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Ein kleiner Riese sagt grüß Gott: Hartmut Naefe begrüßt mit der Marionette „Riese Kronos“ den Ismaninger Bürgermeister Alexander Greulich. Anita Naefe (Zweite v.r.) sammelt mit ihrem Mann Hartmut historische Marione tten – sehr zur Freude von Christine Heinz, der Leiterin des Foto: Gerald Förtsch

Ismaninger Museumsmeile 

Kleine Puppenkommen groß raus

Mit fünf Figuren hat alles angefangen: Heute besitzen Anita und Hartmut Naefe unzählige Marionetten. Einen Teil der historischen Sammlung ist jetzt im Schloss-Museum zu sehen.

Von Nico Bauer

Ismaning – Der Kontrast auf der Ismaninger Museumsmeile könnte dieser Tage nicht größer sein. Während sich die jüngste Ausstellung im Kallmann-Museum den Ängsten und Gefahren der Menschheit widmet (siehe rechts), steht wenige Meter entfernt das Schloss-Museum im Zeichen von Dienstleistern, die seit Jahrhunderten Groß und Klein zum Lachen bringen.

Das Ismaninger Heimatmuseum zeigt zum ersten Mal Stücke aus der Marionettensammlung von Anita (68) und Hartmut (71) Naefe aus Viechtach. „Wir wissen eigentlich selbst nicht so genau, wie wir zu dieser Sammlung gekommen sind“, sagte Hartmut Naefe. Seine Frau habe einmal fünf Marionetten auf einem Flohmarkt gekauft und mit diesen ersten Figuren habe sich dann eine regelrechte Sammlerleidenschaft entwickelt, erzählen die beiden. Heute nutzen sie die Einliegerwohnung ihres Hauses, um rund 1000 historische Marionetten unterzubringen, die zum Großteil aus dem böhmischen Raum stammen. Viele sind keine Solitäre, sondern werden auf Bühnen gezeigt.

Die Naefes gehen mit ihren Schätzen gerne in die Welt hinaus. In Ismaning bekommen die Besucher der Ausstellung bis zum 30. April rund 100 Marionetten auf verschiedenen Bühnen zu sehen. Museumsleiterin Christine Heinz scherzte bei der Vernissage, dass die Naefes Ismanings talentierte Schreiner Rudolf Höpfl, Klaus Daniel, Horst Kraus und Manuel Scharl „am liebsten gleich adoptieren würden“.

Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich hatte viel Spaß zwischen dem Kasperl „Larifari“ und dem Riesen Kronos, der ihn auch offiziell begrüßte. „Eine so bunte und lebendige Ausstellung hatten wir wahrscheinlich noch nie hier im Schlossmuseum“, sagte er. Schon zu der Eröffnung waren auch einige Kinder gekommen, die mit leuchtenden Augen die Bühnen betrachteten, deren Faszination für junge Betrachter auch im Zeitalter der Playstation nicht nachgelassen hat.

Am Sonntag, 2. April, wird die Ausstellung verbunden mit einem Marionetten-Tag in den Räumen der Ismaninger Volkshochschule. Dort gibt es ab 11 Uhr im Rahmen einer Sonntagsmatinee das skurril-virtuose Marionettenspiel „Boulevard of broken Stars“ zu sehen, und ab 15.30 Uhr ein Puppentheater zum Mitmachen für die ganze Familie.

Der Kartenvorverkauf für die Vorstellung erfolgt über die Volkshochschule Nord unter www.vhs-nord.de oder per Telefon unter 089/55 05 17 70.

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