Konsequenzen aus Armutsbericht: Landkreis will Sozialverwaltung umstrukturieren

Garching - Landrätin Johanna Rumschöttel (SPD) hat die Absicht, die Sozialverwaltung im Landratsamt komplett umzustrukturieren, falls der Landkreis zur so genannten Optionskommune wird.

„Ich will die sozialen Dienste fundamental umbauen“, sagt Rumschöttel im Gespräch mit unserer Zeitung.

Hintergrund ist die Bewerbung des Landkreises als „Optionskommune“. Das Konzept sieht vor, dass für Bezieher des Arbeitslosengeldes II nicht die Bundesagentur für Arbeit und die Kommunen gemeinsam zuständig sind, sondern ausschließlich der Landkreis. Diese werden auch als Optionskommunen bezeichnet.

Die Arbeitslosenhilfe wird dadurch unter einem Dach zusammengefasst. Die Anzahl der Kommunen, die Optionsgemeinden werden dürfen, ist bundesweit auf 69, in Bayern auf sechs begrenzt.

Nach Angaben von Landrätin Johanna Rumschöttel wurde in der Woche vor Weihnachten ein Antrag gestellt. „Bis Ende März, Anfang April werden wir erfahren, ob der Antrag erfolgreich war“, sagt Rumschöttel.

Wird dem Antrag entsprochen, wird die Arbeitsvermittlung allein unter der Ägide des Landratsamtes laufen. „Das ist eine große Herausforderung“, sagt Rumschöttel. Sie kündigt an, dass dafür die Sozialverwaltung grundlegend umgebaut werden soll. „In Richtung Sozialbürgerbüro und Fallmanagement für die Betroffenen.“

Der Zusammenhang von Armut und Arbeitslosigkeit soll in der Verwaltungsorganisation aufeinander abgestimmt werden. Der Kreistag und die Landrätin ziehen damit Konsequenzen aus dem Armutsbericht des Landkreises, der detailliert den hohem sozialen Druck durch steigende Lebenshaltungskosten belegt. „Auch in unserem vermeintlich reichen Landkreis geht die soziale Schere immer weiter auf, es gibt immer mehr Menschen, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind. Das ist eine Tatsache“, schreibt Rumschöttel im Vorwort des Berichts.

Die Tafeln im Landkreis werden weiter auf kein Geld aus der Kreiskasse hoffen können. Rumschöttel betonte, dass nicht angedacht sei, die Einrichtungen finanziell zu unterstützen. Aber: „Ich weiß, dass die Spenden keine solide Grundlage für die Tafeln sind.“ stm

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