Vom Konsens weit entfernt

Grasbrunn - Beim Thema Baumschutzverordnung sind bei der „Grünen Runde“ in Grasbrunn ordentlich die Fetzen geflogen.

Das Thema Baumschutzverordnung brachte rund 60 Bürger in den Grasbrunner Hof – davon waren rund 50 Gegner der Verordnung, unter ihnen auch CSU-Gemeinderat Karl Humplmair.

Und die Fronten, die auf einander prallten, waren heftig und gingen teilweise sogar ins Persönliche. Noch ehe die Versammlung begonnen hatte, stritten bereits Grünen-Chef Max Walleitner und Johannes Bußjäger, der in einer Nacht-und-Nebel-Aktion bereits einige Bäume gefällt hatte (wir berichteten). Der 31-Jährige argumentierte, er habe Angst, dass seine Erben das betroffene Areal einmal nicht als Bauland nutzen könnten. Walleitner und Bußjäger fanden keine Einigung darüber, ob die Bäume denn nun überhaupt in dem Bereich stehen, der unter die Baumschutzverordnung fallen könnte.

Zu Beginn der Versammlung erläuterte Walleitner den Inhalt der Baumschutzverordnung, wurde dabei aber von zahlreichen Zwischenrufen und Lachern unterbrochen. Und dann ging es rund. „Haben Sie die Bäume gepflanzt oder wir?“, musste sich Walleitner von Franz Freytag fragen lassen. Freytag prophezeite eine Vielzahl von Fällungen, ehe die Verordnung in Kraft tritt – eine Vorhersage, die von vielen Landwirten noch öfter fiel.

„Eine Bevormundung wie im Osten!“, „Gibt’s die Bäume erst, seit es die Grünen gibt?“ und „Wir lassen uns von ihnen keine Handschellen anlegen!“, waren nur einige Sätze gegen Walleitner, die in der Feststellung gipfelten: „Sie sind der Baumvernichter!“

Walleitner, der sich nicht in der Rolle des moderaten Versammlungsleiters sah, konterte: „Die Baumschützer sitzen hier vorn, die Zerstörer hinten“, worauf es, wie schon mehrmals zuvor, zu tumultartigen Szenen kam.

Aber selbst die Grünen waren sich nicht einig. Von den neun anwesenden bekannten sich zwei offen gegen die Verordnung und zwei weitere, dass sie noch keine abschließende Meinung hätten.

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