Der Konflikt ums Maisfeld schwelt weiter

Hohenbrunn - Nach dem Plattwalzen des Feldes beharren Autohändler und Landwirt auf ihren Positionen

Nach dem Plattwalzen eines Maisfeldes vor dem Autohaus Schulz in Hohenbrunn sind die Fronten weiter verhärtet. Sowohl Egidius Schulz junior, der mit seinem Vater Egid Schulz das Geschäft leitet, als auch der geschädigte Landwirt haben sich nicht angenähert. Wie berichtet, hatte das Autohaus einen Teil des Feldes zwischen der Putzbrunner Straße und dem Grasbrunner Weg vor einigen Tagen plattmachen lassen.

Schulz junior, der seinen Betrieb seit drei Jahren durch den Anbau der mannshohen Maispflanzen geschädigt sieht, bereut die strafbare Handlung nicht. „Es war auf keinen Fall schlecht“, sagt der 27-Jährige. Gegenüber dem geschädigten Kotter, der sich nicht mehr öffentlich zu dieser Angelegenheit äußern wollte, verspürt Schulz kein sehr großes Unrechtbewusstsein. „Er hätte den Mais selbst wegmachen können und hätte dafür von uns eine finanzielle Belohnung bekommen“, sagt der Geschäftsleiter. 500 Euro habe man Kotter angeboten. Zudem sieht sich der Diplom-Betriebswirt in seinen Vorwürfen gegen Kotter durch positive Reaktionen von Hohenbrunner Bürgern bestätigt.

Obwohl bisher keine Anzeige wegen Sachbeschädigung bei Schulz eintraf, bewertet der Hohenbrunner Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) die Aktion als Jurist grundlegend anders. „Ich sehe es als Vergehen. Es geht nicht, dass man das Recht selbst in die Hand nimmt“, sagt das Mitglied des Kreistages. „Einfach drüberwalzen, das geht nicht.“

Dennoch hofft Straßmair weiterhin auf eine Lösung des Konflikts zwischen dem Autohändler und dem Landwirt, der den Feldgrund vor dem Autohaus gepachtet hat. Hinterherlaufen wolle der Hohenbrunner Gemeindechef den beiden Parteien aber nicht. „Wenn sie eine Lösung brauchen, können sich beide Seiten gerne an mich wenden“, sagt der Bürgermeister. Der Disput sei mittlerweile ein Gesprächsthema im Ort.

Aus Sicht des Bürgermeisters ist die Rechtslage nicht zu verkennen: „Wenn das Grundstück verpachtet ist, kann Herr Kotter anpflanzen, was er möchte.“ Dem Autohändler Schulz, dem ein Fünftel der Fläche von 17 000 Quadratmetern gehört, kann der Rathauschef dabei wenig weiterhelfen. „Herrn Schulz habe ich mehrfach erklärt, dass ich da nichts tun kann.“

Das Argument des Geschäftsmannes, dass das Autohaus durch die bessere Einsicht von der viel befahrenen Putzbrunner Straße mehr umsetze und die Gemeinde „deutlich mehr Gewerbesteuereinnahmen“ erhalte, relativiert Straßmair. „Ich glaube nicht, dass die Gemeinde auf diese Mehreinnahmen dringend angewiesen wäre.“

Die Einnahmenseite aber ist wichtig für das Autohaus mit seinen 21 Mitarbeitern und vier Auszubildenden. „Wir wollen die Arbeitsplätze erhalten“, sagt Schulz. Entlassungen von Mitarbeitern habe man bisher „noch vermeiden können“. Im Autohaus hofft man sehr, dass das Geschäft durch das plattgewalzte Mais- Feld besser floriert.

Robert M. Frank

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