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Klaus Läßing vor seinem Bücherschrank. Jetzt nimmt der 80-Jährige Abstand von der Arbeit im Gemeinderat.

Abschied nach zwei Jahren als PWU-Gemeinderat

Klaus Läßing (80) zieht sich aus dem Gemeinderat zurück

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Klaus Läßing scheidet aus dem Gemeinderat Unterföhring aus. Nach zwei Jahren gibt der ehemalige Bürgermeister und amtierende Gemeinderat der Parteifreien Wählergemeinschaft (PWU) sein Mandat zurück.

Sein Rücktrittsgesuch hat er vor ein paar Tagen an die Rathausverwaltung geschickt. 18 Jahre lang war der ehemalige Sozialdemokrat Klaus Läßing Unterföhrings Bürgermeister. Nach zwei erfolgreichen Amtsperioden bootete ihn die Unterföhringer SPD aus und nominierte 1996 Franz Schwarz. Enttäuscht und gekränkt gab Läßing sein SPD-Parteibuch zurück und wechselte zur PWU. Die Unterföhringer bestätigten ihn, Läßing gewann die Wahl mit den Parteifreien, sechs Jahre später trat er zurück, und Franz Schwarz kam zum Zug.

2014 feierte der Alt-Bürgermeister ein überraschendes „Comeback“: Klaus Läßing zog als Häufelkönig für die Parteifreien in den Gemeinderat ein. Der damals 78-Jährige schaffte auf der PWU-Liste den Sprung von Platz 14 auf Platz drei, mit 2632 Stimmen. Mit seinem Erfahrungsschatz aus 18 Jahren im Bürgermeisteramt wollte er Andreas Kemmelmeyer und die Parteifreien unterstützen, ohne dabei „den Oberlehrer“ zu spielen, wie er sagte. Er versprach am Wahlabend: „Ich werde schon noch ein bisschen durchhalten.“ 

Abschied aus Altersgründen

Was im Gemeinderat passiert, hat den meinungsstarken Senior oft aufgeregt. Mit deutlichen Worten wie kein anderer im Gremium hat der gebürtige Hamburger seine Meinung vertreten, manchmal war das nicht nur für die politischen Gegner, sondern auch für die eigenen Parteifreunde unbequem. 

„Ich melde mich auch ungefragt, wenn mich der Hafer sticht oder es mir die Vernunft einsagt“, sagt Läßing: „Ich bin kein politisches Neutrum, ich habe eine eigene Meinung.“ 

Das sei aber nicht der Grund für seinen Rückzug. Er verabschiede sich „aus Altersgründen“. Am 26. Juni feierte er seinen 80. Geburtstag, im kleinen Rahmen, nur mit seiner Frau Christine. Sie unternahmen eine Reise nach Fürth, wo sie 1959 frisch verheiratet in der Altbauwohnung des Schwiegervaters lebten. Weil es aber in Unterföhring nicht heißen sollte, dass er sich um eine Einladung drücke, spendete er 10 000 Euro für die soziale Seniorenarbeit der Gemeinde. 

Nachfolgerin wird im September Gertrud Mörike

Im September wird Nachrückerin Gertrud Mörike Läßings Platz im Rathaussaal einnehmen. Die 52-Jährige engagiert sich im Förderverein Soziale Dienste und ist Schriftführerin im Vorstand. „Sie hat noch Mumm in den Knochen“, sagt Läßing.

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