Kreissparkasse: Nachfrage nach Baukrediten geht zurück

Smartphone wird zur digitalen Geldbörse

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Die Zeiten des Bargelds gehen auch hierzulande zu Ende. Davon ist der Vorstand der Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg (KSK) überzeugt.

Landkreis – „Das Smartphone wird zur digitalen Geldbörse. Mehr und mehr wird man im Einzelhandel durch das Hinhalten einer App auf dem Smartphone bezahlen“, betont KSK-Vorstand Josef Bittscheidt bei der Vorstellung der Geschäftsbilanz 2017, mit der sich die KSK „sehr zufrieden“ zeigt.

Mit dem Ausbau des digitalen Service sieht sich die KSK auf dem richtigen Weg: Aktuell nutzen 60 Prozent der Kunden ihr Girokonto online. „Über die Apps erreichen uns monatlich fast 40 000 Überweisungsaufträge, die früher am Schalter abgegeben wurden“, so Bittscheidt.

Die Summe der Einlagen, Kredite und Wertpapiere in den Kundendepots stieg um 550 Millionen Euro auf rund 21,1 Milliarden. Besonders das starke Wachstum der Einlagen der privaten Kunden sei erfreulich: Trotz der verstärkten Nachfrage nach Wertpapieren sind sie 2017 um 269 Millionen auf 6,8 Milliarden gestiegen. Im Kreditgeschäft ist die Nachfrage dagegen etwas rückläufig. „Das Immobilienangebot in der Region München wird knapper“, stellt Vorstand Josef Bittschneidt dazu fest.

Weniger erfreulich, aber absehbar ist die Entwicklung bei den Zinserträgen: „Hier haben wir den Rückwärtsgang eingelegt“, stellt Bittscheidt fest. Nach einem ersten Rückgang um 9,4 Millionen Euro im Jahr 2016 sind die Erträge aus der Zinsspanne 2017 um weitere elf Millionen gesunken. „Wir konnten das überkompensieren durch strukturelle Veränderungen“, betonte Bittscheidt – durch einen Sparkurs und maßvolle Anpassung bei den Girokonto-Preisen.

Eine weitere Ausdünnung des Filial-Netzes sei in den drei Landkreisen nicht geplant, betont Vorstand Peter Waßmann. Derzeit gibt es 1116 Vollzeitstellen. „Damit haben wir weniger Personal an Board als geplant.“ Dass der Zielwert von 1140 Vollzeitstellen unterschritten wurde, liege am Fachkräftemangel.

Lange hatte sich die KSK bei der Einführung von Negativzinsen – im Jargon der KSK heißt es Verwahrentgelt – zurückgehalten. Nachdem aber Konkurrenten die Strafzinsen eingeführt und deren ehemaligen Kunden Geld bei der KSK eingelagert hatten, habe die KSK plötzlich 38 Prozent Zuwachs bei Einlagen von Kommunen gehabt. Da habe man handeln müssen, so Bittscheidt. Für die Kommunen, die mittelbare Eigentümer der KSK sind, gibt es eine Freibetragsgrenze, sie liegt bei der Hälfte des Betrags, den die Kommune 2015 bei der KSK angelegt hatte. Was darüber hinausgeht, belastet die KSK mit 0,4 Prozent. 2017 ist bei der KSK ein Betrag von zwei Millionen Euro an Verwahrentgelten eingegangen, berichtet Vorstand Walter Fichtel, nicht nur von Kommunen, sondern auch von Firmenkunden.

Eine weiter Fusion schließt die KSK übrigens nicht aus. „Der Ringschluss um München ist möglich“, sagte Bittscheidt. Ob tatsächlich eine Zinswende für Baudarlehen zu erwarten ist? „Wir glauben, dass der Zinsanstieg, der kommen wird, nicht heftig sein wird“, so Fichtel: „Dass wir wieder ein Zinsniveau von vier Prozent erreichen, glauben wird jedoch nicht.“

Eine zentrale Aufgabe sieht die KSK darin, „für Existenzgründer die erste Anlaufstelle zu sein“, betont Bittscheidt. In den sieben Firmenkundencentern in Unterschleißheim, Ebersberg, Ottobrunn, Deisenhofen, Starnberg, Gauting und München gibt es jeweils einen Experten im Beraterteam. Übrigens sucht die KSK zum 1. September noch Auszubildende mit Realschulabschluss oder Abitur.

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