Kreisjugendring muss Löcher stopfen

- Zuschüsse werden um mehr als eine Million Euro gekürzt

Landkreis - Im vergangenen Jahr hat der Landkreis München 26,2 Millionen Euro für Jugendhilfe ausgegeben. Wie der Leiter des Kreisjugendamts, Peter Väth, dem Jugendhilfeausschuss jetzt anlässlich des Jahresberichts 2003 mitteilte, reduzierten sich die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr erstmals seit Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes. Als Grund nannte Väth Ausgabenminderungen in den Bereichen Heimerziehung (842 000 Euro), stationäre Eingliederungshilfe für Minderjährige (254 000 Euro) und Eingliederungshilfe für Volljährige (342 000 Euro).

Da die Kostenbeteiligung des Staates und des Bezirks bei den stationären Jugendhilfeleistungen sowie die Erstattungen anderer Jugendhilfeträger im Vorjahr angestiegen seien, habe die Kreisjugendhilfe ihre Einnahmen um 21,5 Prozent auf 4,47 Millionen Euro erhöht, berichtete Väth.

Kritisch äußerte er sich gegenüber dem Gesetzgeber. Wegen der derzeitigen Gesetzeslage seien weder Einnahmen- noch Ausgabenseite steuerbar. Väth verkannte dabei nicht, dass das Jugendamt in Zeiten wirtschaftlichen Niedergangs angesichts der hohen Aufwendungen unter Legitimationszwang gerate. Allerdings beziehe sich ein großer Teil der Ausgaben auf bestehende Rechtsansprüche.

Jugendamt zum Sparen gezwungen

Die finanziell angespannte Lage des Kreises zwingt so auch das Jugendamt zum Sparen. In diesem Jahr wird der Kreis Zuschüsse an freie Träger der Jugendhilfe in Höhe von 1,6 Millionen Euro kürzen oder ganz streichen. Arg betroffen ist mit über einer Million Euro der Kreisjugendring (KJR) München-Land.

Laut Väth ist die Prävention wichtiger Bestandteil der Jugendhilfe. Die vorgenommenen Kürzungen gingen vor allem zu Lasten der Gemeinden, die den KJR weiterhin unterstützen und nun gezwungen seien, das Loch zu stopfen. Um schlimmere Auswirkungen abzufangen, erhält der KJR vom Kreis ein Darlehen über 328 000 Euro. Weitere 260 000 Euro sollen durch Spenden der Kreissparkasse München Starnberg getragen werden.

Andreas Sachse

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