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Gesprächsrunde bei der Gebietsversammlung: (v.l.) Ortsobmann Franz Hartl, Katharina Binsteiner vom BBV und Kreisobmann Anton Stürzer.

Bei Gebietsversammlung

Kreisobmann malt düsteres Bild von der Landwirtschaft

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Ismaning – Es steht nicht gut um die Landwirtschaft. Die Ernte war schlecht und die Preise verfallen. Bei der Gebietsversammlung für die Landwirte aus Ismaning, Garching und Unterföhring malte Anton Stürzer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), ein düsteres Bild.

Stürzer bescheinigte rückblickend auf 2015 den Landwirten aus Ismaning und Garching, „dass ihr auf einer Insel wart, auf der es noch einigermaßen gepasst hat“. Durch ein lokales Unwetter mit starken Niederschlägen hatten die Bauern im Norden des Landkreises trotz eines heißen und trockenen Sommers eine normale Ernte im Vergleich mit den vergangenen Jahren. Stürzer erklärte, dass an allen anderen Orten die Erträge teilweise massiv eingebrochen seien.

Verbraucher wollen nichts zahlen für Lebensmittel

An den Ismaninger Landwirten geht aber auch der massive Preisverfall nicht vorüber, den der Kreisobmann seit Oktober vergangenen Jahres registriert. „Wenn ich 14 Tage nichts zu essen habe, dann brauche ich auch das neueste I-Phone nicht mehr“, spottete Anton Stürzer. Er zeigte auf, dass die Menschen in Deutschland immer weniger Geld für ihre Nahrungsmittel ausgeben wollten. 1954 hätten die Deutschen noch 44 Prozent ihres verfügbaren Geldes für Lebensmittel ausgegeben, heute seien es noch 13 Prozent. Er blickt erschreckt auf die Gesellschaft, die vom Spaßbad bis zur Unterhaltungselektronik das Geld locker sitzen habe, aber mit ihrem Einkaufsverhalten den Landwirten und Lebensmittelerzeugern das Wasser abgrabe. 

Ausgaben steigen

Zu den stetig sinkenden Erträgen kommen höhere Ausgaben. Anton Stürzer machte deutlich, dass ein Schlepper früher 80 000 Mark gekostet habe und nun 100 000 Euro. Angesichts dieser Steigerungen seien derzeit günstige Dieselpreise nicht einmal der Tropfen auf den heißen Stein. „Die Prognosen sind katastrophal“, erkläre der BBV-Kreisobmann in der Gebietsversammlung.

Noch knapp 70 Landwirte in Ismaning

Die Gemeinde Ismaning ist auch heute noch eine der Kommunen des Münchner Umlandes mit den meisten Landwirten. Rund 60 bis 70 aktive Bauern gibt es noch. Vor zwei bis drei Jahrzehnten gab es noch um die 130 landwirtschaftliche Unternehmen in der Kommune. Der Landwirte-Rückgang schreitet in der Flächengemeinde Ismaning aber deutlich langsamer voran als in benachbarten Kommunen.

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