Klares "Ja" für einen Kunstrasen

Hohenbrunn - Kunstrasen - ja oder nein? In Hohenbrunn rang sich der Gemeinderat zu dem Beschluss durch, die Notwendigkeit anzuerkennen, dass ein Spielfeld auf dem Sportplatz einen Kunstrasen braucht.

Die Gemeinde geht für die Planung und Machbarkeit in Vorleistung und wird mit dem TSV Hohenbrunn-Riemerling über ein Bauherrenmodell sprechen.

Bereits Ende 2014 hat die CSU-Fraktion beantragt, eine halbe Million Euro in den diesjährigen Haushalt zu stellen, um einen Kunstrasen zu ermöglichen. Nun folgte ihr formeller Antrag zum Bau des Kunstrasenplatzes.

Technisch möglich wäre dieser durchaus, erklärte Mario Illigen vom Gemeindebauamt. In umliegenden Gemeinden wurde ein solcher Kunstrasen schon realisiert, beispielsweise in Ottobrunn und Putzbrunn. Ein Planer hat schon mal gerechnet und der Gemeinde bestätigt, dass eine halbe Million Euro für die finanzielle Umsetzung auf dem Rasenfeld 2 „eine recht sichere Zahl“ sei. CSU-Fraktionssprecher Anton Fritzmaier ergänzte den Antrag noch damit, dass die Bauherrschaft der TSV übernehmen soll. Nur so könnte beim Bayerischen Landessportverband ein Zuschuss beantragt werden. Diese Förderung, die zwischen 25 und 30 Prozent liegt, sollte sich die Gemeinde nicht entgehen lassen. Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) ergänzte, dass dann aber der Verein zehn Prozent Eigenleistung beitragen müsste.

Regina Wenzel (SPD) sprach die Nachfolgekosten an. In Putzbrunn müssten jährlich um die 14 000 Euro für den Kunstrasen zusätzlich aufgebracht werden. Das wäre auch für Hohenbrunn durchaus realistisch. Ganz verwehren wollte sich niemand im Gremium zu diesem Thema. Aber vielen erschien der Zeitpunkt der Beschlussfassung als verfrüht. „Das ist eine Menge Moos für die Gemeinde“, sagte Martina Kreder-Strugalla (Grüne). „Wir müssen uns das uns schon genau anschauen.“ Im TSV gäbe es ihren Informationen nach auch Uneinigkeit zu diesem Thema. Schließlich profitiere nur die Fußballabteilung von einem Kunstrasenplatz.

Auch Andreas Schlick vom Bürgerforum sah keine sofortige Notwendigkeit, einen Beschluss über die Errichtung des Kunstrasenplatzes zu fassen: „Uns fehlen ganz wichtige Erkenntnisse.“

Alfred Rietzler (Grüne), ein passionierter Fußballtrainer, warb für den Kunstrasen: „Die Fußballer möchten ganzjährig trainieren. Das ist nicht möglich.“ In den Wintermonaten könne nur bedingt das Trainingsprogramm in Hallen realisiert werden. Straßmair brachte, wie Wolfgang Schmidhuber (Grüne), einen geänderten Vorschlag ein. Der Rathauschef sprach von einem Signal für den Kunstrasen. Vom Bau ist also noch keine Rede.

wjr

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