Kriegsveteranen forcieren Renovierung der Lambertikapelle

- VON WOLFGANG ROTZSCHE Aying - Die Zeit war reif für eine Renovierung. Josef Bachmair, Vorsitzender des Veteranen- und Kriegervereins Aying und Zweiter Bürgermeister, hat vor nunmehr drei Jahren festgestellt, dass der Altar in der Lambertikapelle auf dem Ayinger Kirchenfriedhof unbedingt einer Sanierung bedarf. Der 49-Jährige wurde bei Pfarrer Manfred Wurzer und dem Kirchenpfleger vorstellig und fand auch bei seinen Kameraden ein offenes Ohr: Die Renovierung wurde mittlerweile durchgeführt, und am Sonntag, 4. Juli, bittet Pfarrer Wurzer um den Segen. <BR>

<P>Schon seit vielen Jahren sieht sich Bachmair in einer Art Mitverantwortung für das gotische Kleinod, da in der Lambertikapelle auch der Gefallenen, Vermissten und Toten der Kriege gedacht wird. Zahlreiche Gedenktafeln erinnern an die Kriegsopfer, die älteste würdigt sogar die Toten des Russlandfeldzuges und des Befreiungskrieges in den 1810er Jahren (wir berichteten). Bachmair holte Angebote für die Altarrenovierung ein. Nach Rücksprache mit dem Erzbischöflichen Ordinariat gab die Pfarrei St. Andreas die Renovierung bei Christian Bauer in Chieming in Auftrag. Der Restaurateur stellte an der Predella, am eigentlichen Hochaltar und dem Retabelaufsatz zahlreiche Schäden fest. Zierstücke wiesen Abbruchspuren auf, an manchen Teilen gab es 80 Jahre alte Kerzen werden überarbeitet Anhebungen, Staub und Verschmutzungen setzten dem Holzaltar und den Ölbildern zu. Außerdem hatte sich der Holzwurm schon mancher Stellen angenommen.<P>Die notwendigen Restaurierungsmaßnahmen wurden im Spätsommer, Herbst und Winter vorgenommen, im Februar kam der Altar wieder zurück nach Aying. Da die Kriegervereinsmitglieder sich mitverantwortlich für die Kapelle fühlen, haben sie sich jüngst zu einem Arbeitseinsatz getroffen und rund um das kleine Gotteshaus gejätet und frisch aufgekiest. Außerdem wurde die Eingangstür ausgebessert. Zwei etwa 80 Jahre alte Kerzen werden noch überarbeitet und sollen am Sonntag links und rechts neben dem Altar stehen, wenn Pfarrer Wurzer nach dem Pfarrgottesdienst um 8.30 Uhr dem renovierten Altar den kirchlichen Segen geben wird.<P>Damit ist aber noch lange nicht alles für den Erhalt der Kapelle getan. Josef Bachmair merkt an, dass auch beim Dach Arbeiten anstehen. Neben aktiver Mitarbeit braucht es freilich auch finanzielle Unterstützung. Abzüglich der Finanzspritzen von Ordinariat und Gemeinde sowie dem Erlös aus dem Pfarrfest vor zwei Jahren fehlen noch mindestens 1200 Euro für die Altarrenovierung. Spenden sind schon eingegangen: Ayinger Bürger hätten spontan den Geldbeutel gezückt, als sie den gelungen renovierten Altar zu Gesicht bekamen, berichtet Bachmair.<P>Bei der Segnung am Sonntag können sich die Ayinger den Altar noch genauer ansehen. Allzu häufig ist die Kapelle nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Sommer wird hier der Rosenkranz gebetet, am Gründonnerstag das Allerheiligste aus der Kirche hierher überführt. Und am Veteranen- und Volkstrauertag ist eine Station vorgesehen, um der Kriegstoten zu gedenken. Wer noch einen Obolus zur Renovierung beitragen möchte, kann seine Spende auf das Konto der Kirchenstiftung St. Andreas Aying bei der Raiffeisenbank Höhenkirchen (Konto-Nr. 10 11 09, BLZ 701 694 02) mit dem Stichwort "Spende Renovierung Lambertikapelle" überweisen. <P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare