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Berühmt wird, wer am meisten bietet: Die Autorin Inge Löhnig will einen edlen Spender in ihrem nächsten Buch verewigen. Mit der Aktion unterstützt sie Flüchtlinge.

Mitbieten

Krimi-Autorin versteigert Nebenrolle

Hohenbrunn – Mit einer kreativen Idee will Schriftstellerin Inge Löhnig Flagge zeigen. Sie macht auf Facebook ein verlockendes Angebot: Wer immer schon mal in einem Krimi namentlich vorkommen wollte, hat jetzt Gelegenheit dazu.

Die erfolgreiche Krimi-Autorin, die mit ihrem Kommissar Dühnfort schon Bestseller gelandet hat, versteigert eine Rolle in Dühnforts achtem Fall. Noch bis 28. Februar läuft die Aktion – und derzeit liegt das letzte Gebot bei 550 Euro.

Wer am Ende der Meistbietende ist, wird Teil des Kriminalromans. Der Plot steht. Ab April wird Inge Löhnig anfangen, den Roman zu schreiben, und die Person, die den Zuschlag bekommt, in einer Nebenrolle verewigen. Seit 2007 hat die 58-jährige Autorin im Ullstein-Verlag sieben Folgen veröffentlicht, in denen der Hamburger Kriminalhauptkommissar Konstantin Dühnfort in München ermittelt. 

Geld geht an Flüchtlinge

Ihre Auktion dient einer guten Sache: Inge Löhnig spendet den Ertrag für die Flüchtlingsarbeit. „Ich bin von Kollegen angesprochen worden.“ Auf der Webseite www.autorenhelfen.org bündeln Schriftsteller ihre kreativen Kräfte, um sich für soziale Anliegen und für die Integration von Flüchtlingen einzusetzen. „Manche versteigern signierte Bücher, andere einen zweistündigen Spaziergang über die Leipziger Buchmesse.“ Außerdem treten sie mit ihren Statements gegen Rassismus ein. 

Inge Löhnig holt bei diesem Thema aus: „Es geht mir auch darum, beim Flüchtlingsthema Flagge zu zeigen“, sagt sie. „Ich bin stolz auf die Willkommenskultur der Deutschen. Wieviel Tausende helfen den Flüchtlingen!“ Beeindruckt ist sie auch von Angela Merkel: „Die hätte ich früher ja never ever gewählt, aber sie macht jetzt so etwas Mutiges und wird mit ihrer Haltung so im Regen stehen gelassen.“ Sie glaubt, dass eigentlich viele so denken. 

nge Löhnig ist erstaunt, dass nach wenigen Tagen das Gebot schon auf 550 Euro gestiegen ist. „Eigentlich hatte ich anfangs Bedenken, dass nicht so viel Geld zusammenkommt. Denn Krimileser sind Vielleser und müssen aufs Geld achten.“ Deshalb versprach sie dem Meistbietenden neben der Rolle noch drei signierte Exemplare des Romans bei Erscheinen.

Friedrich Ani hat schon geboten

Klar ist: Er oder sie wird mit Name und ein paar Charaktereigenschaften einen Gastauftritt an Kommissar Dühnforts Seite haben: als Zeuge, der dem Ermittler einen entscheidenden Hinweis gibt, als Kriminaltechniker im Team des Kommissars oder als Mordverdächtiger, bis die Geschichte doch noch eine andere Wende nimmt. „Ich bespreche die Rolle mit dem Gewinner der Auktion. Klar ist, ich haue ihn nicht in die Pfanne.“

Vor allem die Dühnfort-Fans beteiligen sich bisher. Zuletzt aber hat ein Kollege, der Münchner Autor Friedrich Ani, von 400 auf 500 Euro erhöht. Überboten wurde er kurz danach von einem Unternehmer aus Westfalen, der schon mehrmals mitgesteigert hat und dem es offensichtlich ernst ist: „Er hat alle meine Bücher gelesen.“ Derzeit liegt das Höchstgebot bei 550 Euro. Löhnig hofft, dass es nicht das letzte Wort ist: „Ich habe ja inzwischen von vierstellig geträumt."

Mitsteigern

Bis Sonntag, 28. Februar, 20 Uhr, nimmt die Autorin noch Gebote entgegen: post@ingeloehnig.de

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