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Korruptionsverdacht im Bauamt - Staatsanwalt ermittelt

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Alles sauber gelaufen 
          bei der Schulsanierung – nicht so bei anderen Projekten. 
            Foto: rabe
Alles sauber gelaufen bei der Schulsanierung – nicht so bei anderen Projekten. Foto: rabe

Feldkirchen - Im Bauamt der Gemeinde Feldkirchen ist es offenbar zu Unregelmäßigkeiten gekommen.

Ein langjähriger Mitarbeiter gab gegenüber Bürgermeister Werner van der Weck zu, in insgesamt 17 Fällen mit Scheinangeboten gearbeitet zu haben.

Erste Unstimmigkeiten waren Bürgermeister van der Weck bereits im September aufgefallen. Vergleichende Angebote für Aufträge über 2000 Euro schienen „wie mit der Kinderpost hergestellt,“ erklärt er. Diese hatte er zwecks allgemeiner Kontrolle von dem betroffenen Mitarbeiter angefordert. Als van der Weck bei einigen Firmen nachfragte, seien die Reaktionen auffällig, aber nicht eindeutig gewesen. Auf eine damalige Nachfrage hin versicherte der Mitarbeiter seine Unschuld, alles sei rechtens.

Dann kam der Stein jedoch ins Rollen, als ein empörter Subunternehmer sich bei van der Weck meldete: Er habe gar kein Angebot abgegeben, sein Name sei ohne sein Wissen verwendet worden. Daraufhin bestellte van der Weck den Mitarbeiter am 18. Dezember zu einem Gespräch, im Beisein der Vorgesetzten Stöhr und Schäpe. Der betroffene Bauamtsmitarbeiter gab daraufhin zu, in 17 Fällen Scheinangebote abgegeben zu haben und reichte seine Kündigung zum 31.12.2008 ein. Er habe es „ohne Druck“ zugegeben, als man ihn mit den Fakten konfrontierte.

Bürgermeister van der Weck übergab die Angelegenheit unverzüglich der Staatsanwaltschaft, die am 22.12. die Unterlagen beschlagnahmte und den Fall nun bearbeitet. Wie lange der Mitarbeiter bereits Scheinangebote einsetzte, um bestimmte Firmen zu begünstigen und welche Projekte in Feldkirchen davon betroffen sind, wollte van der Weck nicht sagen, mit Verweis auf das schwebende Verfahren und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Weder Schulsanierung noch Bau der Aussegnungshalle seien jedoch betroffen.

Ob Geld für die Gefälligkeiten gezahlt wurde, müssen die Ermittlungen klären. Laut eigenen Angaben hat der Mitarbeiter keine Vorteile aus den Scheinangeboten gezogen. Er habe nur zum Wohl der Gemeinde die zuverlässigen Firmen am Ort einsetzen wollen, gibt van der Weck dessen Aussagen wieder.

Unmittelbare Konsequenzen in Feldkirchen sind, dass zukünftig Angebotseinholungen und Auftragsvergaben noch schärfer kontrolliert werden sollen. Darüber hinaus muss die Stelle des Bauleiters neu besetzt werden.

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