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Nach seinem Auftritt bei der Bürgerversammlung im Oktober war Bürgermeister Jan Neusiedl mehrere Monate krank. Zurück im Rathaus, will er nun die Projekte in der Gemeinde weiter vorantreiben. 

Der Rathauschef im Interview

CSU nominiert Bürgermeister Jan Neusiedl für erneute Amtszeit in Grünwald

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Jan Neusiedl tritt wieder an: Die CSU Grünwald nominierte den Bürgermeister für die Wahl 2020 für eine zweite Amtszeit. Im Interview blickt er aufs kommende Jahr.

Grünwald – Mehrere Monate war Grünwalds Bürgermeister Jan Neusiedl krank geschrieben. Nun hat ihn die CSU einstimmig wieder zum Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. Er fühlt sich demnach fit und gab dem Münchner Merkur einen Ausblick auf die größten Baustellen in der Gemeinde in diesem Jahr.

- Herr Neusiedl, was muss in Grünwald heuer angepackt werden?

Als Erstes ist zu nennen die Erweiterung des Hallenbades. Es ist ja die Tage wieder ein Aufschrei durch Deutschland gegangen, dass die Hallenbäder schließen und die Kinder immer weniger schwimmen lernen. Das ist bei uns nicht der Fall. Wir haben das vorausschauend erkannt und die Erweiterung vorangetrieben. Die Architekten wurden ja in einem europaweiten Verfahren ausgewählt. Es geht in Riesenschritten voran.

Der Plan fürs Hallenbad

- Können Sie die Vorgehensweise schildern?

Wir haben sehr viele Schwimmkurse. Ob für Mutter und Kind oder Wassergymnastik. Wir werden zu diesem Zweck ein Lehrschwimmbecken mit einer Länge von 16 Metern bauen – mit Hubboden. Das bietet zum Beispiel bei Aquagymnastik den Vorteil, dass man die Höhe regulieren und auf Hüfthöhe einstellen kann. Im großen Becken steht dann auch mehr Platz zur Verfügung. Hier finden ja auch die Schwimmkurse für unsere Grundschule und seit einiger Zeit auch für das Gymnasium statt. Dafür reicht zwar der Status Quo, aber wollen natürlich auch die Nutzbarkeit für die Bevölkerung aufrechterhalten.

- Ein großes Projekt also?

Ja. Den genauen Ablauf können wir jetzt noch nicht abschließend mitteilen. Es wird eine Schließzeit des bestehenden Beckens geben, aber wir werden uns bemühen, sie möglichst gering zu halten.

So geht es bei der Geothermie weiter

- Der Geothermie-Ausbau ist soweit fertig?

Die Neubauten haben wir praktisch alle abgeschlossen. Durch das Energiepaket der Bundesregierung wird das noch einen größeren Aufschwung nehmen, weil ja ab nächstem Jahr CO2 bepreist wird, die Heizungen betreffend. Der Verbund mit der Geothermie Unterhaching läuft auch prima, und wir haben eine Absichtserklärung – einen Letter of Intent, wie es Neudeutsch heißt – mit den Stadtwerken vereinbart, um die Geothermie weiter zu fördern im Süden von München.

- Wie könnte das aussehen?

Das wird sich konkret erst noch zeigen. Wir werden gemeinsam Projekte voranbringen zur Versorgungssicherheit. Die genaue Zusammenarbeit muss erst noch abgesteckt werden.

- Es werden Bohrungen stattfinden, nehme ich an.

Die Stadtwerke werden Bohrungen machen. Das Thema Vernetzung spielt eine Rolle. Wir sind ja die erste Geothermie-Gemeinde, die sich mit der Nachbargemeinde vernetzt hat, nämlich von Laufzorn nach Unterhaching. Wir waren Vorreiter, und das wird auch weiterhin zunehmen. Dann geht es weiter mit LED. Wir haben beschlossen, unsere Straßenbeleuchtung komplett umzustellen.

- Wie weit sind Sie da gekommen?

