Korruptionsverdacht: Ex-Bauamtsmitarbeiter in U-Haft

Feldkirchen - Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit und erwerbsmäßiger Absprache gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Bauamts. Der Mann sitzt in U-Haft.

Das Büro im Bauamt und die Wohnung des Verdächtigen sind durchsucht worden. Ein Verdacht auf Unregelmäßigkeiten besteht insbesondere bei Aufträgen, die der Betreffende bei Straßenbau und Straßenreinigung betreute, sowie in Sachen Kindergartenausstattung. Der Verdächtige soll in mindestens 17 Fällen Scheinangebote eingesetzt haben, um bestimmte Firmen bevorzugt zum Zuge kommen zu lassen (wir berichteten).

Als Bürgermeister Werner van der Weck den Bauleiter mit dem konkreten Verdacht konfrontierte, weil ihm vorgelegte Vergleichsangebote nicht koscher erschienen, gab dieser seine Taten zu und kündigte zum 31.12.2008.

Zurzeit wird gegen insgesamt vier Beschuldigte ermittelt. Es können mehrere Firmen betroffen sein, eine sticht jedoch besonders hervor, berichtet Oberstaatsanwalt Anton Winkler. Wie lange es bereits zur Unregelmäßigkeiten kam, wird noch geprüft. Auch ist noch ungeklärt, ob Schmiergelder oder andere Leistungen geflossen sind und ob der Gemeinde Feldkirchen ein finanzieller Schaden entstanden ist. Gegebenenfalls hätte die Gemeinde privatrechtliche Regressansprüche gegen den ehemaligen Mitarbeiter.

Unstrittig ist der Schaden, den der Ruf der Rathausverwaltung dadurch genommen hat, auch wenn es die Verfehlung nur eines Mitarbeiters ist. „Es ist die Tat eines Einzelnen, die Feldkirchener Verwaltung ist ein zuverlässiges, fähiges und tolles Team,“ betont van der Weck, seit Mai 2008 neuer Bürgermeister.

Auch sein Amtsvorgänger Altbürgermeister Leonhard Baumann betont dies ausdrücklich. „Das hat mich sehr betroffen, so etwas hätte ich nicht erwartet,“ erklärt Baumann. Während seiner Amtszeit habe es keinerlei Hinweise gegeben, dass nicht alles seinen rechten Gang gehe, betont er. Insbesondere als aus der Ismaninger Verwaltung ein derartiger Fall bekannt wurde, sei man eigentlich sehr vorsichtig geworden. Der Mitarbeiter sei wohl jedoch recht geschickt und unauffällig vorgegangen, „sonst hätten wir das wohl auch gemerkt,“ sagt Leonhard Baumann.

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