Kraulen oder nicht kraulen

Hohenbrunn - Es bleibt ein Reizthema: das Riemerlinger Ozon-Schwimmbad. Am Donnerstagabend will Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) die Entscheidung über den Neubau herbeiführen.

Auch wenn schon seit eineinhalb Jahren schon darüber debattiert wird, ist es manchem Gemeinderat immer noch zu früh, einen Beschluss zu fassen.

Das Bürgerforum beantragt die Absetzung des Tagesordnungspunktes. Klare Position bezieht die CSU. Sie ist für den Neubau, hat aber keine Mehrheit im Gremium. Von Seiten der Grünen liegt auch eine Stellungnahme vor. Die Fraktion denkt schon einen Schritt weiter und beantragt, die Gebühren für das Schulschwimmen und damit die Einnahmen zu erhöhen und entsprechende Gespräche mit den Nutznießern zu führen.

Nach Ansicht des Bürgerforums fehlt dem Gemeinderat aktuell eine objektive und umfassende Entscheidungsgrundlage. Diese müsse „zwingend eine Planrechnung inklusive einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung enthalten, die Aufschluss über die Tragfähigkeit der Entscheidung zum Neubau eines Hallenbades gibt.“ In der Planrechnung könnten nicht nur die einmaligen und regelmäßigen Zahlungsströme dargestellt werden, sondern auch andere Aspekte, wie etwa das Betreiberkonzept. „Es müssen Alternativen aufgezeigt werden, wie zukünftig ein Hallenbad effizienter und effektiver betrieben werden kann, damit dieses Projekt nicht die nächsten 30 Jahre in ständiger Konkurrenz zu anderen wichtigen Gemeindeaufgaben steht.“ Einen aktuellen Entscheidungsdruck können Pauline Miller und Andreas Schlick nicht erkennen, da ein möglicher Baubeginn erst 2018 sein dürfte.

Für den CSU-Ortsverbands- und Fraktionschef Anton Fritzmaier zeigt sich die Lage völlig anders. Er plädiert für eine zügige Entscheidung: „Ein neues Schwimmbad zum Schwimmenlernen sowie für den Schul- und Breitensport mit so großem Bedarf in der Bevölkerung ist eine kommunale Aufgabe. Wir brauchen nicht noch mehr teure Konzepte, sondern jetzt ein Ja zum Projekt, damit die Planung beginnen kann.“

Bürgermeister Straßmair betont auf Anfrage des Münchner Merkur, dass seiner Meinung nach genügend Informationen vorliegen, um nach mehreren Sitzungen eine Grundsatzentscheidung zu treffen. Der Zeitplan für den gesamten Schulcampus erlaubt seiner Meinung nach keine weitere Verzögerung. Kosten dürfte ein Neubau abzüglich der Förderung 7,169 Millionen Euro. Das Schulschwimmbad werde auch dem TSV Hohenbrunn-Riemerling und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Straßmair: „Wir bauen kein Erlebnisbad, für welches wir eine Standortanalyse und Wirtschaftlichkeitsberechnung benötigen.“ Er sieht die Finanzierung gesichert (siehe Kasten).

Die Grünen im Gemeinderat wollen aber auf jeden Fall jetzt schon einmal garantiert haben, dass bei einem Neubau die kostendeckende Nutzung durch das Schulschwimmen gewährleistet ist. „Ohne einen erheblichen Beitrag der mitnutzenden Gemeinden ist eine Finanzierung der jährlichen Schwimmbadkosten für Hohenbrunn nicht darstellbar“, heißt es in der Antragsbegründung der Fraktion. (wjr)

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