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Schafkopfen und Doppelkopf: Beim Karteln entspannte Jochen Lenhard.

Nachruf

Kirchheim trauert um Jochen Lenhard

Kirchheim – Mit der Ehrenformation der Deutschen Bundeswehr wird am heutigen Donnerstag der Kirchheimer Oberstleutnant a.D. Jochen Lenhard beigesetzt. Im Ort war der Berufsoldat vor allem als Sänger im Männergesangverein, Mitglied der CSU und fröhlicher Besucher bei Festen bekannt.

Immer in Begleitung seiner Ehefrau Waltraud. „Er war ein super Tänzer“, erinnert sie sich liebevoll. „Das kann sich heute keiner mehr vorstellen. Aber der Rock’n Roll und Quickstep waren unsere Spezialtänze.“ Die Krebserkrankung, die vor vier Jahren von Lenhard Besitz ergriff, ließ an Tänze nicht mehr denken.

Vor einem Jahr am 20. März wussten die Freunde bei seinem 75. Geburtstag, dass es wohl das letzte Geburtstagsfest sein wird, das sie mit ihm feiern werden. Fast genau ein Jahr später trifft man wieder zusammen. Aus traurigem Anlass.

Jochen Lenhard lernte den Vater, einen Soldaten, nicht mehr kennen. Er starb in seinem Geburtsjahr. Die Mutter heiratet 1952 einen amerikanischen Offizier. Für den Buben beginnt die Zeit der Umzüge nach England und Amerika. Als der Stiefvater nach Libyen versetzt wird, bleibt der Abiturient im Internat in Heidelberg. Freundschaften für das Leben entstehen. Was auch blieb, war die Abneigung gegen Umzüge.

Die große Liebe trifft er im Bratwurtsglöckl

Früh entscheidet sich der Soldat für München als Heimat. Im Bratwurstglöckl trifft er auf seine Waltraud: Große Liebe auf den ersten Blick. 1976 heiratet das Paar und zieht in Waltrauds Haus nach Kirchheim. Sohn Michael wird 1977 geboren. Dass er die Hochzeit seines Sohnes, der mit Ehefrau Eva wieder zurück in Kirchheim ist, im September noch erleben durfte, war Jochen Lenhards größtes Glück. Mit der Geburt des Kindes wurde das Paar Ende der 70er Jahre auch so richtig heimisch im Ort. Lenhard engagierte sich als Elternbeiratsvorsitzender, begleitete den Sohn, einen Leichtathleten des KSC, auf Wettkämpfe. In der Krafthalle und Schule erlebte das Paar fröhliche Feste. Und natürlich schaute der Bayernfan auch bei den Spielen der Kirchheimer und Heimstettener Fußballer gern vorbei. Auch Schafkopfen war Lenhards Leidenschaft. Kein Turnier im Ort, an dem er nicht teilnahm. Früh ging Lenhard 1996 in Pension. Als Soldat wollte er kein Parteibuch haben. Dann aber bekannte er sich zur CSU. Mit der damaligen Bürgermeisterkandidatin Susanne Merten-Wente gründete er 2004 eine private Doppelkopfrunde. Diese Treffen waren ihm immer eine große Freude, als die Krankheit ihn schon sehr schwächte.agm

Letztes Geleit 

Der Trauergottesdienst mit anschließender Urnenbeisetzung findet am heutigen Donnerstag um 13 Uhr in St. Andreas statt.

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