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Die „Landshamer Bruck’n Bagasch“ in der Landshamer Filialkirche St. Stephanus: (vorne v.l.) Christian Dietrich und Wolfgang Strigl sowie (hinten v.l.) Ewald Reich, Larissa Bösl, Martin Rötzer, Angelika und Margit Miethaner, Walter Bösl und Helmut Englmann.

Die zweite Karriere des Walter Bösl

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Mit einem alten Jugendlied hat alles begonnen. Jetzt macht der Kirchheimer Walter Bösl (60) mit seiner „Landshamer Bruck‘n Bagasch“ Karriere im Musikgeschäft.

Kirchheim – Damit hat Walter Bösl nicht gerechnet, dass er mit 60 Jahren eine zweite Karriere macht. Als Musikant. Zusammen mit seiner „Landshamer Bruck’n Bagasch“ hat der Kirchheimer jetzt ein zweites Lied aufgenommen und auf CD gepresst. Titel: „Da Pfarrer und der Kramer“.

Im Sommer vor zwei Jahren haben Bösl und seine Freunde ein altes, von ihnen vor 45 Jahren erfundenes und am Lagerfeuer gesungenes Jugendlied aufgenommen: „In Landsham am Kanoi“. Weil’s gar so viel Spaß gemacht hat und immer noch macht, hat die „Bruck’n Bagasch“ nachgelegt. Dieses Mal handelt es sich um ein neues Lied, das Walter Bösl vergangenes Jahr selbst getextet und komponiert hat. Der Refrain geht so: „Der Pfarrer und der Kramer san gestern net hoamganga. Drum hod der Pfarrer und der Kramer d’Früahmess heit verschlaffa.“ Weil der Pfarrer beim Wirt seinen Geburtstag gefeiert hat.

Schon mit dem Erstlingswerk hatte die sechs Mann und drei Frauen starke Kapelle einen riesigen Erfolg und ein tolles Erlebnis: Die „Landshamer Bruck’n Bagasch“ durfte ihr „In Landsham am Kanoi“ im Augustiner-Festzelt auf dem Münchner Oktoberfest spielen.

Das scheint erst der Anfang gewesen zu sein. „Jetzt starte ich meine Musikkarriere“, sagt Bösl, der am 25. April seinen 61. Geburtstag feiert, und lacht. Eigentlich war „In Landsham am Kanoi“ als einmaliges Projekt geplant, aber, wie gesagt: Das gemeinsame Musizieren macht ihm und seinen Mitstreitern halt einfach viel Spaß. So viel, dass Walter Bösl in seinem Kopf schon die Idee für ein weiteres, dann drittes Lied hat.

Zur Besetzung der „Landshamer Bruck’n Bagasch“ gehört ein waschechter Kickbox-Weltmeister: Martin Rötzer holte in den Jahren 1983 und 1985 Gold in der Schwergewichtsklasse, jeweils in London. Auf der Bühne verzichtet er freilich auf Vollkontakt und Schläge, dafür singt er mit vollem Körpereinsatz und Hingabe. Die weiteren Mitglieder neben ihm und Walter Bösl: Helmut Englmann, Ewald Reich, Christian Dietrich, Wolfgang Strigl, Larissa Bösl, Angelika und Margit Miethaner. Ihre Volksmusik und der Gesang sind handgemacht, traditionell und schmissig. Als die „Bruck’n Bagasch“ am letzten Wiesn-Sonntag 2017 im Augustiner-Zelt auftrat, spielte die dortige Oktoberfestkapelle von Reinhard Hagitte das Lied in Orchesterbesetzung, die Landshamer sangen voller Inbrunst, Martin Strötzer turnte auf der Bühne auf und ab und animierte das Publikum. Schon nach den ersten Tönen standen viele der Bierzeltbesucher aus aller Welt auf ihren Bänken und klatschten mit.

So wird es auch in diesem Jahr sein, zumal der Auftritt für den Samstag des „Italiener-Wochenendes“ terminiert, gegen 15 Uhr. Sowieso wird der Fanklub aus Landsham, Kirchheim und Umgebung mit von der Partie sein. Zuvor spielt die „Landshamer Bruck’n Bagasch“ noch beim Jubiläumsfest von Kirchheim und Heimstetten (die beiden sind seit 40 Jahren als eine Gemeinde miteinander vereint) – beim Festakt mit Ministerpräsident Markus Söder am 7. Juli.

Und dann ist da noch die BR-Fernsehsendung „Wirtshausmusikanten beim Hirzinger“. „Wir haben einen guten Kontakt zu der zuständigen Redakteurin“, sagt Bösl. Sie habe die beiden CDs bereits erhalten und für gut befunden. Wer weiß, vielleicht klappt’s mit einem Live-Auftritt. Die Musikkarriere der „Bruck’n Bagasch“ nimmt volle Fahrt auf. Armin Rösl

Die neue CD

ist ab sofort erhältlich zum Stückpreis von fünf Euro in Walter Bösls Kfz-Werkstatt in Kirchheim, Henschelring 3; eine Bestellung ist auch per E-Mail möglich: boesl@reifenzentrale-kirchheim.de.

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