiter mit dem Schlachthof in Aschheim? Wer steckt hinter den Bauabsichten? Können wir hier etwas dagegen tun?“ Sie befürchten extreme Auswirkungen auf die Kirchheimer Planungen zur Neuen Ortsmitte, Investoren könnten abgeschreckt werden, wenn in unmittelbarer Nähe ein Schlachthof entstünde. 

Bürger sorgen ich um Wert ihrer Immobilien

Zudem seien sie besorgt, dass es zu Geruchs- und Lärmbelästigungen kommen könnte, was auch den Wert der eigenen Immobilien mindern könnte. 

Bürgermeister Böltl formulierte in vorsichtigen Worten klar aber deutlich: „Ich halte den Bau eines Schlachthofs an dieser Stelle für keine gute Idee.“ Negative Auswirkungen befürchtet er nicht nur auf die neue Ortsmitte, sondern für die gesamte Gemeinde Kirchheim. Um jedoch als Nachbargemeinde überhaupt eine Mitsprachemöglichkeit zu erhalten, fordert er nun ein Raumordnungsverfahren (wir berichteten). Diese Forderung übermittelte er nach einer juristischen Prüfung durch die Münchner Kanzlei Meidert & Kollegen dem Landratsamt München, der Regierung von Oberbayern und auch der Gemeinde Aschheim.

Bürgermeister fordert Raumordnungsverfahren

„Die Entscheidung darüber liegt letztlich bei der Regierung“, sagt Böltl. Die Ansiedlung eines solchen Projekts, des Schlachthofs samt Biogasanlage, habe regionale und überregionale Bedeutung, die die räumliche Entwicklung und Funktion des umliegenden Gebietes beeinflusse. „Daher ist ein Raumordnungsverfahren zwingend durchzuführen“, so die Aussage der Kanzlei. „Nur über das Raumordnungsverfahren haben wir eine echte Mitwirkung als Nachbargemeinde“, sagt Böltl. Auch der Erholungsflächenverein könne dann eine Stellungnahme abgeben, etwa auf die Auswirkungen auf den Heimstettener See.

Will Stadt das Schlachthof-Gelände in München vergolden?

Ortsvorstand und Fraktion der Kirchheimer CSU haben sich mittlerweile ebenfalls klar gegen das Großprojekt positioniert: „Ein Schlachthof ist eine Negativ-Entwicklung, die wir in unserer Region nicht wollen“, erklärt Fraktionssprecher Frank Holz. Er sieht darin eine Image-Schädigung des Wirtschaftsstandortes und eine Behinderung bei der Ansiedlung hochwertigen Gewerbes. „Negativ-Einrichtungen darf die Stadt München nicht in den Landkreis drücken, um in der Stadt dann Flächen zu vergolden“, sagt CSU-Ortsvorsitzende Stefanie Jürgens.

Auch die Grünen formulierten ihren Protest: „Den Widerstand in Aschheim werden wir im Interesse der Kirchheimer Bürger und um den Charakter des Naherholungsgebiets Heimstettener See zu erhalten, nach Kräften unterstützen“, betont Gemeinderat Rüdiger Zwarg. 

Auch die SPD-Fraktion will den Schlachthof verhindern. Sie das Projekt auch als „Negativeinrichtung“, zudem seien noch viele Fragen offen, sagt Fraktioschef Thomas Etterer.

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