Ínformiert selbst: Auf den Asyl-Infoabend der Gemeinde am 17. September wollte Detlef Wildenheim nicht warten. Foto: NB

Von Kopfschütteln bis Zustimmung

Neukeferloh - Es brodelt seit der Grasbrunner Gemeinderatssitzung am 28. Juli. Damals wurde die Unterbringung von 100 Asylbewerbern beschlossen mit drei Standorten in Neukeferloh, Grasbrunn und Harthausen. Detlef Wildenheim (45) ärgert sich über den gesamten Prozess, fordert Transparenz und Bürgerbeteiligung und will sich das nicht gefallen lassen.

Deshalb wurde der Neukeferloher selbst aktiv und lud am Freitagabend zur Infoveranstaltung ins Wirtshaus am Sportpark ein - die Resonanz war gemischt.

Der Wirtschafts- und Immobilienberater stellte den rund 50 Bürgern das Projekt vor mit dem Ziel, dass bis zur Informationsveranstaltung der Gemeinde am 17. September die Bürger Fragen und Vorschläge für weitere Standorte vorbereiten. Wildenheim hatte in der Vergangenheit einen offenen Brief ans Rathaus geschrieben und sich dort sowie im Landratsamt umfassend informiert. Die Gemeinde und den derzeit im Urlaub weilenden Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) kritisiert er für „drei Jahre ohne Beschluss und ohne Beteiligung der Bürger. Deshalb ist auch der eine oder andere im Landratsamt nicht gut auf Grasbrunn zu sprechen“.

Der Kommune wirft er vor, lange nichts getan zu haben und nun bei der Unterbringung der zu erwartenden Asylsuchenden zu kurzfristig zu denken: „Als Autofahrer kriegen sie ja auch gelernt, vorausschauend fahren zu müssen.“ Er stellte Prognosen der Flüchtlingszahl, basierend auf den Aussagen von bayerischen und Bundesministerien, vor. Die Zahl der für 2015 erwarteten 100 Asylbewerber würde sich laut dieser Berechnungen steigern auf bis zu 176. Dazu müsse die Kommune auch 2016 und 2017 mit mindestens 80 weiteren Flüchtlingen rechnen. Ergo brauche die Gemeinde deutlich mehr als die 100 beschlossenen Plätze.

Detlef Wildenheim möchte ehrliche Antworten, ob die drei Standorte erweitert werden oder am Ende mehr Flächen benötigt werden.

Fläche am Rand

von Grasbrunn

Der Neukeferloher präsentierte als seinen Vorschlag eine Fläche der Gemeinde am östlichen Rand des Ortsteils Grasbrunn. Hier könne die steigende Zahl der Flüchtlinge auch in den folgenden Jahre untergebracht werden. Die Resonanz der Zuhörer war unterschiedlich - von stillem Kopfschütteln bis zu zustimmenden Beiträgen. Einige befürworten die Initiative, langfristige Lösungen jetzt mit einem großen Wurf anzugehen. Es gab aber auch Stimmen für eine dezentrale Unterbringung, wie sie die Gemeinde an den drei Standorten plant, weil diese für die Flüchtlinge menschenwürdiger sei. Klar wurde, dass die Bürger derzeit auch keine neuen Standorte zu nennen wissen, die am 17. September dem Bürgermeister vorgeschlagen werden könnten.

Nico Bauer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona-Ausbruch in Asylunterkunft: Reihentest für Bewohner und Mitarbeiter
Zuletzt ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Unterschleißheim merklich gestiegen. In einer Flüchtlingsunterkunft haben sich mehrere Bewohner infiziert. Die Behörden …
Corona-Ausbruch in Asylunterkunft: Reihentest für Bewohner und Mitarbeiter
Nun doch: Hubert Zellner verlässt nach Wahlniederlage Sauerlach
Sie haben es noch mal miteinander probiert, doch nun packt der Unterlegene seine Sachen: Die gemeinsamen Tage der politischen Konkurrenten Hubert Zellner (CSU) und …
Nun doch: Hubert Zellner verlässt nach Wahlniederlage Sauerlach
Endlich surfen in Höchstgeschwindigkeit: Badersfeld bekommt schnelles Internet
Im Ortsteil Badersfeld haben sie sich lang gedulden müssen, jetzt bekommen sie Highspeed-Internet. Die Gemeinde nutzt ein attraktives Förderprogramm des Freistaats.
Endlich surfen in Höchstgeschwindigkeit: Badersfeld bekommt schnelles Internet
Unfall auf Friedhofsparkplatz: Frau unter Auto eingeklemmt - schwer verletzt
Ein schwerer Unfall hat sich auf dem Parkplatz des Unterhachinger Friedhofs erreignet. Eine Frau wurde dabei schwer verletzt.
Unfall auf Friedhofsparkplatz: Frau unter Auto eingeklemmt - schwer verletzt

Kommentare