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Gut gelaunt in die Stichwahl gehen die zwei Christophs: Nadler von den Grünen (links) und CSU-Amtsinhaber Göbel – die Entscheidung um den Posten als Landrat fällt am 29. März.

Landratswahl

Nadler fordert Göbel in Stichwahl heraus

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Amtsinhaber Christoph Göbel (CSU) verpasst eine absolute Mehrheit. Bei  SPD-Kandidatin Anette Ganssnüller-Maluche herrscht Enttäuschung.

Landkreis - Das Rennen um den Chefsessel im Landratsamt wird in einer Stichwahl am 29. März entschieden. Amtsinhaber Christoph Göbel (CSU) kam bei der Landratswahl (endgültiges Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor) auf 44,6 Prozent der Stimmen und verpasste damit eine absolute Mehrheit. Sein Herausforderer in der Stichwahl ist Christoph Nadler (Grüne), der 24,1 Prozent erreichte. Annette Gannsmüller-Maluche (SPD), 2014 in der Stichwahl gegen Göbel unterlegen, musste sich mit Platz drei und 15,0 Prozent begnügen. An vierter Stelle landete Otto Bußjäger (Freie Wähler/9,1 Prozent) vor Gerold Otten (AfD/4,5 Prozent) und Michael Ritz (FDP), zugleich Bürgermeisterkandidat in Grünwald, mit 2,7 Prozent. 

Göbel hat mit Stichwahl gerechnet - Plakate schon gedruckt

„Bei sechs Kandidaten habe ich mit einer Stichwahl gerechnet – die Plakate sind schon gedruckt“, sagte Göbel. Der 45-Jährige aus Gräfelfing ist „sehr zufrieden“ mit seinem Ergebnis, er sei aber „weit davon entfernt, sich beruhigt hinzustellen“. Wegen der Einschränkungen durch das Coronavirus werde es „ein bisschen einen komischen Wahlkampf geben“, in dem es vor allem auf Mobilisierung ankomme: „Ich habe eine gute Ausgangslage, aber es wird kein Selbstläufer. Allerdings spüre ich auch keine Wechselstimmung.“ 

Christoph Nadler (Grüne) gibt sich kämpferisch

Grünen-Herausforderer Christoph Nadler gibt sich kämpferisch. „Ich bin ja 1860-Fan“, erläutert der 64-Jährige aus Taufkirchen. „Und wenn immer der Favorit gewinnen würde, dürfte der FC Bayern kein Spiel verlieren.“ Er glaubt aber auch, dass die Corona-Krise eher Göbel nütze: „Ich solchen Zeiten stimmt die Bevölkerung eher für das Bewährte als für einen Wechsel.“

Unzufriedenheit mit ihrem Resultat bei Annette Gannsmüller-Maluche

Keinen Hehl aus der Unzufriedenheit mit ihrem Resultat mache Annette Gannsmüller-Maluche, die 2014 noch 28,2 Prozent geholt und Göbel in die Stichwahl gezwungen hatte. „Klar bin ich enttäuscht“, gab die Ismaningerin zu. Immerhin habe sie sich „Platz drei erkämpft“, aber gemessen an ihrem Engagement habe sie sich mehr erwartet. Der Erfolg der Grünen sei „ein Partei-Effekt, denn von deren Spitzenkandidaten (also Christoph Nadler; d. Red.) habe ich keine Inhalte gesehen.“ Woran es lag? „Ich glaube“, sagt die 58-Jährige, „dass Liste 5 ein Handicap war.“ 

Otto Bußjäger: „Ich habe mich nicht verschlechtert und bin zufrieden“

Den vierten Platz gehalten hat indes Otto Bußjäger (Freie Wähler), und das freute den 49-Jährigen aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn sehr: „Ich habe mich nicht verschlechtert und bin zufrieden.“ Mit seinem Ergebnis liege er „im erwarteten Horizont von acht bis elf Prozent“. 

AfD-Kandidat Gerold Otten

Als Fünftplatzierter sah sich AfD-Kandidat Gerold Otten aus Putzbrunn „mehr oder weniger im erwarteten Bereich“. Landrat Göbel habe viele Sympathien gewonnen, die Grünen lägen generell stark im Trend, „da sind gleich mal 70 Prozent weg und für die anderen Kandidaten bleibt nicht viel übrig“. 

Die Feierstimmung im Foyer des Landratsamts hielt sich bei allen Fraktionen in überschaubaren Grenzen: Wegen der Corona-Ansteckungsgefahr fiel die übliche Wahlparty diesmal aus, nur Kandidaten plus Presse waren offiziell zugelassen.

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