Zeigen die Pläne: Franz Landis (l.) und Robert Schmidt. Foto: nb

Klärschlammhaufen wird zum Aussichtsberg

Garching - Das Ende der Deponie Nord naht. Ab kommender Woche werden die Baumbestände gerodet für die endgültige Abdeckung der ehemaligen Klärschlamm-Deponie.

Der spätere Naherholungspark im Süden von Dirnismaning (Stadt Garching) an der B 11 ist aber noch in weiter Ferne.

Der Weg zum Ruhestand dieser an Dirnismaning angrenzenden Deponie zwischen B 11 und dem Autobahnkreuz München erfolgte in zwei Schritten. Bis 1998 wurde der Schlamm abgelagert. In einer Asphaltwanne wurden diese Abfälle der Kläranlagen bis zu 25 Meter hoch angetürmt, wobei zum Schlamm die gleiche Menge Kalk dazu gegeben werden musste. Nach 1998 verbrannte die Stadt München ihren Klärschlamm und entsorgte nur noch die Asche auf der Deponie. Der weggefallene Schlamm hatte laut Robert Schmidt, dem Technischen Werkleiter der Stadtentwässerung München, für Garching positive Folgen: „Von einer Erweiterung der Deponie nach Norden wurde dann abgesehen.“

Aktuell sind zwei Drittel der Deponie abgedichtet, aber mit wasserdurchlässigen Schichten. Somit dringen Niederschläge immer weiter in den Schlamm ein und sickern durch bis zum Boden der Wanne. Hier soll das Wasser über Leitungen ablaufen, die durch den extrem mit Kalk versetzten Müllberg aber immer dichter werden. In aufwändigen Verfahren werden die Rohre jährlich wieder durchlässig gemacht. Franz Landis, Sachgebietsleiter der Abteilung Klärwerkbau, erklärt jedoch, dass die Wartung immer schwieriger wird und so dauerhaft nicht funktioniert. Deshalb wird nun der Baumbestand an der Oberfläche gerodet, um hier mit dem Gemisch Betonit einen Abschluss zu schaffen.

Zwei Schichten mit je 25 Zentimetern in einer Gesamtschicht von drei Metern sollen die Oberfläche der Deponie wasserundurchlässig machen. Dann rechnen die Experten der Stadtentwässerung München mit einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren, bis das Wasser aus dem Müllberg herausgelaufen ist. Da Klärschlamm, Kalk und Asche keine giftigen Stoffe enthalten, rechnen die Verantwortlichen der Stadt mit keinen Problemen.

In rund 25 Jahren könnte die endgültige Abnahme der stillgelegten Deponie durch die Regierung erfolgen. Endziel ist ein begehbarer Berg mit viel Grün und einer schönen Aussicht auf die Allianzarena zu schaffen. „Das Areal ist in der derzeitigen Bewaldung bereits eine Bereicherung für das Landschaftsbild“, sagt Landschaftsarchitektin Anette Ruoff, „doch erst die Sanierungsmaßnahme macht die Öffnung des Geländes für die Bevölkerung möglich.“ Ihr Vorhaben ist es, bis dahin einen grünen Berg zur Naherholung zu schaffen, wie am südlich gelegenen Windrad-Berg. Nico Bauer

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