Wir haben etwa 2000 Brennstellen erneuert oder umgestellt. Das sind knapp 50 Prozent. Häufig ist es nicht damit getan, den Kopf zu erneuern. In der Regel muss die Verkabelung erneuert werden. Zum Teil sind die Masten 70 Jahre alt und haben ausgedient. Die neuen Lampen werden gut angenommen, leuchten bessern aus und die Einsparungen sind enorm. Die Bayernwerke erledigen das und sind auch zuständig für den Service.

Dauer-Thema Straßensanierung

- Bei der Straßensanierung ist auch etwas zu leisten?

Ja, in den vergangenen zwei Jahren haben wir auf den Staatsstraßen Flüsterasphalt verlegt. Als Erstes kam die Oberhachinger Straße, es folgte die Nördliche Münchner Straße. Ich bekomme es mit über die Anwohner. Es ist sehr viel leiser geworden und bequemer zu fahren. In diesem Jahr ist die Südliche Münchner Straße dran. Nach Möglichkeit wollen wir den Flüsterasphalt in den Ferien verlegen. Es gibt Umleitungsmöglichkeiten und sollte reibungslos laufen.

- Wird es in der Frage Feinstaub an der Oberhachinger Straße Ergebnisse geben?

Der Gemeinderat hatte beschlossen, eine vertiefte Untersuchung in Auftrag zu geben. Dieses Jahr wird sie wohl noch vorgestellt. Aber das ist ja ein Witz. In der Oberhachinger Straße pfeift es durch. Da müssen Sie im Winter spazieren gehen. Das ist eine Luftschneise zwischen Forst und Isartal. Landsberger- und Verdistraße in München sind dagegen angeblich in Ordnung. Da lache ich mich schief. So was kommt heraus, wenn man schematisch vorgeht. Nun gut.

- Viel Aufwand sind Jahr für Jahr die Straßensanierungen...

Ja, da hatten wir in den vergangenen Jahren viel zu tun. In diesem Jahr ist das restliche Stück der Perlacher Straße dran. Und dann rechnen wir mit den ersten Ergebnissen bezüglich der Fußgänger- und Radbrücke über das Isartal. Der Gemeinderat hatte ja beschlossen, zumindest untersuchen zu lassen, welche Möglichkeiten da bestehen.

Skepsis bezüglich Fuß- und Radweg-Brücke über die Isar

- Von dem Projekt waren Sie nicht immer restlos begeistert, oder?

Dass man die Machbarkeit untersucht, dagegen ist nichts zu sagen. Wie es umzusetzen ist, das muss man sehen. Bei einer konkreten Stelle in Nähe der Burg wäre der Bedarf gegeben, aber der Denkmalschutz hat abgelehnt. An einer anderen Stelle spricht vielleicht nichts dagegen, aber ist der Bedarf da? Es ist ein Projekt, bei dem dicke Bretter gebohrt werden müssen. Es wird spannend: Der Landkreis München hat eine Machbarkeitsstudie für Seilbahnen im Isartal in Auftrag gegeben. Da geht es um eine Verbindung von Germering übers Würmtal, Isartal und weiter. Für eine Abstimmung, auch in Hinsicht auf eine Brücke, haben erste Gespräche stattgefunden. Das Landratsamt ist federführend.

- Aber auch mit Natur und Artenschutz ist die Gemeinde mittlerweile befasst.

Ja, es geht mit unseren Blühwiesen weiter. Wir waren ja hier Vorreiter. Noch vor dem Volksbegehren für Artenschutz hat sich die Gemeinde dazu entschieden. Das wird von der Bevölkerung gut angenommen und es hat schön geblüht bis in den Herbst hinein. Zum Beispiel an der Nördlichen Münchner Straße bei der Einkehr. Zunächst sah es nach Steinwüste aus. Aber dann ging die Saat auf. Ein Traum. Das Projekt wird schrittweise fortgeführt.

Die Kommunalwahl 2020 im Landkreis München

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis München haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis München.

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