Innovative Künstler: Josef Gsödl (l.) und Manfred Schwedler zeigen ihre Werke in Ismaning. Foto: Dieter Michalek

Kreativität kennt keine Grenzen

Ismaning - Kontraste stehen im Mittelpunkt der Ausstellung von Josef Gsödl und Manfred Schwedler im Commundo Tagungshotel Ismaning.

So unterschiedlich die Arbeiten der beiden Maler auch angelegt sein mögen, Gsödls Credo ist ihnen in jedem Fall gemeinsam: „Kreativität kennt keine Grenzen.“

Dass dem so ist, zeigt sich eindrucksvoll in Schwedlers 2009 entstandenem Werk „Schrei der Kassandra“. Das Ölgemälde gibt den Blick frei auf ein unterhaltsames, skurriles und abschreckendes Sammelsurium aus Gedanken zu allerlei Weltuntergangsszenarien. Da liegt München bereits zur Hälfte unter Wasser, werden Last-Minute-Fahrten auf der Arche Noah angeboten, kreuzen Sportflugzeuge im Ozonloch. „Markus Lüpertz (bekannter Gegenwartskünstler, geboren 1941, d. Red.) sagt: Wenn einem nichts mehr einfällt, soll er griechische Mythologie malen“, lacht Schwedler bei der Vernissage. Auch die Wahrheiten seiner Kassandra wolle keiner hören: „Im Verdrängen sind wir eben sehr gut!“

Während sich der 66-Jährige gerne das Zeitgeschehen vornimmt und sich dann wieder sozusagen zur Erholung Landschaften widmet („Sonst werde ich blöd“), konzentriert sich sein Freund und Nachbar Josef Gsödl auf die Gefühlswelt der Menschen, kehrt sozusagen deren Inneres nach Außen. Der 51-Jährige ist Autodiktat, kam über den studierten Künstler Schwedler zur Malerei und probiert nach eigenen Angaben alles aus, was man so mit Farben machen kann. „Da passiert es schon mal, dass ich in die Apotheke gehe und nach jeder Menge Spritzen frage“, sagt Gsödl augenzwinkernd.

Manfred Schwedler habe ihm erklärt, dass sich auch jemand künstlerisch ausdrücken könne, der das nicht von der Pike auf gelernt habe. „Ich habe ihm Mut gemacht, bin aber nicht sein Lehrer“, winkt der 66-Jährige ab, der wie sein Kollege im Künstlerhof in Neuhausen wohnt. „Während Manfred sich mit geblümten Albträumen die Zeit erklärt, versucht Josef für die Besucher Tore zu Freude und Glück zu öffnen“, heißt es im Flyer zur Ausstellung.

Gsödl arbeitet vorwiegend mit dem Spachtel und Acrylfarben, die vier Elemente Feuer, Luft, Wasser, Erde prägen seinen Auftritt in Ismaning. „Eher zufällig“ seien die länglichen Fahnen zu besagten Motiven entstanden, er habe einen Weg gesucht, die Werke in ein kleineres Format zu bringen: „Erst habe ich sie auf Künstlerleinwand gedruckt, dann kam die Idee mit den gespiegelten Rändern zu mir.“ Das Ergebnis: Die Fahnen tragen in ihrem Kern das Original in sich, der Effekt der Dopplung eröffnet jedoch neue Perspektiven - wie die auf den „König der Löwen“. Guido Verstegen

Die Ausstellung

„Zeigt Kontraste“ ist noch bis 2. Mai im Commundo Tagungshotel Ismaning zu sehen. Am 27. März und 1. Mai laden Josef Gsödl und Manfred Schwedler zum Künstlergespräch ein (jeweils von 18 bis 21 Uhr).

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