Das Wie ist klar, das Wann bleibt offen

Unterschleißheim - Info-Veranstaltung zum sechsspurigen Ausbau der A92

Unterschleißheim - Der sechsspurige Ausbau der A 92 zwischen dem Dreieck Feldmoching und dem Kreuz Neufahrn rückt näher. Bei einer Informationsveranstaltung in Unterschleißheim standen die Referenten der Autobahndirektion Südbayern Rede und Antwort. Die drängendste Frage blieb unbeantwortet: Wann geht’s los?

Im August soll das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern beantragt werden. Die rund 90 Bürger im Bürgerhaus Unterschleißheim fragten immer wieder nach dem Zeitplan der Bauarbeiten. Doch der steht noch nicht genau fest. Alles hängt davon ab, ob das Planfeststellungsverfahren zügig läuft, oder ob es durch Klagen verzögert wird. Ist das Verfahren abgeschlossen, könnte die etwa dreijährige Bauzeit an der rund elf Kilometer langen Strecke beginnen. Doch nicht nur die Autobahn, sondern auch die Zubringerstraßen an den Anschlussstellen müssen ertüchtigt werden.

„Wir haben es heute wieder erlebt: In Oberschleißheim standen die Fahrzeuge in beiden Richtungen an den Ausfahrten“, berichtete Baudirektor Gilbert Peiker. Auch der Knotenpunkt in Unterschleißheim ächzt bereits jetzt unter den Verkehrsbelastungen: Rund 50 000 bis 60 000 Fahrzeuge rollen täglich über den Streckenabschnitt Feldmoching-Neufahrn. In knapp 15 Jahren, 2030, werden nach Peikers Prognose 70 000, wenn nicht sogar 80 000 Fahrzeuge pro Tag erwartet. Mehr Spuren an beiden Anschlussstellen sollen den Abbiege- und Geradeaus-Verkehr besser fließen lassen.

Oben und unten

Hierfür muss in der Gemeinde Oberschleißheim besonders viel gearbeitet werden, um die Brücke zu erweitern. Bei sechs Fahrspuren, zwei Standstreifen und dem deutlichen Plus an Fahrzeugen steht fest: Der Bauherr - also der Bund - müsse für Lärmschutz sorgen, erklärte Sachgebietsleiter Christian Rehm von der Autobahndirektion Südbayern. Dies wird von Feldmoching bis Neufahrn mit einem lärmmindernden Straßenbelag getan. In den Bereichen Badersfeld, Oberschleißheim, Riedmoos, Unterschleißheim und Inhauser Moos werden Lärmschutzwände und Wälle errichtet.

In den meisten Bereichen könnten die zulässigen Lärmgrenzwerte eingehalten werden, sagen die Planer:

Laut und leise

In Wohngebieten wird nachts mit 49 Dezibel und tagsüber mit 59 Dezibel gerechnet, in Mischgebieten jeweils tagsüber und nachts 59 Dezibel. Wo dies nicht gelingt, etwa im Inhauser Moos und Badersfelder Außenbereich, sollen zusätzliche passive Lärmschutzmaßnahmen - etwa an den Fassaden - helfen. Ein Tempolimit ist laut Autobahndirektion generell nicht Bestandteil eines Planfeststellungsverfahrens.

Die Realisierung und Finanzierung durch den Bund sieht Gilbert Peiker „sehr optimistisch“, denn die vom Bund favorisierten Kriterien Erhalt und Engpass-Beseitigungen träfen auf den A 92-Ausbau zu und der Bund hat 2013 die Planungen genehmigt. Am Ausbau getüftelt wird aber schon seit sieben Jahren. Damals haben die Planungen das Augenmerk auf das Miteinander von Autobahn und Transrapid gelegt. Doch 2008 kam das Aus für den Transrapid, und es musste neu geplant werden. 2011 wurden diese Planungen beim Bund zur Genehmigung eingereicht, zwei Jahre später lag die Erlaubnis vor. Sobald die Regierung Ja zum Planfeststellungsverfahren sagt, sollen die Unterlagen unter anderem im Rathaus Unterschleißheim und auch im Internet einsehbar sein. Einwände und Anregungen können dann schriftlich an die Regierung von Oberbayern gerichtet werden.

Marion Friedl

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